Dorfchronik Bergerhausen - Januar bis Juni 2004

Dienstag, 13. Januar 2004

Seit heute kann man in Bergerhausen am Straßenrand ablesen, dass die alte Hauptstraße keine Bundesstraße 264 mehr ist. Seitdem sie in die Zuständigkeit des Kreises übergegangen ist, trägt sie nunmehr die offizielle Bezeichnung "K 55".


Tankstelle Weyrich - Archivfoto vom 21.5.2001

Freitag, 16. Januar 2004

Aus dem Polizeibericht: "Gegen 21.50 Uhr, wurde auf der Dürener Straße in Kerpen-Bergerhausen eine Tankstelle überfallen. Eine männliche Person betrat maskiert und unter Vorhalt einer Pistole das Tankstellengebäude und forderte die Herausgabe von Bargeld. Nachdem ihm die Beute in eine weiße Plastiktüte gesteckt wurde, verließ er die Tankstelle zu Fuß auf dem Gehweg in Richtung Blatzheim. Der Täter war ca. 1,70 m groß, 25-30 Jahre alt, trug eine schwarze Hose und einen fast knielangen dunklen Parka mit Kapuze.

Den ersten Ermittlungen zu Folge hatte sich kurz vor der Tat im unmittelbaren Umfeld der Tankstelle ein verdächtiges Fahrzeug mehrere Minuten lang bewegt. Dabei handelte es sich um einen weißen Opel-Astra mit BM-Städtekennung. Das Fahrzeug war mehrere Male an der Tankstelle vorbeigefahren und wurde kurzzeitig auf einem Gelände gegenüber der Tankstelle geparkt. Es ist möglich , dass das Fahrzeug in Tatzusammenhang steht."

Sonntag, 18. Januar 2004

In der ehemaligen Kiesgrube Kelleners in Dorsfeld werden zur Zeit Erdaushub und Schotter oder ähnliche Materialien gelagert. Da die Genehmigung für die Auskiesung in Kürze abläuft wandte sich Ortsvorsteher Klaus Ripp heute mit der Bitte an die Stadtverwaltung, in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses die aktuelle Rekultivierungsplanung vorzustellen: "Dabei bitte ich Sie auch darauf einzugehen, welche Stoffe dort gelagert werden können und wie der Zeitplan der Rekultivierung aussieht. Ferner bitte ich Sie, die Standfestigkeit des Wirtschaftsweges 199 am Rande der Kiesgrube zu prüfen. Hier ist die Böschung abgerutscht, so dass derzeit der Sicherheitszaun in der Luft hängt."


Foto: Klaus Ripp, 18.01.2004,  www.kerpen-blatzheim.de

 

 

Brand Clemenshöfe
Origianlfoto: Udo Beißel/Kölner Stadtanzeiger vom 9.2.2004


Freitag, den 6. Februar 2004

Kurz vor 23.00 Uhr rückte die Feuerwehr aus zu einem Scheunenbrand an den Clemenshöfen. Schon von Bergerhausen aus, war der Feuerschein zu sehen. Eine in einem Wirtschaftsgebäude untergebrachte Hobby-Kfz-Werkstatt stand lichterloh in Flammen. Drei Autos brannten dabei restlos aus. Trotz des starkwindigen Wetters gelang es den insgesamt 35 Wehrleuten innerhalb ihres einstündigen Einsatzes, ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohngebäude zu verhindern.

Freitag, den 20. Februar 2004

Wie bereits im letzten Jahr wurden im Schlosspark auch jetzt wieder umfassende Pflegemaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten fanden in dieser Woche ihren Abschluss mit einer Sanierung der Spazierwege.



Foto rechts: Zurück gebliebene Haufen von Sägespänen zeugen von der Ausdünnung des Gehölzes. Auf die Wege wurde eine Granulatschicht aufgebracht.

Sonntag, 22. Februar 2004

 
Tausende Jecken säumten bei kühlem aber trockenem Spätwinterwetter die Straßen von Bergerhausen und Blatzheim um den diesjährigen Karnevalsumzug mitzuerleben. Der närrische Lindwurm, von der Karnevalsgesellschaft Knollebuure - wie immer - gekonnt in Szene gesetzt, bestand aus ca. 30 Gruppen mit insgesamt 500 aktiven Teilnehmern. Die Wagen und Kostüme der K.G. Knollebuure waren diesmal inspiriert von der "Blockberg-Nacht". Dementsprechend gab es jede Menge "Hexen" und "Magier" zu sehen.
 

Fotos: David Dohmen (1) Franz-Peter Dohmen (2)  

Weitere Bilder und Berichte finden Sie auf den Internetseiten von Klaus Ripp

 
Ende März 2004
 

Der in Buir lebende Pastor Georg Neuhöfer, als Pfarrer zuständig für die Gemeinden Blatzheim, Buir und Manheim, engagiert sich sehr für die Erhaltung der Schöpfung. Unter anderem kümmert er sich seit Jahren um die heimische Vogelwelt. Josef Küppers, der der Kirchengemeinde u.a. als Vorsitzender der Matthias-Bruderschaft verbunden ist und sich als Ruheständler verstärkt um die Belange unseres Schlossparks verdient macht, hat es jetzt in die Hand genommen, dass die Vogelwelt auch im Raum Bergerhausen bessere Nistbedingungen vorfindet. In diesen Tagen brachte er im Park etliche Nistkästen an. Auf kleinen grünen Schildern wird den Spaziergängern erklärt, für welche Vogelarten die unterschiedlich beschaffenen Kästen gedacht sind.

  Freitag, 23. April 2004

Der bei seiner Mutter in Bergerhausen lebende Christian Pohlmann mischte in diesen Tagen die Bundesregierung auf und sorgte für erheblichen Wirbel in den Medien. Der 21jährige, der in Bonn Islam-, Poltikwissenschaften und öffentliches Recht studiert und im Rhein-Erft-Kreis als Vorsitzender der Jungliberalen bekannt ist, hatte gegen seine Einberufung zur Bundeswehr geklagt, weil er den Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt sah. Die seit Juli 2003 geltenden Regelungen bei Einberufung zum Wehrdienst sind nach Auffassung des

Verwaltungsgerichtes Köln rechtswidrig, weil zu viele junge Männer von einer möglichen Einberufung ausgeschlossen würden. Das Gericht bestätigte damit eine im Januar 2004 getroffene Eilentscheidung. Nach dem Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts haben Verfassungsrechtler die Abschaffung der Wehrpflicht gefordert. Die Presse sieht in dem Urteil eine juristische Ohrfeige für Verteidigungsminister Peter Struck, die ihn in Bedrängnis bringen dürfte. Denn der Minister möchte an der Wehrpflicht festhalten - selbst wenn die Bundeswehr gegenwärtig nicht einmal mehr ein Fünftel aller Wehrpflichtigen eines Jahrgangs einzieht.
 
 
Montag, 3. Mai 2004
 

In ihrem 57. Lebensjahr verstarb heute die trotz aller Belastungen stets freundliche und heiter gestimmte Renate Dieckmann, geb. Weiers. Sie war Bäuerin, Unternehmerin und Politikerin. Sie hatte den Gürzenicher Hof und die Sauerkrautfabrik ihres Vaters übernommen und engagierte sich sowohl in der Gemeinde als auch in der Europäischen Gemeinschaft. Sie hatte einen guten Namen und doch kannten die alten Bergerhausener sie eher unter ihrem Kosenamen aus frühen Kindertagen: "Weierse Maus". Zuletzt hatte sie, wie so viele Menschen, die an Krebs erkrankt sind, auf die Wirksamkeit einer Chemotherapie vertraut und hat es, wie die meisten, leider nicht überlebt.

 
Renate Dieckmann, geb. Weiers * 19.07.1945 + 03.05.2004
(Foto vom 07.07.2001 - Franz-Peter Dohmen)
     
     
  Samstag, 9. Mai 2004

Am Neffelbachrandweg im Bereich der Ortsgrenze von Bergerhausen nach Blatzheim haben die Sanierungsarbeiten am dortigen unterirdischen Regenüberlaufbecken begonnen.

     
     
Mittwoch, 12. Mai 2004

Aus historischer Sicht war sie eine der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsadern (Bergheim-Lechenich) in unserer Region, für die Menschen von heute ist sie immer noch die schnellste Verbindung zwischen Bergerhausen und den nördlichen gelegenen Nachbarorten, für die Politik dagegen ist sie nur noch ein lästiges Ärgernis: die Straße von Bergerhausen nach Dorsfeld. Zuerst ließ man sie gefährlich  verkommen, jetzt meint man sie vernichten zu müssen.

Ortsvorsteher Klaus Ripp:

 
(Foto: Franz-Peter Dohmen - 13.04.2003)
 
"Der Zustand ist seit Jahren katastrophal: Die Seitenränder sind mit Schlaglöchern übersät und in der Fahrbahn treten auch immer neue Löcher auf, die nur notdürftig geflickt werden können. Die Höchstgeschwindigkeit ist daher auf 20 km/h begrenzt. Doch daran hält sich niemand. Die Kosten für eine Sanierung der Straße sind nicht zu finanzieren. Die Sperrung der Straße war in der Vergangenheit immer wieder ein Diskussionsthema. Befürworter wie Gegner hatten ihre Argumente. Heute befasste sich der Arbeitskreis Verkehr auf Anregung von Anliegern erneut mit dem Thema. Die Verwaltung schrieb in der Vorlage, das sich allein in den letzten drei Jahren 11 Unfälle ereignet haben: 4 an der Kreuzung mit der K39, 4 an der Kreuzung mit der Dürener Straße und drei auf der Strecke. Dabei gab es einen tragischen Todesfall, drei Schwerverletzte und einen Gesamtschaden von 350.000 Euro. Insbesondere die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ist bei dem Verkehr auf dieser Strecke nicht mehr gewährleistet. Selbst als der Arbeitskreis sich vor Ort die Strecke ansah, rasten die Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit und mit dem Handy telefonierend an der Gruppe vorbei. Letztlich konnte der Arbeitskreis den Argumenten der Verwaltung nicht widersprechen und beschloss die Sperrung des Weges, der in Zukunft nur noch für landwirtschaftliche Anlieger frei ist."
 
     
Donnerstag, 13. Mai 2004    
     

Hanna Blume + (ganz links), 1966 beim Richtfest der evangelischen Kirche in Blatzheim. Ihr Mann Georg Blume ist ganz rechts im Bild zu sehen und in der Mitte Herbert Christoffel, der Leiter der Evangelischen Volksschule.
(Foto: Archiv der Evangelischen Gemeinde Kerpen)
 

Sie kam am 4. September 1921 als Hanna Krümmel zur Welt. Ende der 50er Jahre zog sie im Burghof ein, als ihr Mann Georg Blume dort die Stelle des Verwalters der Freiherr von Loë'schen Gutsverwaltung annahm. Ihr Söhne Christian und Hanfried wuchsen hier auf, ihr Mann verstarb schon vor vielen Jahren, sie blieb allein zurück und verstarb heute nach kurzer schwerer Krankheit .

"Sie lebte ihr erfülltes Leben in Dankbarkeit und Disziplin" schrieben ihre Kinder im Nachruf für ihre Mutter und bringen damit auf den Punkt, was diese bis zuletzt sehr engagierte, stets hilfsbereite Frau auszeichnete. Mit Hanna Blume und der wenige Tage zuvor verstorbenen Renate Dieckmann hat unser Dorf in diesem Monat zwei bemerkenswerte Frauen verloren.

     
     
Dienstag, 18. Mai 2004
 
Ein privat organisierter Polen-Hilfstransport der besonderen Art startete heute Abend um 21.20 Uhr in Bergerhausen. Bei einer seiner vielen Reisen in seine alte ermländische Heimat, lernte der in Blatzheim wohnende Theologe Michael Preuschoff einen Namensvetter kennen. Dieser "andere" Preuschoff betreibt eine Landwirtschaft im Kreis Braunsberg. Als der ehemalige Clemenshof-Bauer Gerhard Pesch von dieser Geschichte hörte, spendierte er spontan seinen ausrangierten 3-köpfigen "Niedermeyer-Wendepflug mit Hydraulik-Oberlenkkipper und Selbstmechanismus".
     
 
Clemenshof: Bauer Heinrich Zens verlädt die Pflugschar.
(Foto: Michael Preuschoff)
  Michael Preuschoff: Start nach Braunsberg/Ostpreußen
(Foto: Franz-Peter Dohmen)
 
Michael Preuschoff: "Als ich dem Freund in Ostpreußen dann geschrieben habe, dass er allerdings einen Trecker mit 70 bis 80 PS haben muss, der auch über einen Regelmechanismus verfügt, hat er mich 6 Wochen später angerufen, dass er sich schon einen zweiten Trecker gekauft hat, der geeignet ist. Mein Nachbar (Anm.: Gerhard Pesch) erklärte mir, dass so etwas sein muss, damit der Pflug gleichmäßige Furchen zieht und nicht alle Bewegungen des Treckers mitmacht. Als mein Nachbar noch aktiv war, hatte er mit dem Pflug um die 8 ha pro Tag gepflügt, also, so habe ich nach Ostpreußen geschrieben, könnte er damit vielleicht noch Land vom Nachbarn gleich mit pflügen (!)."

Am Wochenende mietete M. Preuschoff einen ausreichend großen Anhänger und malte ein Schild "EUROPA OHNE GRENZEN! Geschenk für den letzten deutschen Bauern im Kreis Braunsberg - www.braunsberg-ostpreussen.de". Heute Morgen wurde der Pflug auf dem Clemenshof von Heinrich Zens aufgeladen und am Abend startete der umtriebige Ex-Ermländer mit seinem über zwanzig Jahre alten VW Passat nach Braunsberg, wo der alte Pflug hoffnungsvoll erwartet wird.

     
     
Dienstag, 25. Mai 2004    
     
"Menschen, die man liebt, sind wie Sterne, sie können funkeln und leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen. Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst"
heißt es in der Zeitungsannonce, mit der Ehemann Günter Kochs den Tod seiner Frau Marlene anzeigte, die heute 62jährig unerwartet verstarb. Als jüngste Tochter von Johann Senior und seiner Frau Agnes, geb. Steinke, hatte Marlene am 12. Oktober 1941 das Licht der Welt erblickt.

Marlene Kochs hat für die vorliegende Dorfchronik zahlreiche Fotos aus Ihrer persönlichen Sammlung zur Verfügung gestellt, darunter auch das nebenstehende Bild von Ihrer Hochzeitsfeier am 24. Oktober 1964.

 
     
Montag, 31. Mai 2004

Ortsvorsteher Klaus Ripp berichtet auf seiner Homepage, dass sich mittlerweile auf dem Giffelsberger Weg zwischen Gut Giffelsberg und Forsthaus Bergerbusch einige Schlaglöcher gebildet haben. In diesem Bereich sei die Straße insgesamt in einem schlechten Zustand. Der Ortsvorsteher hat daher die Verwaltung gebeten, die Strecke auszubessern, zumal der Weg auch von Radfahren stark genutzt werde.
 

     
  Donnerstag, 10. Juni 2004 (Fronleichnam)

Traditionsgemäß führt die Blatzheimer Schützenbruderschaft am Fronleichnamstag das "Königsschießen" durch. In diesem Jahr wetteiferten Hans-Gerd Wolff aus Blatzheim und Josef Küppers aus Bergerhausen um die Königswürde. Mit dem 131 Schuss ging der Sieg an Josef Küppers.

 

Foto: Thomas Dickmann/www.kerpen-blatzheim.de