Dorfchronik Bergerhausen - Januar bis Juni 2005


 

Wochenenden 15., 16 und 22. Januar 2005

Willi Stollenwerk feiert seinen 70. Geburtstag und alle feiern mit, die Familie, die Belegschaft und Freunde. Am Eingang des Schlosses empfängt ein "Gemüsemann" die Gäste (Foto rechts), vom Zwiebelturm des Schlosses sowie dem Bastionsturm wehen Fahnen (unten rechts) und der Hausherr nimmt das Ereigniss zum Anlass, den Besuchern Teile seiner Landmaschinensammlung zu zeigen. Glanzstücke dieser Sammlung sind unter anderem ein Lanz-Lokomobil aus dem Jahre 1903 mit einem Mähdrescher von 1935 (unten).

 
     
 
 
 

Karnevalssonntag, 6. Februar 2005

 
Farbe und Pracht am Zugweg - Das festlich dekorierte Haus der Familie Pingen und die "Wagenburg" des Dreigestirns vor dem Hof von Gerd Klingenmaiér

 
Prinz Bernd II hielt Hof in Bergerhausen. In der Jubiläumssession der Karnevalsgesellschaft Knollebuure 1982 e.V. (2 mal 11 Jahre) bestimmten die Vereinsfarben grün und weiß das Straßenbild bei einem der größten und schönsten Karnevalsumzüge die unser Dorf je gesehen hat. Der rührige Verein steht seit Jahren für qualitativ hochwertigen Karneval, sei es bei seinen Sitzungen, seinen Bällen, seinen Veranstaltungen außerhalb der Karnevalszeit und seit 7 Jahren bei der Ausrichtung des Umzugs an Karnevalssonntag.

Traditionsgemäß startete der Umzug von den beiden Straßenzügen "Wasserburg" aus. Dort, vor Hof Klingenmaier, stand der als Burg gestaltete Wagen des Dreigestirns, von dessen Zinne Prinz Bernd II (Bernd Berger) bei prächtigem Vorfrühlingswetter die am Umzug teilnehmenden Fußgruppen und Festwagen begrüßte. An seiner Seite präsentierten sich Bauer Rudi (Rudi Glöckner) und Jungfrau Herolinde (Hero Buse).

 
Der Mensch als Zuckerrübe - Die Fußgruppe der KG Knollebuure sowie ihr 1. Vorsitzender und Literat Hans-Peter Schneppenheim


Viele weitere Fotos vom karnevalistischen Treiben in Bergerhausen finden Sie auf der Homepage von Ortsvorsteher Klaus Ripp: hier...
 
 
Hier Menschen, die sich dafür engagieren, anderen eine Freude zu machen, dort Menschen, die von Hass und Zerstörungswut geleitet sind. Während im Dorf Freude und Frohsinn herrschten, tobten sich im Schlosspark Vandalen aus. Vier Ruhebänke wurden umgestürzt oder aus ihrer Verankerung gerissen. Zwei davon wurden in den Schlossweiher geworfen. Dort landeten auch ein Eimer mit Abfällen sowie ein bepflanzter Terracottatopf vom Eingang der Familiengruft der früheren Schlossbesitzer. Aber auch einige Zugteilnehmer zeigten sich wenig zimperlich und entsorgten ihr Verpackungsmaterial nach dem Motto "aus den Augen aus dem Sinn".
 
 

 

Sonntag, 27. Februar 2005

Was bleibt übrig von den Habseligkeiten eines Menschen nach einem langen und zum Teil entbehrungsreichen Leben? Das meiste findet Platz auf wenigen Straßenmetern vor dem Haus.

Georg Kurth (84) war zuletzt der älteste männliche Alt-Bergerhausener. Er lebte allein in dem kleinen Haus neben der "Restauration Klosterhalfen", das bereits von seinen Eltern bewohnt worden war. In den letzten Jahren sah man ihn meistens am oberen Fenster seines Hauses stehen oder auf der Bank gegenüber sitzen. Dabei trug er als Oberbekleidung fast immer nur ein weißes Feinripp-Unterhemd, während in seinem Mundwinkel ein Stumpen (kleine Zigarre) glimmte. Am 11. Februar fand die Urnenbeisetzung statt.


In vielen der alten Häuser von Bergerhausen leben alleinstehende ältere Menschen. Meistens handelt es sich um Frauen, die ihre Männer überlebt haben. Der gestern verstorbene Georg Kurth war einer der selteneren Fälle, wo es umgekehrt war.

 


Käthe Senior
(Imbiss auf dem Weihnachtsmarkt am 20.12.2004)

Montag, 28. Februar 2005

Georg Kurth's Nachbarin war die Witwe Käthe Senior. Nach einem Schlaganfall war sie seit einigen Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Als Käthe Wilschrey war sie am 18. August 1928 zur Welt gekommen, vermutlich im selben Haus, in dem sie schon mit ihren Eltern und mit ihrem Mann Rainer gelebt hat und in dem sie heute verstarb.

Für die Todesanzeige hat ihre Nichte Marita Karlisch diesen Spruch ausgewählt:

Bescheiden und einfach war dein Leben,
gut und fleißig Deine Hand.
Mit allem warst du stets zufrieden,
weiter hast du nichts gekannt.


 
Sonntag, 21. März 2005

Schloss und Weiher bieten in diesen Tagen einen  ungewohnten Anblick. Eine Brücke spannt sich vom Weg hinüber zum Herrenhaus. Grund dafür sind Sanierungsarbeiten an der Freiluftterrasse des Schlosses. Die Grasnarbe wird abgetragen und soll durch einen festen Untergrund ersetzt werden.

Parallel dazu lässt man den Weiher weitgehend trocken fallen um Aufräum- und Sanierungsarbeiten durchführen zu können.


 

Foto vom 20.03.2005

Foto vom 24.03.2005


Donnerstag, 24. März 2005

Vor einigen Tagen wurden am Ortseingang neue Rohre deponiert. Mit Probebohrungen begannen heute die Arbeiten zur Erneuerung des Kanals zwischen Wasserburg und Alte Straße. Die eigentlichen Tiefbauarbeiten sollen im April aufgenommen werden.

 

Karfreitag,
25. März 2005

 

- ohne Worte -

 

 

(Foto: Lorenz Becker)

 

Samstag, 9. April 2005

Er wurde am 18.05.1927 in den Niederlanden geboren. Er war als Soldat in Indonesien. In Bergerhausen fand er seine Liebe - Nelly Bremer - und stieg als Tankwart in den Familienbetrieb - die alte Esso-Tankstelle am Ort - ein. Er war wegen seiner herzlichen Art und seiner ausgeprägten Hilfsbereitschaft sehr beliebt bei den Menschen hier und zuletzt war er sehr krank. Ein großes Geschwulst im Bauch machte im zu schaffen. Heute verstarb er, unser lieber Freund und Mitbürger Karl Hofma.


(Foto: 24.12.2001 - Franz-Peter Dohmen)

 
 

(Foto vom 23.04.2005 - Franz-Peter Dohmen)

(Nach einer Orig.-Aufn. v. P. Vogel, ausgef. v. Th. Albert. 1872/73)

Montag, 18. April 2005

Seit heute sieht man wieder Höckerschwäne auf dem Schlossweiher. Die Haltung von Schwänen war bis in das 19. Jahrhundert vorwiegend ein Privileg des Hochadels. Erst im 20. Jahrhundert wurden die Tiere verstärkt auf Parkteichen, in zoologischen Gärten und städtischen Anlagen gehalten. Wie die hier gezeigten Abbildungen beweisen, sind die eleganten Wasservögel schon lange Bewohner unseres Weihers und zierten auch das Wappen der alten Schlossherren.
 


(Foto vom 05.04.2003 - Franz-Peter Dohmen)

(Ansichtskarte von 1911 - Stadtarchiv Kerpen)

 
 
Samstag, 23. April 2005

Die Arbeiten an der neuen Wasserleitung sind in vollem Gange. Das Baustellengebiet erstreckt sich über die gesamte Länge des südlichen Bürgersteigs entlang der Dürener Straße zwischen Alte Straße und "Wasserburg".

   
Dienstag, 14. Juni 2005

Der Tagebau Hambach rückt immer näher an unsere Region heran. Heute befasst sich der Planungsausschuss der Stadt Kerpen mit den anstehenden Konsequenzen aus der Erschließung durch das Unternehmen "RWE Power" (früher Rheinbraun). Dazu gehören unter anderem die Verlegung der Autobahn Köln-Aachen (A4) und die Trassierung der Hambachbahn.


Eine Planungsskizze finden Sie auf der Internetseite von Klaus Ripp)
 
Bei der betroffenen Bevölkerung im Raum Buir-Manheim-Sindorf nehmen die Zukunftsängste zu, so auch in Geilrath. Die in 400 Meter Entfernung vorbeiführende Autobahn soll näher an den Ort herangeführt werden, womöglich sogar in Hochlage, denn die Autobahn soll hier die Hambachbahn kreuzen, die demnächst zwischen Geilrath und dem 200 Meter entfernten Naturschutzgebiet "Steinheide" vorbei geführt werden soll. Außerdem soll die örtliche Kreisstraße 39 zur neuen Bundesstraße 477 werden und einen Autobahnanschluss erhalten. Da 100 Meter südlich bereits seit 1841 die Eisenbahnstrecke Köln-Aachen den Weiler vom Umland trennt, droht der Ort von bedeutenden Verkehrstrassen eingekesselt zu werden.
In der heutigen Ausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers kommen die Bewohner von Geilrath, die ihre Umsiedlung fordern, zu Wort: "Das ist hier eine Oase, eigentlich wollen wir gar nicht weg", wird Hans-Willi Schiefer von Gut Geilrath zitiert. Er befürchtet, dass sich in dieser Situation keine Mieter mehr für seine Hofwohnungen finden lassen.

Nachbar Peter Wilkens fürchtet um seine Pferdepension: "Hier kommt doch keiner mehr hin, wenn die Reiter nicht mehr rauskönnen."

Der Geilrather Architekt Hermann Simons weist auf den enormen Wertverlust der Gebäude im Ort hin und hält eine Umsiedlung auf Kosten des Bergbaubetreibers für gerechtfertigt.


Lokalausgabe des KStA Nr. 135 vom 14.6.2005 mit einem Bericht und einem Foto von Redakteur Wilfried Meisen
 
Das Unternehmen verweist darauf, dass die Entscheidung letztlich beim Bundesverkehrsministerium als Verfahrensträger liege. Man gehe aber davon aus, dass eine Umsiedlung gar nicht so teuer werde. Aus Geilrath könne ein Gewerbegebiet werden, das sich wegen seiner Autobahnanbindung gut vermarkten ließe.

 
 
Freitag, 24. Juni 2005

Heute verstarb August "Äu" Senior. Er ist am 1. Oktober 1934 in Bergerhausen geboren und aufgewachsen, arbeitete viele Jahre als Gehilfe und Beifahrer bei der Spedition Johnann Bremer sowie in der Landwirtschaft bei Simons, war aber auch viele Jahre ohne Arbeit. Zuletzt war er krank und hilfebedürftig und lebte deshalb in einem Heim in Nideggen.
 

   
Sonntag, 3. Juli 2005

Im 102. Lebensjahr stehend (geb. 29.8.1903) verstarb heute Josefine Stupp von Gut Onnau. Im Nachruf (KStA Nr. 157 vom 9./10.7.2005) ihrer Familie heißt es: "Unsere Tante Fine ist im Alter von 101 Jahren friedlich eingeschlafen. Tatkräftig, bescheiden, voller Gottvertrauen und Dankbarkeit meisterte sie ihr Leben bis ins hohe Alter und wurde immer mehr zum Mittelpunkt der Familie."

   
Donnerstag, 28. Juli 2005

In vier Monaten Bauzeit ersetzte das Unternehmen RWE Rhein-Ruhr die rund hundert Jahre alte Graugusswasserleitung zwischen Ortseingang und Abzweig Alte Straße sowie im nördlichen Teil der Straße "Wasserburg" durch moderne zwanzig Zentimeter dicke Kunststoffrohre. Heute verstummten die Baumaschinen, die Absperrungen wurden entfernt und der Verkehr kann wieder ungehindert die Ortsdurchfahrt passieren. Als nächtes soll zwischen Alte Straße und Ortsausgang auch der Kanal erneuert werden. Insgesamt werden 320 Meter neuer Kanal verlegt. Die Maßnahme wurde bereits ausgeschrieben. Submission war am 21. Juli. In der Ausschreibung ist von einem voraussichtlichen Ausführungszeitraum von August 2005 bis Januar 2006 die Rede.