Dorfchronik Bergerhausen - Weihnachten 2002
Eindrücke vom vermutlich schönsten
Weihnachtsmarkt zwischen Köln und Aachen...

...dem Kerpener Weihnachtsmarkt auf Burg Bergerhausen
Freitag, 20. Dezember 2002
Mit einem Auftritt des Kinderchors der Blatzheimer Grundschule und einer Ansprache von Kerpens Bürgermeister Ralf Valkysers begann um 17 Uhr der 2. Historische Weihnachtsmarkt der Stadt Kerpen auf dem Bergerhausener Burggelände.
Nachdem der erste Weihnachtsmarkt im vorigen Jahr zu einem Überraschungserfolg geworden war, hatte sich die Stadt entschlossen, den offiziellen Weihnachtsmarkt der Stadt Kerpen in Bergerhausen zu belassen. Familie Stollenwerk stellte dafür gern wieder kostenlos ihren Grundbesitz zur Verfügung, diesmal sogar den Innenhof des Wirtschaftsgebäudes. Dadurch steht in diesem Jahr eine deutlich größere Fläche zur Verfügung und die Atmosphäre ist noch ein beträchtliches Stück romantischer als zuvor.

Auf das Aufstellen eines Festzeltes konnte man verzichten, weil gerade rechtzeitig zum Beginn des Weihnachtsmarktes die Renovierungsarbeiten in der alte Remise abgeschlossen werden konnten. Dieser Gebäudebereich ist Teil des geplanten Museums, in dem einmal die von Josef Stollenwerk gesammelten Lanz-Traktoren ausgestellt werden sollen. Heute diente der Raum als Konzertsaal sowie als Ausstellungsraum für die Gemälde eines der circa 50 Beschicker des Marktes und präsentierte sich damit als erstklassiger Veranstaltungsort. Das wäre genau das, was unserer Stadt für kulturelle Veranstaltungen fehlt. Wie schön wäre es, wenn die Eigentümerfamilie und die Stadt das genau so sehen würden, wie der Verfasser...

Die alte Remise erstrahlt nach den soeben abgeschlossenen
Renovierungsarbeiten in neuem Glanz. Das Ziegelmauerwerk wurde frei gelegt und
teilweise neu verputzt. Die Decke wurde zwischen den alten Trägern gewölbeartig
ausgestaltet. So entstand ein Raum, der sich hervorragend für
Ausstellungen und Konzerte eignet.
Das Konzert der "Maryland Jazzband of Cologne" bildete den Höhepunkt des ersten Weihnachtsmarkttages. Die von dem Horremer Gerhard "Doggy" Hund im Jahre 1959 zunächst als Schülerband gegründete Combo gehört zweifellos mit zum besten, was die deutsche Jazz-Szene zu bieten hat und erfreut sich internationaler Erfolge. Ihr heutiges Programm bestand vorwiegend aus weihnachtlichen Titeln, aber auch beliebten Jazzklassikern, die "Doggy" insoweit als "weihnachtlich" bezeichnete, weil sie einfach Freude machen und Weihnachten ja das Fest der Freude ist.

Die Remise als perfekte Umgebung für den "Preservation Hall
Sound" der Maryland Jazzband of
Cologne, die in ihrer derzeitigen Besetzung besteht aus
(v.l.n.r.): Gerhard "Doggy Hund (Posaune), Jan Wouters (Trompete und Gesang),
Reinhard Küpper (Schlagzeug), Markus "Benny" Dombrowe (Bass),
Hans-Martin "Büli" Schöning (Banjo und Gitarre) und Georg "Schroeder" Derks
(Piano)
In einer Pause begleitete Bandleader Hund den Kinderchor der Ulrichschule Sindorf auf dem Keyboard. Dabei kamen dann auch jene Zuhörer auf ihre Kosten, denen traditioneller klingende Lieder eher liegen, als fetziger New Orleans Jazz.
Samstag, 21.Dezember 2002
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Gibt es in der Region einen
schöneren Weihnachtsmarkt, als den von Bergerhausen? Von nah und fern
strömten heute die Besucher herbei und genossen das einzigartige Ambiente
der Budenstadt zwischen Burg und Schloss. Zwischen den vielen, zum Teil von weither angereisten Marktbeschickern fand man auch zwei einheimische Stände: Wie bereits im Vorjahr verkaufte der junge Moritz Mertens neben hochwertigen Edelstahlprodukten aus der Manufaktur seines in Solingen produzierenden Vaters und saure Gurken aus der Produktion seiner Bergerhausener Familie Stollenwerk. Zum ersten Mal boten Karin und Norbert Knipprath (Foto rechts) ihre frisch zubereiteten köstlichen Crêpes und Waffeln an. Sie haben gut Lachen, denn im Vergleich zu anderen Märkten dieser Art, gibt es in Bergerhausen nicht allzu viele "Fressbuden", dafür um so mehr Kunsthandwerkliches und Geschenkartikel. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, dürfte in Bergerhausen kein Problem haben, fündig zu werden. Den musikalischen Rahmen gestalteten heute unter anderem der gemischte Chor "Apollo", der Akkordeonclub "Erftlandspatzen", "Die jungen Trompeter" sowie der Posaunenchor der Evangelischen Gemeinde Kerpen. Der unterhaltungsmusikalische Höhepunkt war jedoch zweifellos der Auftritt des britischen Popstars und bekennenden Blatzheimer Bürgers Graham Bonney, der teils Solo, teils zusammen mit dem Blatzheimer Kinderchor Pop- und Countrysongs sowie Weihnachtliches darbot und es verstand, die zahlreichen Zuschauer nicht nur gesanglich, sondern auch mit Herz und Witz für sich einzunehmen. |
Als Gast präsentierte Graham Bonney seinen alten Freund und Weggefährten "Mr. Pumpernickel" Chris Howland, der mit ein paar bissigen Bemerkungen über den nun seit fast einem Jahr geltenden Zahlungsmittel Euro zu seinem Schlager vom "Sparschwein" überleitete.

Graham Bonney (links), Chris Howland (Mitte), Musiklehrerin
Gabriele Lörcks
(rechts) und die Blatzheimer Schulkinder begeisterten die zahlreichen
Besucher
des Weihnachtsmarktes. Bürgermeister Valkyser (im Hintergrund) dankte später
Graham Bonney, dass er zu Gunsten bedürftiger Kerpener
Kinder
auf seine Gage verzichtet hat. Von dem Betrag soll im nächsten Jahr eine
Kinderferienfreizeit finanziert werden.
Für alle Besucher von außerhalb ist der Weihnachtsmarkt ein Erlebnis für die Sinne. Dem Auge gefällt das farbenfrohe Treiben vor der Kulisse der alten Burg- und Schlossmauern, die Nase wird gekitzelt von den vielen angenehmen Düften und das Ohr erfreut sich an den Klängen weihnachtlicher Musik.Für die Bergerhausener ist es eine der wenigen Gelegenheiten, seine Mitbewohner oder alte Freunde zu treffen.

Sonntag, 22. Dezember 2002

Karl
J. Nelbach, der "Krippen-Karl" aus Horrem, vor seiner unvollendeten "lebenden
Krippe"
mit Schafen, denen vom Blatzheimer Schafschlachthof eine Galgenfrist
gewährt worden ist.
Den ganzen Tag über wollte es nicht aufhören zu regnen und der dritte Markttag drohte buchstäblich ins Wasser zu fallen. Der Männergesangverein Horrem und der Jugendchor Buir mussten dementsprechend mit wenig Publikum vorlieb nehmen. Immerhin konnte man den "Weihnachtlichen Märchen für Kinder" in der heimeligen Remise lauschen.

Doch kurz vor Einbruch der Dunkelheit ließ der Regen nach und bald darauf strömten wieder zahlreiche Besucher herbei, die sich an den kölschen Weihnachtsliedern der Mundartgruppe "De Brelleschlange" erfreuen konnten.





Fazit
Trotz der vorwiegend nasskalten Witterung war der Weihnachtsmarkt für die Besucher ein Erlebnis und für die Marktbeschicker ein Erfolg. Die Stadt Kerpen und die Organisatoren können stolz auf ihre Märkte sein, denn wie schon der weit über die Grenzen Kerpens bekannte und beliebte Trödelmarkt im Mai, hat auch der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände von Burg Bergerhausen das Potential, zu einer festen Größe zu werden im Terminkalender der Stadt, der Händler und Künstler, sowie der Besucher aus nah und fern.
Man darf zuversichtlich sein, dass es auch im nächsten Jahr - vom 19. bis 21. Dezember 2003 - wieder einen Weihnachtsmarkt in Bergerhausen geben wird. Dort möchten wir dann gern auch einmal Spezialitäten aus Bergerhausener (z.B. Sauerkraut und Kartoffeln) essen. Und wenn die Familie Stollenwerk und einschlägige Agenturen erkennen sollten, welch erstklassigen Veranstaltungsraum die neue alte Remise abgibt, könnten wir Kleinkunst oder musikalische Leckerbissen wie das Konzert der Maryland Jazzband vielleicht auch einmal zwischen den Weihnachtsmärkten genießen...
Zu guter Letzt:

Gute Geister, die im Hintergrund wirken, damit wir alle ungetrübt
feiern können: Die jungen Männer vom Löschzug Blatzheim kümmerten sich an den
drei Markttagen um die Sicherheit auf dem Gelände und regelten den
Verkehrsfluss. Die ebenfalls ehrenamtlichen Helfer der DRK-Gruppe Blatzheim
boten einen Fahrdienst von Blatzheim nach Bergerhausen an und standen für
eventuelle Notfälle bereit.