Dorfchronik Bergerhausen - Das Jahr 1982

 
Freitag, 15. Januar 1982

Foto vom 15.1.1982: Franz-Peter Dohmen

Winterliche Impressionen von Burg Bergerhausen. Rechts im Bild erkennt man vor der alten Remise ein Gehege. Dort wurde in den 60er Jahren ein Fuchs gehalten.

   

Oben: Der alte Burgfried mit dem Eingang zum Privatgarten des Schlossherren

Links: Wintersport auf dem Schlossweiher

   
Sonntag, 21. Februar 1982


Foto: Franz-Peter Dohmen
 

Straßenkarneval in Bergerhausen. Heinrich Steinke in einem aufsehenerregenden Kostüm. Oder wird er von einer Frau getragen?
 
April 1982

In dem kurze Zeit erschienenen Mitteilungsblatt der Stadt, „Blickpunkt Kerpen“, ist zu lesen, dass wir in der Tradition des früheren Dorfpolizisten einen Bezirksbeamten bekommen haben. Es ist Polizeihauptkommissar Ulrich Marz. Der 32 Jahre alte Abwesenheitsvertreter des Wachleiters PHL Hans Schubmehl ist zuständig für den Bezirk III, der neben Bergerhausen auch die Stadtteile Blatzheim und Langenich umfasst.1

 

 

Samstag, 22. Mai bis Samstag, 12. Juni 1982

Im Rahmen der Stadtmeisterschaft vom 22. Mai bis 12. Juni 1982 feiert der Fußballverein SC Bergerhausen 1957 e.V. offiziell sein 25jähriges Bestehen. In der aus diesem Anlass herausgegebenen Festschrift findet sich ein Überblick über die bisherige Entwicklung des Vereins:

Anfangs spielte man aus Spaß am Fußball in der 3. Kreisklasse Bergheim-Süd, so dass in diesen ersten Jahren noch recht rar waren und man über einen Tabellenplatz im unteren Drittel nicht hinaus kam. Ab 1965 wurde die Bergerhausener Mannschaft spielerisch stärker und man konnte sich Jahr für Jahr weiter in der Tabelle verbessern, bis endlich in der Spielserie 1969/70 der Aufstieg in die 2. Kreisklasse gelang.“

In dieser Spielklasse konnte man sich dann zwölf Jahre lang halten. Mit dem Aufstieg 1970 setzte auch der Zulauf von Spielern aus dem benachbarten Langenich und anderen Orten der nahen Umgebung ein, so dass man sofort eine zweite Mannschaft und im Jahre 1978 sogar eine dritte Mannschaft anmelden konnte. Überhaupt scheint das Jahr 1978 den Höhepunkt der Vereinsgeschichte zu markieren, denn in diesem Jahr wurde man Vizestadtmeister. Dabei war es ausgerechnet der starke örtliche Konkurrent SV Blatzheim, der den „SC B“ nach großartigen Siegen in der Zwischenrunde im Endspiel um den erhofften Meisterschaftstitel gebracht hat.2

Da gegen Ende der Achtziger Jahre der Nachwuchs ausblieb, musste der Spielbetrieb eingestellt werden.3

 



Juni/Juli 1982

Der diesjährige „König der Schützen“ ist ein ganz besonderer: Max Karlisch wurde in diesem Jahr Bezirksschützenkönig.4



(Foto: Festschrift 150 Jahre Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim, 1999)


 

August 1982


Ansicht der Clemenshöfe von Norden her.
Im Hintergrund links Gut Onnau und rechts Forsthaus Bergerbusch
 


Ansicht der Clemenshöfe von Westen her.
Links der Hof von Familie Färber/Zens, rechts der Hof von Familie Pesch.
 


Gut Giffelsberg von Osten her.

 

Sonntag, 19. September 1982


(aus der Festschrift 5 Jahre Psychotherapeutisches Institut Burg Bergerhausen)


Das Psychotherapeutische Institut Burg Bergerhausen lädt zum Herbstfest ein. Man kann sich über die Arbeit des Instituts informieren, es gibt ein „Kinder-Burg-Fest“, Ponyreiten, Trödelmarkt, Magenschmaus usw. Vor allem aber wird endlich einmal die Möglichkeit geboten, sich das Schloss von innen anzuschauen. Viele Anlieger der Burg haben die se Möglichkeit zum ersten mal in ihrem Leben. Dementsprechend groß ist das Interesse der Menschen, die rings um die Burg wohnen.

 

 
 
Mittwoch, 22. September 1982

So eine Veranstaltung im Dorf, bietet eine der seltenen Gelegenheiten, mit anderen Dorfbewohnern, die man nicht täglich auf der Straße treffen kann, ins Gespräch zu kommen. Dabei war festzustellen, dass das Bedauern über die zunehmende Vernachlässigung und Zerstörung des Parks groß ist. Ich reichte deshalb einen Brief bei der Presse ein, in dem ich auf die Problematik hinwies.

Dabei kam mir ein Zeitungsartikel (Foto links) zustatten, in dem über eine Aktion der Blatzheimer Jungen Union zur Rettung der maroden Holzbrücke zwischen Blatzheim und Bergerhausen berichtet wurde.5

 

 

Freitag, 1. Oktober 1982

Die Presse nahm sich der Sache an und brachte einen großen Artikel über die Verwahrlosung des Schlossparks. Darin heißt es unter anderem:

"Es begann wohl mit einem Eingriff in den 60er Jahren, als das hochwassergefährdete Flußbett des Neffelbachs begradigt wurde. Der Versicherungsangestellte aus Bergerhausen bezweifelt zwar nicht die Notwendigkeit dieser Maßnahme, doch fragt er sich, ob es nötig war, die romantischen Windungen des alten Bachlaufs verschwinden zu lassen. Die Abzweigung zu einer Wasermühle, die von malerischer Schönheit gewesen sein muß, wurde rigoros zugeschüttet.

Schon damals verlor der Park erheblich an Attraktivität. In den letzten Jahren wurden Tiefbauarbeiten im Park durchgeführt. Er wurde in seiner ganzen Länge aufgerissen. 'Was dem Bagger im Weg stand, verschwand', erregt sich der Bergerhausener.

Wohl nicht zu Unrecht, denn nachdem die Gräben wieder zugeschüttet wurden ist nur notdürftig neues Gras eingesäht worden. Die ursprüngliche Bepflanzung wurde nicht ersetzt.

Das waren die spektakulärsten Eingriffe in diese Idylle von Kerpen. Was aber Franz-Peter Dohmen am meisten aufregt, ist die offensichtliche Lieblosigkeit, mit der der Park rund um das Wasserschloß des Freiherrn behandelt wird. Er hat bislang noch nicht einmal erlebt, daß ein abgestorbener Baum durch einen neuen ersetzt worden wäre. Bänke verschwinden, oder angelegte Wege verwildern, während anderswo Trampelpfade entstehen."6

 

 

Auf dem Foto links sieht man die Wiese vor dem Bau des Abwasserkanals und der Nutzung als Sommerferienlager.

Nachher (Foto unten vom 17.10.1982): Der Wandelpfad ist verwildert, Bäume fehlen, Unrat und wilde Fahrspuren haben die Idylle zerstört. Nur ein Beispiel von vielen, wie der alte Landschaftspark verkommt.

Fotos: Franz-Peter Dohmen

 

 

Oktober 1982

Aktion der Jungen Union erfolgreich: Brücke im Burgpark wird renoviert“7, „Der Freizeitwert des Burgparks Bergerhausen muß erhalten bleiben“8, „Schloßpark Bergerhausen: Nach städtischen Erdarbeiten vergaß man Neubepflanzungen“9, „Stadt soll sich um den Park kümmern“10, „Verbesserungen für den Burgpark gefordert“11, „Weitere Aktionen im Burgpark gefordert“12 - dies alles sind Schlagzeilen aus verschiedenen regional erscheinenden Zeitungen aus der Zeit vom 13. Oktober bis 27. Oktober 1982. Die Stadtverordneten Bernhard Ripp (CDU) und Richard Kuntze (SPD) fordern gemeinsam, dass die Stadt sich mehr um unseren Park kümmern muss. Die Junge Union kann erfolgreich die Holzbrücke an der Grenze zwischen Bergerhausen und Blatzheim instand setzen und die Blatzheimer SPD will Ersatzbepflanzungen vornehmen. Schöne Beispiele, wie politische Gegner durch gemeinsames Handeln etwas Positives für die Menschen in unserer Region bewirken können.

 

 

Anzeigen aus der Festschrift 25 Jahre SC Bergerhausen

 

 

 
 

          

 

1Bergstein, Josef, Öffentliche Einrichtungen in Kerpen, Blickpunkt Kerpen, April 1982, S. 9

2vgl. Festschrift des SC Bergerhausen zum 25jährigen Bestehen im Jahre 1982

3Auskunft Michael Pingen, 5.12.1999

4vgl. Onnau, Hans Elmar, Festschrift 150 Jahre Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim, 1999, S. 83

5Kölnische Rundschau vom 22.9.1982

6Kölnische Rundschau vom 1.10.1982

7Kölnische Rundschau vom 13.10.1982

8Werbe-Post vom 27.10.1982

9Werbe-Post vom 20.10.1982

10Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.10.1982

11Werbe-Post vom 13.10.1982

12Kölnische Rundschau vom 15.10.1982