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Juni/Juli
1980
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![]() (Fotos: Festschrift 150 Jahre Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim, 1999) |
| Montag, 28. Juli 1980 |
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Bernhard Ripp und Jakob Dohmen gratulieren Josef Stollenwerk (rechts) Josef Stollenwerk feiert seinen 50. Geburtstag und die Burgmühle erlebt ein großes Fest. Einer der Höhepunkte ist der Vortrag des Kumedemachers der Roten Funken, Max Hellrung. Er schildert in Reimform die vielen Streiche, für die das Geburtstagskind (nicht nur) bei den Funken berüchtigt ist. Eine Kostprobe davon gab es bereits weiter oben, unter dem 28. Juli 1962. |
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Die
Festtafel im Hof der Burgmühe - (Fotos: privat/Stollenwerk,
Sammlung Jakob Dohmen) |
| In weiteren Strophen berichtet Hellrung, wie Knolle Jupp Vater von Zwillingen wurde, wie er als Rattenfänger von Hameln mit zwei Dutzend lebenden Mäusen den Funkenball aufmischte oder sich als Landstreicher in ein Nobelhotel in Bad Dürkheim Einlass verschaffte. Ausgerechnet an Weiberfastnacht gab es Telefonterror beim Funkenvorstand. Hinterhältig hatte Jupp eine Zeitungsanzeige geschaltet, worin der neue Vorstands-Mercedes für läppische 2.000 Märker angepriesen worden war. Recht sauer muss die Funkenfrauen ein Geschenk aus der Stollenwerk'schen Konservenfabrikation gemacht haben. Großzügig mit Gläsern voll saftig roter Schattenmorellen bedacht, entpuppte sich die damit belegte Torte als ungenießbar: Die Kirschen waren in Gurkenbrühe eingelegt. Oder können Sie sich eine Karnevalssitzung ohne Musik vorstellen? Dazu nochmals ein Original-Textauszug aus Lobgesang un Moritat Knollejupp weed 50 Johr: |
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Häresitzung ohne Musik, |
Eine
Herrensitzung ohne Musik, |
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wor vieeleich en Atmosphäre, |
Das
war vielleicht eine Atmosphäre,
* = Musikkapelle
Hardy von den Driesch |
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Öm
3 Uhr säät wödig dr Literat: |
Um
15 Uhr sagte wütend der Literat: |
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De
Funke sin gewess nit bang, |
Die
Funken sind gewiss nicht bang, |
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Jetz
es en halv Johrhundert vörbei, |
Jetzt
ist ein halbes Jahrhundert vorbei, |
| August
1980 Am Himmel über Bergerhausen taucht ein fremdartiger Flugzeugtyp auf, die A-10 A Thunderbolt II, das sogenannte Warzenschwein, ein Flugzeug, das speziell zur Bekämpfung von Panzern entwickelt wurde. Es gehört zu einer US-amerikanischen Staffel aus Bentwaters/GB, die mit einem Kontingent in Nörvenich stationiert ist.2 Bei Übungsflügen über den Feldern der Umgebung kann man die waghalsigsten Flugmanöver beobachten. |
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Freitag, 26. September 1980 Stadt Kerpen und Stadtjugendring veranstalten im Schloßpark ein Open-Air-Festival. Für einen Eintrittspreis von 4,50/6,00 DM wurde gute deutsche Rockmusik geboten. Was ein kleines Woodstock-Festival hätte werden können, wurde zu einem Flop. Alles in allem überwog die Zahl der Akteure deutlich die der Zuschauer. |
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| 1980 In diesem Jahr verstirbt Bernhard Cremer, geboren in Nörvenich, als Mühlenarbeiter nach Bergerhausen gekommen und Mitglied des letzten Blatzheimer Gemeinderates.
1980/1981 Nach nur 15 Jahren heißt es, dass die Kanalisation und die Kläranlage den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Es entsteht eine neue Kanalisation entlang des Neffelbachs. An der Ortsgrenze zwischen Bergerhausen und Blatzheim wird ein unterirdisches Regenüberlaufbecken und ein Schneckenpumpenwerk gebaut.
Über dem Kanal wird ein neuer Weg angelegt, der jetzt eine zusätzliche Variante für Spaziergänge oder Fahrradtouren im Park ermöglicht. Die Baumaßnahmen quer durch den Park haben aber nicht nur einen schönen neuen Spazierweg gebracht, sondern auch einiges an Bepflanzung zerstört.
Unser
Brauchwasser wird jetzt durch den Kanal bis in den Nordkreis geleitet
und dort geklärt. Die Kläranlage im Wäldchen bei
Blatzheim wurde stillgelegt und soll sich zu einem Biotop entwickeln. Da wir gerade von Wasser die Rede ist und weil der Neffelbach dem heutigen Betrachter wie ein schmuckloser Graben erscheinen muss, soll er als unser Hausfluss an dieser Stelle nochmals eine Würdigung erfahren: Wer sich die alte Landkarten unserer Region ansieht, sieht den Neffelbach als einen windungsreichen Flusslauf und wer sich einmal die geographische Struktur der Neffel-Landschaft ansieht, stellt fest, dass er in dem ansonsten flachen Land unserer Heimat inmitten eines mehrere hundert Meter breiten Tals dahinfließt. Wer sich etwa von Dorsfeld oder vom Flugplatz Nörvenich her unserem Dorf nähert, sieht kaum mehr als die Dächer unserer Häuser. Dadurch wird deutlich, wie der jetzt so kleine Bach im Laufe der Jahrhunderte die Landschaft gestaltet hat. Sein Überschwemmungsgebiet ist gut erkennbar auf der Strecke zwischen der Blatzheimer Kommandeursburg und dem Ortseingang von Bergerhausen im Bereich der Wiesen zwischen der alten Bundesstraße und den südlichen Teilen des Parks. Auch ohne die Bezeichnung Neffel-Strohm in der Tranchot-Karte von 1806 zu bemühen, ist leicht nachvollziehbar, dass der Neffelbach in früheren Zeiten wesentlich mehr Wasser geführt haben muss. Abgesehen von dem bei den Mühlbachwehren entstandenen Rückstau, ist es heute so, dass der Wasserleitungsverband Neffeltal-Gemeinden bereits im Quellgebiet in großen Mengen Trinkwasser abpumpt. Das übrigbleibende Bächlein wäre nicht mehr in der Lage, die großen Mühlräder früherer Zeiten anzutreiben, von denen es allein auf seinen ersten fünf Kilometern 6 Stück gab. Außerdem konnte ich bei einem Besuch der Neffelbachquelle im Spätsommer 1999 feststellen, dass die in die in der Landschaft auszumachende Vertiefung des Quellenbereichs trocken gefallen ist und die Quelle erst an einer tiefer liegenden Stelle aus der Erde austritt. Die Quelle befindet sich in einer beschaulichen Hügellandschaft im Dreieck der Ortschaften Vlatten-Berg-Wollersheim, etwa 2 Kilometer oberhalb der in Straßenkarten verzeichneten Gödersheimer Mühle. Der Bach durchfließt auf einer Länge von 5 km zunächst einen Muschelkalkrücken, was den relativ hohen Kalkgehalt des somit harten Neffelbachwassers erklärt und danach dann bis zu seiner Mündung in die Erft durch das Lößgebiet der Zülpicher Börde. Er ändert dabei seine nord-östliche Richtung bei Bessenich. Ab Blatzheim, dem sogenannten Neffelbachknie, fließt der Bach in östlicher Richtung weiter bis zur Mündung in die Erft und legt bis dahin ungefähr 40 Kilometer zurück. Das Einzugsgebiet des Neffelbachs umfasst 234 qkm. Der stetige, starke Wasserabfluss ist mit den wasserstauenden und -speichernden Gesteinsschichten im Quellgebiet zu erklären. Dort und im Bereich seines wichtigsten Zuflusses, des Muldenauer Bachs, liegen die mittleren Jahresniederschläge bei 650 mm. Zwischen Embken und Oberbolheim liegen die Niederschläge unter 600 mm, bei Geich sogar unter 550 mm. Damit ist die Zülpicher Börde das niederschlagsärmste Gebiet innerhalb der niederrheinischen Bucht. Die Neffelbachquelle liegt über 270 m über NN und die Mündung 78 m über NN. Das ergibt ein durchschnittliches Gefälle von ungefähr 5 Meter pro Kilometer. Dabei beträgt es im Oberlauf 11 bis 20 Meter pro Kilometer, während es im weiteren Verlauf lediglich 2,4 Meter pro Kilometer ausmacht.3 |
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Anzeige aus einer Festschrift des TV Viktoria Blatzheim e.V., 1980 |
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1vgl. Onnau, Hans Elmar, Festschrift 150 Jahre Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim, 1999, S. 83 2Informationsschrift des Jagdbombergeschwaders 31 Boelcke, 1983, S. 55 3Zang, Jochen/Zens, Reinhard, Zur Geographie des Neffeltales, Jahrbuch des Kreises Düren 1978, S. 52 ff. |