Dorfchronik Bergerhausen - Januar bis Mai 2003
| Februar 2003 | ||
| Im Laufe des Monats Februar hörte man häufig das kreischende Geräusch von Motorsägen vom Schlosspark herüber schallen. Viele Jahre lang, hatte man der Natur freien Lauf gelassen, so dass manche Büsche oder auch Bäume, wie der unkrautartig sich vermehrende Bergahorn, sich allzu sehr ausbreiten konnten. Josef Küppers sorgte nun mit einigen Helfern für die längst überfällige Pflege, so dass die Anlagen im nahen Frühling in neuem Glanz ergrünen können. |
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(Fotos: Franz-Peter Dohmen) |
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Nach Ansicht der Meteorologen stellte der Februar 2003 mit 120 bis 162 Sonnenstunden einen neuen Rekord auf. Der Monat war extrem trocken und zunächst sehr kalt. Mit zunehmender Sonnenintensität wurden zum Monatsende aber auch bereits frühlingshafte Temperaturen erreicht, so dass man auf gutes Wetter an den Karnevalstagen hoffen durfte, zumal Karneval in diesem Jahr ohnehin auf einen recht späten Termin fiel. Doch ausgerechnet jetzt ging dem Rekordhoch namens "Helga" die Puste aus. | |
| Samstag, 22. Februar 2003 Karneval steht vor der Tür und wer sich hübsch kostümieren will, muss sich allmählich sputen. "Echte Närrinnen" kaufen keine Konfektionsware, sondern greifen selbst zu Nadel, Faden und Schere, so wie Elvira Dohmen und ihre Freundin Gabi Linden, die wir auf dem Foto rechts beim Nähen ihrer Seeräuber(innen)-Kostüme sehen. |
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| Sonntag, 2. März 2003 | ||
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| Als gegen 13.30 Uhr die Teilnehmer des traditionellen Sonntagsumzugs in Bergerhausen eintrafen, fiel leichter Regen. Als der Zug sich dann um 13.57 Uhr in Bewegung setzte, goss es in Strömen. | ||
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5 Rotkäppchen - das dürfte selbst den bösesten Wolf irritieren. Edith Küppers (2. von rechts) von der Fußgruppe der Kath. Frauengemeinschaft |
Gegen schlechtes Wetter kommen nicht einmal die "gräss"-lichsten Hexen an. Nicht wieder zu erkennen: Michael Grass (ganz rechts) mit seiner Freundin Karin Esser. | |
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| "Wagenengel": Die Jungs von der Löschgruppe Blatzheim um Stadtbrandinspektor Josef Rick (links)... | ... und das "Security-Team" der KG Knollebuure. | |
| Es ist schon lange guter Brauch, dass der Blatzheimer Karnevalszug in Bergerhausen startet. Die Bergerhausener Karnevalsfreunde wissen das durchaus zu schätzen. Immer mehr Familien schmücken ihre Häuser, stellen Tische vor die Tür und Lautsprecher ans Fenster, um die eintreffenden Jecken in die richtige Stimmung zu bringen. Leider scheint einigen Zugteilnehmern der Weg bis zur Sammelstelle "Wasserburg" zu weit zu sein, jedenfalls wurden einige der 36 Gruppen, die der Blatzheimer Ortsvorsteher auf seiner Homepage vorstellt, in Bergerhausen leider nicht gesehen. Vielleicht im nächsten Jahr? | ||
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| Der Karnevalszug verlässt Bergerhausen in Richtung Blatzheim. Obwohl hier viele Menschen wohnen, sieht man am Straßenrand nur wenige Zuschauer, die dem Regen trotzen. Dabei hat der Blatzheimer Karnevalszug auch "Neubürgern" durchaus etwas zu bieten. | ||
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Fotos: David Dohmen (4), Franz-Peter Dohmen (2), Alexander Linden (1) |
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Sonntag, 23. März 2003 |
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Die Verlängerung der Straße "Wasserburg" in Bergerhausen führt als Wirtschaftsweg weiter in Richtung Clemenshöfe. Am Ortsausgang befindet sich eine Doppelkurve, die insbesondere im Sommer auf Grund der Bepflanzung nicht einsehbar ist. Daher können Verkehrsteilnehmer nicht erkennen, ob sich Gegenverkehr nähert. Leider ist die Geschwindigkeit dieser Situation meisten nicht angepasst, so dass es schon häufig zu gefährlichen Situationen gekommen ist. Radfahrer sind besonders betroffen. Ortsvorsteher Klaus Ripp fordert deshalb die Stadt auf, nach Lösungsmöglichkeiten suchen. | |
| (Foto: 30.06.2002, Franz-Peter Dohmen) | ||
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Im Laufe der letzten Jahre
wurden einige Feldwege rund um Blatzheim und Bergerhausen neu asphaltiert.
Bei einer Überprüfung hatte sich nun herausgestellt, dass die Tragschicht
nicht die erforderliche und beauftragte Dicke aufwies. Daher wurde in den
letzten Tagen nachgebessert und jeweils eine zusätzliche Asphaltschicht
aufgebracht.
Nun ist die Fahrbahndecke an vielen Stellen erheblich höher als der vorhandene Randstreifen. Dies ist für Zweiradfahrer äußerst gefährlich. Wenn Radfahrer einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen müssen und auf die Bankette gelangen, ist ein Sturz unausweichlich. Da die Gefahrenstellen noch nicht beseitigt wurden, hat Ortsvorsteher Klaus Ripp sich an den Bürgermeister gewandt. |
Donnerstag, 3. April 2003
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Dienstag, 15. April 2003 22 Monate nach dem Tod ihres Ehemannes Peter, verstarb heute die am 29.9.1920 in Widdendorf geborene Altbäuerin von Gut Geilrath, Sofie Wilkens, geb. Schiffer. (Foto: um 1966, Jakob Dohmen) |
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| Samstag, 10. Mai 2003 | ||
| Viele sonnige Tage bei wenig Niederschlägen haben uns nicht nur einen angenehmen Winter, sondern auch einen schönen Frühling beschert. Was den Menschen angenehm erscheint, ist für unsere Landwirtschaft allmählich ein Problem. Das Austrocknen der oberen Bodenschichten führte zunächst zum Wachstumsstopp und lückigen Beständen beim Winterweizen. Während dieser Umstand durch andere Ertragsfaktoren, wie einer höheren Kornzahl je Ähre und einem höheren Korngewicht ausgeglichen werden könnte, ist die Situation bei den Zuckerrüben, die bei hervorragenden Aussaatbedingungen im März gelegt worden sind deutlich dramatischer. Trockenheit und Frost führten dazu, dass deutlich weniger Samenkörner keimten und statt der normalerweise 90 Zuckerrübenpflanzen auf 10 qm vielerorts nur 15 bis 50 Pflanzen1 wachsen. Viele Landwirte in der Region haben deshalb eine Neusaat vornehmen müssen. Die Regenfälle der letzten Tage haben jedoch inzwischen zu einem kräftigen Wachstumsschub in der Natur geführt. | ||
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| Auf den vorstehenden Fotos, die die östlich unseres Dorfes beim Teschenhof gelegenen Felder zeigen, sind die unterschiedlichen Gegebenheiten gut zu erkennen. Während die Rüben auf dem linken Foto beinahe lückenlos ausgetrieben sind, sind auf dem unmittelbar davor liegenden Rübenacker (Foto rechts) große Leerflächen zu sehen, wo die Keimung ausgeblieben ist. | ||
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(Fotos: 10.5.2003,
Franz-Peter Dohmen Auch die jungen Triebe der Frühkartoffeln haben die Minusgrade nicht überstanden und müssen neu austreiben, so dass die ersten Kartoffeln nicht vor Mitte Juni auf die Märkte kommen werden. Nicht etwa das Ergebnis modernen Kunstschaffens, sondern das Ergebnis moderner Landmaschinen sind die geometrischen Formen des Kartoffelackers auf dem Foto links, das ebenfalls auf den Feldern im Osten von Bergerhausen entstanden ist. |
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Foto rechts: Auch Graswege müssen bisweilen instand gesetzt werden. Der "grüne" Weg, der östlich des Teschenhofs in die Felder zwischen Buchsbaums Maar und Stollenwerkkläranlage führt, ist soeben frisch planiert worden. Nun kann er wieder mit Gras bewachsen. |
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Foto links: Frischer Mutterboden liegt bereit, um die vor Jahresfrist bei Arbeiten mit schweren Traktoren entstandenen Bodenverwerfungen hinter der Remise der Burgmühle einzuebnen. In der Remise richten sich derweil die ersten der zahlreichen polnischen Saisonarbeitskräfte ein, die seit einigen Jahren während der Sommermonate in der Landwirtschaft der Gebrüder Stollenwerk eingesetzt werden. |
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Foto rechts: Am Krümmelshof, dort, wo im vorigen Jahr noch eine Pferdepension betrieben worden ist, sind im Winter die metallenen Koppeleinzäunungen entfernt worden. Nun ist die Natur dabei, sich das Areal zurück zu erobern. |
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Foto links: Direkt an der alten Landstraße, in Richtung zum Friedhof hin, gab es viele Jahre lang einige Kleingärten. Der letzte war von Heinz und Margarete Titze bearbeitet worden. Dann wurde die Fläche bäuerliches Ackerland. In diesem Jahr sind wieder zwei Parzellen für Kleingärten abgetrennt worden. Die rechte Seite wird nun von Josef und Edith Küppers, die bisher einen Großen Garten neben dem Burghof bearbeitet haben, bewirtschaftet. |
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Foto rechts: Familie Simons-Kappas vom Hubertushof hat eine alte Sähmaschine, wie sie bis in die 60er Jahre hinein Verwendung fand, in Stand gesetzt vor ihre Hofeinfahrt gestellt. Dort, wo bestimmungsgemäß das Saatgut eingefüllt wurde, wachsen jetzt Blumen. |
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Foto links: Junge Männer in Röcken - da staunt selbst Bodercollie-Mischling "Sam" (rechts). David Dohmen (links und kleines Bild) spielt die Bass-Drum in einer Schottenmusikgruppe um den Blatzheimer Peter Oepen (Mitte). Derzeit besteht das Ensemble aus neun Männern und einer Frau. Der musikalische Leiter und ein weiteres Mitglied kommen aus Holland, andere aus Blatzheim, Bergheim, Bedburg, Grevenbroich und Stolberg. Peter Oepen, der bereits seit einigen Jahren Dudelsack spielt, hat die Gruppe nach Blatzheim gelotst, wo sie im Keller der Grundschule Probenräume finden konnte. Heute steht ein öffentlicher Auftritt bei einem Schützenfest am Niederrhein an. |
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Sonntag, 11. Mai 2003 Eingeschnürt von Kieswerken, Autobahn, Straßen und Schnellbahnstrecke finden wir jenseits der neu trassierten Bahnlinie im kleinen Weiler Geilrath immer noch einen Rest von ländlicher Idylle, die sich für den Vorbeireisenden hinter Bäumen und Büschen versteckt. Das kleine Dorf wird nach wie vor vom traditionsreichen "Gut Geilrath" - heute ein Doppelhof - beherrscht. |
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| Die jeweiligen Eigentümer der beiden landwirtschaftlichen Betriebe haben rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und sich spezialisiert. Während Familie Schiefer (rechte Hofhälfte) schon früh auf Geflügelzucht setzte, dreht sich bei Familie Wilkens (linke Hofseite) jetzt alles ums Pferd: | ||
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| Peter Wilkens vor seiner Pferdepension "An der Steinheide" | Der ehemalige Futterboden (links) wurde zu Wohnraum. | |
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(Fotos vom |
11.5.2002) | |
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1997 trennte sich Peter Wilkens von seinem Milchvieh, weil der Aufwand der Haltung nicht
mehr dem Ertrag angemessen war. Es wurde beschlossen, den leeren
Rinderstall in einen Pferdestall umzunutzen. Grundgedanke war es, eine
Infrastruktur aufzubauen, die es nicht nur der männlichen Erblinie,
sondern auch der Tiermedizin studierenden Enkelin ermöglichen sollte, sich
später mit ihrem Beruf selbstständig zu machen. Damals wurde auch bereits
der neue Name des Anwesens gefunden, der in Anlehnung an die
Flurbezeichnung im Bereich des Manheimer Erbwaldes "Pferdepension an der
Steinheide" lauten sollte. Baubeginn war Frühjahr 1999. Aus dem alten Kuhstall wurden ca. 250 m² Beton und Erde entfernt, die Futterei bis auf eine Höhe von ca.2,80 Meter abgerissen und mit einer neuen Decke versehen. Ein neuer Boden wurde gegossen, Wasser- und Energieleitungen gelegt, die Wände verputzt und gestrichen und zu guter letzt Pferdeboxen aufgestellt. Lediglich der alte Dachstuhl mit dem Futterboden blieb bestehen. Im Dezember 1998 vermählte sich Petra, die Tochter des Hauses, mit Guido Köllen. Die jungen Leute schmiedeten nun Pläne zum Um- und Ausbau des Futterbodens. Guido Köllen erzählt wie es weiter ging: "Im Sommer 1999 machte meine Frau ein Berufspraktikum in British Columbia/Kanada und anschließend verbrachten wir unsere Flitterwochen im wunderschönen kanadischen Indian Summer. Von dort stammen auch viele gute Ideen für unser Haus. Baubeginn war der "nasse" Sommer 2000, sofort nach dem erfolgreichen beendeten Studium meiner Frau. Der Außenhof wurde geformt, das alte Dach mit dem alten Dachstuhl und ein Schuppen wurden eingerissen (den Dachstuhl haben wir leider nicht mehr retten können, er war sehr wurmstichig und teilweise angefault). Der neue Dachstuhl und die Dacheindeckung konnten jedoch "trocken" errichtet und gedeckt werden. Viele Hände schaffen schnell ein Ende... noch vor dem ersten Schnee im Januar 2001 sind wir eingezogen. Meine Aufgaben auf dem Hof umfassen die Pflege der eigenen Pferde
und Unterstützung meines Schwiegervaters, sollte Not am Manne sein.
Ansonsten bin ich darüber hinaus als Ingenieur bei den Ford-Werken voll
berufstätig. Meine Frau ist derzeit im Veterinäramt des Erftkreises
beschäftigt. Der Gedanke an eine Tierpraxis in Geilrath ist erst einmal in
weite Ferne gerückt. Unsere Stallgemeinschaft sind Freizeit-, Wander-, Distanz- und solche Reiter, die einfach nur Spaß und Freude im Umgang mit ihren Pferden haben wollen. Zur Zeit ist einmal wöchentlich eine Reitlehrerin bei uns (geprüfte Wanderreitführerin), die Pferd und Reiter in einer ruhigen kooperativen Weise ausbildet und korrigiert (altkalifornische Reitweise)." |
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Foto links: Während die "Rösser im Stall" den Lebensunterhalt der Familie sichern, legen die alten "Stahlrösser" in einem Unterstand neben den Weiden Zeugnis ab von der Leidenschaft des Besitzers. Peter Wilkens ist mit Leib und Seele Mechaniker und bastelt gern an alten Maschinen herum. |
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| Montag, 12. Mai 2003 | ||
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| Gegen 11 Uhr schrecken Martinshörner die Menschen in Bergerhausen auf. Die Feuerwehr rückt mit Rettungswagen und schwerem Gerät an, die Polizei geht an der Tankstelle Weyrich in Stellung. Von dort bis zum ca. 150 Meter weiter gelegenen Gebrauchtwagenhandel wird die Hauptstraße blockiert. Die Menschen rätseln, was wohl geschehen sein mag. | ||
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Nach dem Abriss der historischen Toranlage im Herbst
letzten Jahres hatte man heute mit den Restaurierungsarbeiten begonnen.
Dabei sollten mit einem Bagger die Fundamente freigelegt werden. Auf einer
Aushubtiefe von ca. 50 cm stieß man auf einen Gegenstand aus Metall. Bei
Berührung mit der Baggerschaufel sonderte der merkwürdige
Gegenstand übel riechenden Qualm ab. Hatte man eine Gasleitung beschädigt?
Die herbei gerufene Feuerwehr stellte fest, dass es sich um einen Fall für
den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Köln handelt. Weil der aber
noch anderswo im Einsatz war, mussten Einsatzkräfte und Passanten sich in
Geduld üben. Obwohl es ohne weiteres möglich gewesen wäre, den Durchgangsverkehr über die neue Umgehungsstraße am Dorf vorbei zu führen, hatte die Polizei sich zunächst und für längere Zeit in Bergerhausen an der Kreuzung "Wasserburg" und in Blatzheim an der Haagstraße postiert und schickte die Verkehrsteilnehmer auf die Wirtschaftswege. Das klappte mehr schlecht als recht, bis sich oberhalb des Friedhofs zwei große Lastwagen gegenüber standen. Geschäftsleute, wie Hubert Pingen oder Jan Bremer, hatten alle Mühe, die offensichtlich überforderten Beamten davon zu überzeugen, dass wartende Zulieferer völlig gefahrlos bis zu ihren Gewerbebetrieben vorfahren konnten. Kriegsfolgeschäden, 58 Jahre danach... |
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Gegen 16.15 Uhr legte Feuerwerker Hellmut Bauer dann
die Überbleibsel einer Mörsergranate der US-Army frei, die hier seit der Invasion im Februar 1945 im Boden ruhte.
Das Geschoss war zwar seinerzeit bereits explodiert, enthielt aber noch
Reste von Phosphor, das bei der Berührung mit Sauerstoff wieder aktiv
wurde. Auf dem Foto oben rechts sieht man die Reste
der Geschosshülse. Bei dem hellen Brocken im Vordergrund handelt es sich
um die immer noch hochgradig ätzenden Phosphorreste.
Um 16.30 Uhr war das Bodendenkmal der etwas anderen Art sicher in einer mit feuchter Erde ausgekleideten Metallkiste verstaut und das Leben im Dorf konnte wieder seinen gewohnten Gang nehmen. Nicht immer wurde um die Überbleibsel aus dem Krieg soviel Aufhebens gemacht. Als mein Großvater Kaspar Dohmen 1945 in unserem Garten eine (scharfe) Granate fand, zog er kurzerhand den Sicherungsring und ließ das Ding im Neffelbach explodieren. Johann Linden aus der Bahnstraße transportierte gar eine große Fliegerbombe, die als Blindgänger in seinem Garten gelandet war, auf dem Rodelschlitten zur Dorsfelder Müllkippe um sie dort zu entsorgen. Und noch in den 60er Jahren lief die "offizielle" Entsorgung von Kriegslasten folgendermaßen ab:
Gemeindearbeiter: "Bürjemeester, höck hamme wedder su e Zeuch usem Kreech
gefonge." |
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| Montag, 19. Mai 2003 | ||
| Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb heute Katharina (Netti) Watteler, geb. Filz, die Ehefrau des Dorsfelder Landwirts Michael Watteler. Netti Filz war am 18.10.1924 geboren. | ||
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Samstag, 31. Mai 2003 Gleich zweimal Polterabend auf traditionsreichen Bauernhöfen: Auf Gut Onnau feierte Familie Lüpchen und auf dem Teschenhof in Bergerhausen (unten) feierte Familie Grass. Solche Polterabende bei alteingesessenen Bauernfamilien haben immer noch den Charakter eines Volksfestes, an dem viele Menschen aus dem Dorf und viele von auswärts kommende Freunde und Angehörige teilnehmen. |
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| Zum Auftakt fuhr der Kleinlaster eines Dachdeckerbetriebes mit gewerbetypischer Beladung vor. | ||
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Das traditionelle Zerschmeißen von Porzellan (Foto
links) ist bei diesen Polterabenden bisweilen nur der Auftakt. Da im
Umfeld der Landwirte kein Mangel an Transportmitteln herrscht, können die
Brautleute niemals sicher sein, was im Laufe eines Abends da so alles
heran gekarrt wird.
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| Von diesem beängstigend großen Kipper purzelte ein einzelnes Porzellanstück. | Brisantes hatte dieser gemütlich wirkende Zug geladen: Sondermüll... | |
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| "Glück" verhieß dann wieder dieser riesige Truck. | Den finalen Showdown lieferte die Firma Maaßen mit gleich zwei Großkippern: Dachpfannen, die gut und gerne zum Eindecken eines ganzen Bauerngutes gereicht hätten. | |
1 Landwirtschaftliche Correspondenz Nordrhein, Ausgabe 17 vom 24.04.2003