Dorfchronik Bergerhausen - Das Jahr 1999


   
Freitag, 11. Juni 1999

Aus Anlass der bevorstehenden Hochzeit ihres Sohnes Willi, richtet die Familie Stollenwerk ab 18.00 Uhr ein großes Fest aus, an dem nicht nur Freunde und Verwandte des Brautpaares teilnehmen dürfen, sondern die gesamte Einwohnerschaft von Bergerhausen.




 

Auf dem Schlossturm wehen Fahnen und der Batterieturm ist zur Besichtigung geöffnet. Von hier oben kann man das bunte Treiben zu seinen Füßen gut überblicken, denn der gesamte Burghof wurde zum Volksfestplatz mit Kettenkarussell, Schieß- und Wurfbuden, Hau den Lukas sowie verschiedenen Imbiss- und Getränkebuden. Auf einer Bühne spielte die Big Band von Matthias Dick zum Tanz auf und Karnevalsgrößen wie das Süper-Duett, Ludwig Sebus und Marie-Luise Nikuta sorgen für eine fröhliche Stimmung.



Foto oben: Kettenkarussell auf dem Schlossplatz
Foto links: Das Süper-Duett

(Fotos: Franz-Peter Dohmen)

 

Samstag, 19. Juni 1999

Ein liebevoll hergerichteter zweisitziger Lanz Bulldog-Traktor dient als Hochzeitskutsche für das schmucke Hochzeitspaar Willi Stollenwerk und Sabine Mertens. Sabine Mertens, Tochter eines Maschinenfabrikanten aus Solingen, wird zusammen mit ihrem Sohn Moritz und ihrem Bergerhausener Ehemann in den nächsten Tagen das Herrenhaus der Vorburg beziehen.




Das Haus wurde in den letzten Monaten von Grund auf renoviert. Aber nicht nur das alte Gemäuer wurde hübsch herausgeputzt; Landschaftsgärtner zauberten aus dem verwilderten Umfeld einen schön gestalteten Garten mit Garagenzufahrt und legten seitlich des Hauses und in seinem Eingangsbereich Blumenbeete an.

Digitalfoto: Franz-Peter Dohmen, 19.12.1999

 


3. November 1999

Josef Fischer, der letzte Pächter des Krümmelshofes, verstirbt. Er hatte sich eine stille Beisetzung gewünscht, so daß sein Ableben nicht einmal öffentlich bekannt gemacht wird.


18. November 1999

Nach ersten unbestätigten Gerüchten sollen die noch vorhandenen Restgebäude des Krümmelshofes abgerissen werden um Platz für eine aus 15 Reihenhäusern bestehende Wohnsiedlung zu machen. Franz-Peter Dohmen weist Ortsvorsteher Klaus Ripp auf das Gerücht hin und beantragt, sich Falle möglicher Bebauungen für den Erhalt der Obstwiesen (des alten Bungerts) und die Gewährleistung eines weiterhin unverbauten Blicks von der Dürener Straße auf Schloss Bergerhausen einzusetzen.


5. Dezember 1999

Wenn von Brauchtum die Rede ist, meint man meistens ein seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten wiederkehrendes Ritual. Kaum jemand weiß, wie und warum alles angefangen hat. Doch zur Zeit können wir die Entstehung einer volkstümlichen Tradition in unserer Region unmittelbar miterleben - bei den dörflichen Adventskalendern. Angefangen hat es im Jahre 1991 in Alt-Kaster und wurde dann in Manheim, Mödrath, Blatzheim, Thorr, Fliestedten und Pulheim aufgegriffen: Die Dorfbewohner schmücken 24 Fenster verschiedener Häuser, an jedem Tag wird eins geöffnet. Im vorigen Jahr hatte Familie Josef Küppers, Dürener Straße 93, in Bergerhausen damit angefangen und auch in diesem Jahr wird Blatzheim und Bergerhausen wieder ein riesiger Adventskalender.


Jeden Tag wird um 18.00 Uhr ein weiteres Fenster mit dem Logo der Bücherei geöffnet. Wer das Fenster findet, kann auch am Adventskalenderrätsel teilnehmen. Das erste Fenster wurde traditionell in der Bücherei mit Glühwein und Süßigkeiten, mit Gedichten und Liedern geöffnet. Auch bei vielen anderen Fenstern gibt es Glühwein und Süßigkeiten.1

Familie Pingen, Dürener Straße 45, dekoriert ein Fenster als 5. Türchen. Bei kühlen Temperaturen wärmen sich etwa 12 Gäste aus Blatzheim und aus der Nachbarschaft bei Glühwein in der Wohnung von Familie Michael Pingen.


Foto: Franz-Peter Dohmen, 5.12.1999

 

 

        

 

 

1 vgl. Musick, Anja, Ein Dorf als Kalender, Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 283, 3.12.199, SBG 11 und Ripp, Klaus, www.kerpen-blatzheim.de, 1.12.1999