Dorfchronik Bergerhausen - Januar bis Februar 2007

     
Donnerstag, 18. Januar 2007 bis Samstag, 20. Januar 2007

An diesem Wochenende steht in weiten Teilen Deutschlands das Aufräumen in der Natur auf dem Programm. Am Donnerstag war einer der schwersten Stürme der letzten Jahre, das Orkantief "Kyrill", über Mitteleuropa weggezogen. Von Donnerstag (18.01.2007), 12:00 Uhr bis Freitagmorgen (19.01.2007), 04:30 Uhr wurden laut Bericht der Polizei des Rhein-Erft-Kreises bei der Leitstelle in Hürth insgesamt 128 witterungsbedingte Einsätze registriert.

     
  Auch der Blatzheimer Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr musste zu mehreren windbruchbedingten Einsätzen ausrücken.

In unserem Dorf richtete der Sturm nur relativ geringe Schäden an. Hier und da waren ein paar Dachziegeln verrutscht oder eine Sattelitenantenne verdreht und auf dem Kistenstapelplatz von Stollenwerk purzelten einige Paletten herab.

Im Schlosspark hinterließ der Sturm allerdings eine Spur der Verwüstung:

     
 
     

Josef Küpper fuhr den Park mit seinem Fahrrad ab und zog eine ernüchternde Bilanz: "An verschiedenen Stellen hat der Sturm Bäume entwurzelt oder abgeknickt. Vor allem im 'Sündenwäldchen' sieht es aus, wie nach einem Krieg." Er machte sich sogleich daran, jene Bäume wegzuräumen, die die Spazierwege verlegten, "damit die Leute wenigstens die Wege wieder benutzen können". Dabei ist ihm private Hilfe stets willkommen. "Wer mithilft aufzuräumen, kann gern auch etwas Brennholz mit nach Hause nehmen."

Josef Küpper hofft darauf, dass im Frühling junge Bäume als Ersatzbepflanzung zur Verfügung stehen werden. Das ist auch dringend nötig, wenn die nach uns kommende Generation sich noch an der Schönheit des alten Landschaftsparks erfreuen können soll, denn - und das weiß Josef Küpper aus früheren Begehungen mit Forstfachleuten -: "Die meisten Bäume hier sind krank und müssten eigentlich gefällt werden." Dann  allerdings wäre der Park für Jahrzehnte zerstört.

 
 
 
     
 
     
Aber nicht nur das Orkantief überzog mit Wucht das Land, sondern auch die Vorberichterstattung der Medien. Der herannahende Sturm wurde auf diese Weise zu einer außergewöhnlichen Katastrophe - was er nicht war - herbeigeredet. Man empfahl den Menschen, möglichst zu Hause zu bleiben, was dazu führte, dass die Schulkinder bereits am Vormittag nach Hause geschickt wurden und so mancher Berufstätige am Mittag die Arbeit beendete. Das geschah zwar in erster Linie wegen der medial erzeugten Angststimmung, war aber zumindest für bahnnutzende Pendler von Vorteil. Die Bahn stellt nämlich am Abend deutschlandweit den Schienenverkehr ohne Vorankündigung ein, so dass Tausende Reisende in den Bahnhöfen strandeten und keine Chance mehr hatten, nach Hause zu kommen.

Zeitgeistgerecht offenbarte der Sturm wieder menschliche Allmachtphantasien. So wurde der Sturm gepaart mit der Vorstellung, Menschliches Tun oder Lassen könne derartige Orkan entfesseln oder bändigen, erneut zu einem Vehikel von Ideologen für Forderungen nach einer "aktiveren Klimapolitik". Dabei wäre ein wenig mehr Demut vor der Natur vermutlich ebenso angebracht, wie das Wissen darum, dass solche Stürme, zumal im Winter, ganz normale natürliche Ereignisse sind.

     
     
Sonntag, 18. Februar 2007
Was für den Kölner Rosenmontagszug die Südstadt ist für den Blatzheimer Karnevalszug Bergerhausen. Am Mittag markieren die Organisatoren mit Kreide die Aufstellpunkte für die einzelnen Gruppen. Gegen 13 Uhr treffen die ersten Fußgruppen und Wagen ein.
 
Bis zum Start um 14 Uhr bleibt am Aufstellpunkt genügend Zeit für Gruppenfotos. Zahlreiche Fotografen sowohl von der professionellen Presse als auch ambitionierte Amateure im Dienste der örtlichen Homepagebetreiber nutzen diese Gelegenheit.
 
Die hier gezeigten Fotos stammen von dem vor einigen Jahren aus Gymnich nach Bergerhausen zugezogenen Michael Dünnwald. Er und seine Familie engagieren sich sowohl im Gymnicher Vereinsleben als auch für die Dorfgemeinschaften in Blatzheim und Bergerhausen.
 
Privates und ehrenamtliches Engagement sind die Säulen, auf denen auch der Straßenkarneval basiert. Die Männer des Löschzugs Blatzheim der freiwilligen Feuerwehr sichern den Zugweg. Die Frauen und Männer des Roten Kreuzes um Karl Beck halten sich für eventuelle Notfälle bereit.
 
Familie Pingen dekoriert jedes Jahr ihr Wohnhaus mit riesigen Luftballontrauben und farbigen Transparenten. Dieses Beispiel findet erfreulicherweise zunehmend Nachahmer, so dass der Zugweg von Jahr zu Jahr farbenfroher und heiterer erscheint.
 
Wenn sich dann der närrische Lindwurm in Bewegung setzt, gibt Tambourmajor Uli Heinen mit seinen Trommlern und Flötenspielern den Takt an
 
Kirche und Kommerz sind ebenfalls dabei und bereichern den Zug. Familie Reuter bringt eine ganze Wagenladung Apfelsinen unters Volk und wirbt dabei dezent für ihr Geschäft. Die Messdiener hüllen sich am Karnevalssonntag in andere Gewänder als bei der Ausübung ihres kirchlichen Amtes.
Einer muss das alles natürlich organisieren. Seit 1996 macht das die Karnevalsgesellschaft Knollebuure auf hohem Niveau. Mehrere Wagen und Fußgruppen demonstrieren eindrucksvoll Beliebtheit und Größe dieses engagierten Vereins.
 
     
Die vorstehenden Fotos wurden nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt ausgewählt, dem Betrachter neben einigen Akteuren auch möglichst viel von der "Kulisse" des Karnevalszuges zu zeigen, vom nördlichen  Ortsrand mit dem Hubertushof und dem Hotel zur Wasserburg hinab zum Krümmelshof und der alten Burgmühle sowie die Dürener Straße von der Ecke Klosterhalfen bis zum Unterdorf. Eine Kollage mit Schnappschüssen von Bergerhausener Zugteilnehmern und Zuschauern (oben, jeweils Bildmitte, zwei der drei Dünnwald-Frauen) soll diese Darstellung ergänzen und abrunden.
Die Kollage zeigt u.a.: David Dohmen, Waltraud Steinke, Dieter Aschenbroich, Uli Heinen, Annemie (John), Karin Grass und ihre Mutter, Josef und Edith Küppers, Klaus und Dagmar Horst, Michael, Christel, Manuel, Leon und Annette Pingen, Heinrich Henschel mit den Eheleuten Gerd Klingenmaier sowie Karl-Hans Brandt.

Viele weitere Fotos von Michael Dünnwald und anderen Fotografen findet man auf der Internetseite von Ortsvorsteher Klaus Ripp. Mehr...