Dorfchronik Bergerhausen - 1968 bis 1970 

 
12. Februar 1968

Heute verstarb der am 6. Juli 1968 in Bergerhausen geborene Wilhelm Dohmen. Lange Zeit hindurch war Wilhelm ein eifriger Kirchenchorsänger und Mitglied der Kath. Arbeiter- und Männerbewegung.

 

19. Februar 1968

Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Gemeinde Blatzheim ihre Eigenständigkeit verlieren wird. Im Rat herrscht Einvernehmen, dass ein freiwilliger Zusammenschluss der Gemeinde Blatzheim mit den übrigen amtsangehörigen Gemeinden „später auch jede Möglichkeit ausschließen muss, der neuen Großgemeinde auch die Gemeinden Sindorf und Horrem zuzuschlagen.“ Erforderlichenfalls sollte aber eine Großgemeinde mit Blickrichtung auf eine Einbeziehung Türnichs weiter verfolgt werden. Es wird einstimmig der Beschluss gefasst:

„Im wohlverstandenen Interesse der Bevölkerung schließt sich die Gemeinde Blatzheim mit den beiden amtsangehörigen Gemeinden, Stadt Kerpen und Gemeinde Mödrath, freiwillig zu einer Großgemeinde unter dem Namen „Stadt Kerpen“ unter dem Vorbehalt gleichlautender Beschlüsse der Vertretungen der Stadt Kerpen und der Gemeinde Mödrath zusammen.“

Die Verwaltung wird beauftragt, in den beiden genannten Gemeinden entsprechende Beschlüsse für einen freiwilligen Zusammenschluss zu erwirken.


1. April 1968

Der in Bergerhausen, Hauptstraße 43, wohnende Ludwig Huff rückt für die ausgeschiedene Emmy Ullisperger in den Gemeinderat nach.1

Ludwig Huff hat einige Jahre lang im Gebäude der früheren Zigarrenfabrik Over einen kleinen Industriebetrieb, der auf die Herstellung von Einfädelhilfen spezialisiert ist, betrieben. Inzwischen wurde der Betrieb in die Niederbolheimer Villa Sophienhöhe verlegt und die Produktpalette um die Herstellung von Nagelfeilen erweitert. Der Betrieb firmiert als „E. Huff & Co. OHG, Kunststoffartikel und Stahlwarenfabrik“2.

Das am 1.3.1968 in Kraft getretene Gesetz zur Neuordnung des Schulwesens wirbelt die dörflichen Strukturen durcheinander und sorgt für Unverständnis und Empörung im Gemeinderat. Nach den Plänen der Landesregierung soll es in Blatzheim eine Grundschule für die ersten vier Schuljahre geben, während die katholischen Kinder des 5. bis 9. Schuljahres einer in Buir entstehenden Hauptschule zugewiesen werden sollen. Das würde die inzwischen nach Kerpen ausgerichteten Schüler auseinanderreißen.

Im Hinblick auf die anstehende kommunale Neuordnung schlägt Jakob Dohmen den Verkauf des 120 ha großen Waldstücks „Blatzheimer Bürge“ vor, um damit noch fehlende Gemeindeeinrichtungen zu schaffen. Der Antrag wird bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen.

Auf Antrag des an der Müllkippe Dorsfeld wohnenden Jakob Petri wird beschlossen, künftig mehrmals im Jahr auf der Kippe eine Rattenbekämpfungsaktion durchzuführen.3

 


(Originalfoto im Besitz von Karl-Hans Brandt)




Zeitzeichen: Alles aufgeräumt und sauber - aber der Charme ist dahin. Bergerhausen ist jetzt an die Kanalisation angeschlossen. Die Hauptstraße ist nivelliert und asphaltiert worden.

Rechts im Bild das Haus der Familie Heller (Hauptstraße 13); im Hintergrund ein Wirtschaftsgebäude des Krümmelshofes der Familie Fischer

   
1. Juli 1968

In die Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen werden für die Amtszeit 1.1.1969 bis 31.12.1970 Bernhard Cremer, Clemens von Loë, Maria Dohmen und Ludwig Huff aus Bergerhausen aufgenommen.

Johann Färber wird als Schiedsmann wiedergewählt.

Die Gemeindevertretung erhält davon Kenntnis, dass das Bahngelände der abgebauten Eisenbahnstrecke innerhalb der Ortschaften Bergerhausen und Blatzheim von der Bundesbahndirektion der Flurbereinigung zur Verfügung gestellt wird.

Nach Fertigstellung der Kanalisation und der Ausbauarbeiten der Hauptstraße soll jetzt der Bürgersteig auf einer Breite von 2,5 Metern ausgebaut werden. Die darüber hinausgehende Fläche bis zu den Häusern, wird nicht auf Gemeindekosten ausgebaut. Diese Flächen müssen die Anwohner übernehmen, es sei denn, der Anlieger hätte diese Fläche bereits geplattet.

Bereits in der Sitzung vom 2.5.1968 war festgelegt worden, dass die Bürgersteigflächen einen Betonunterbau erhalten, damit darauf geparkt werden kann.

Außerdem beauftragt der Rat den Unternehmer Johann Kings wieder mit der Fahrbahnreinigung.

Der Verkaufspreis für gemeindeeigene Grundstücke wird auf einheitlich 25,50 DM/qm festgesetzt. Darin sind die Kosten für Straßenbau und Kanalisation enthalten.

Für 6 DM/qm verkauft die Gemeinde eine Fläche von ca. 89 qm im Bereich zwischen Kinderspielplatz und dem ausgebauten Neffelbach an den Erftverband.4

 








Anzeigen aus der Festschrift
„40 Jahre SV Blatzheim“





   
29. August 1968

Die Rheinischen Braunkohlenwerke haben der Gemeinde ein Angebot über den Kauf des Gemeindewaldes Blatzheimer Bürge unterbreitet. Das Unternehmen bietet für die 117,0730 ha große Waldfläche einen Preis von 0,90 DM pro Quadratmeter sowie weitere 0,59 DM/qm für den Aufwuchs. Die Gemeindevertretung beauftragt Bürgermeister und Amtsdirektor einen besseren Kaufpreis auszuhandeln.5



31. August 1968

Feuerwehreinsatz in Bergerhausen6, Alte Straße: Familie Stendera hatte tags zuvor frisch gepreßte Briketts bekommen. Die noch fabrikwarmen Briketts hatten sich nach der Einlagerung selbst entzündet.7



1. September 1968

Und noch ein Feuerwehreinsatz: Diesmal brennt die Feldscheune von Weiers ab.8



25. November 1968

Die Gemeindevertretung stimmt einstimmig einem Gebietsänderungsvertrag mit den zwei anderen zum Amt Kerpen gehörenden Kommunen Stadt Kerpen und Gemeinde Mödrath zu, der den Zusammenschluss dieser Gemeinden zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Stadt Kerpen“ zum Inhalt hat.

Nach Prüfung vorgebrachter bedenken und Anregungen beschließt die Gemeindevertretung den Bebauungsplan Nr. 3 „Burg Bergerhausen“.

Frau Georg Blume hat in Bergerhausen auf den Grundstücken Flur 8, Nr. 562 und 559 einen Wohnhausneubau errichtet. Von diesem Grundstück führt zwischen den Grundstücken Josef Fischer und Theo Michels eine gemeindeeigene Grabenfläche bis zur Bundesstraße. Der Graben ist bedeutungslos geworden, zugewachsen und verkrautet, weil lediglich noch ein Dachabfallrohr von den Wirtschaftsgebäuden Fischer in diesen Graben mündet. Aufgrund des Antrages von Frau Blume, den Graben aufzufüllen und ggf. zu verrohren, beschließt die Gemeindevertretung, Frau Blume die Grabenfläche kostenlos anzubieten, damit sie nach Absprache mit Familie Fischer frei über den Graben verfügen und eine Zufahrt zu ihrem Anwesen anlegen kann.

Auf Antrag der Bewohner von Dorsfeld beschließt die Gemeindevertretung, den Dorsfelder Weg ab Kreisstraße bis zum Einfahrtsweg der Höfe Kelleners und Dickmann zu verbreitern.

Die Verwaltung wird beauftragt, die tatsächlich ausgewiesene Wegbreite des Schmitteweges, der von Bergerhausen in Richtung Dorsfeld bis zur Kreisstraße führt, festzustellen, da vermutet wird, dass die Anlieger rechts und links teilweise Wegflächen mit abgepflügt haben und der Weg dadurch ohne Bankette ist. Je nach Ergebnis, soll die Verwaltung veranlassen, dass der Weg durch Herstellung der Bankette auf seine tatsächliche Breite gebracht wird.9



9. Januar 1969

Feldscheunenbrand an der Burg Bergerhausen.10



14. Januar 1969

Diesmal trifft es wieder einmal unseren Brandmeister. Nachdem am 31. August 1966 ein größerer Brand in der Blatzheimer Konservenfabrik gewütet hatte und es am 29. Januar 1967 in einer Lagerhalle der Fabrik gebrannt hatte, wird jetzt eine Scheune des Stollenwerkgutes in Bergerhausen ein Raub der Flammen.11

Jakob Dohmen rückt beim Heulen der Sirenen immer mit aus. Er ist zwar nicht Mitglied der Feuerwehr, fühlt sich aber als Bürgermeister in der Pflicht, nach dem Rechten zu sehen, wenn irgendwo in der Gemeinde etwas passiert. Wenn es angebracht erscheint, versieht er den Ordnungsdienst. Heute wird er auf einen Gaffer aufmerksam, der sich an der Brandstelle herumtreibt. Die Polizei nimmt den Mann noch während des Feuerwehreinsatzes fest. Wie sich herausstellt, war er der Brandstifter.

Wie man sieht, kräht der rote Hahn in jenen Tagen recht häufig über den Feldscheunen in unserer Region. Stück um Stück verlieren die Bauern ihre verstreut auf den Feldern des Gemeindegebietes stehenden Lager- und Schutzbauten. Fast immer werden neben dem gelagerten Stroh alte Landmaschinen ein Raub der Flammen. Meistens heißt es dann, dass Kinder oder Landstreicher unachtsam mit Streichhölzern hantiert hätten. In den letztgenannten Fällen trieb ein Pyromane sein Unwesen. Ob die Betroffenen Bauern wohl über den folgenden Witz lachen konnten?

Sitzen zwei Bauern beim Bier zusammen und unterhalten sich darüber, dass alles immer teurer wird. „Meine Versicherung gegen Hagelschäden hat auch schon wieder die Prämie erhöht.“ „Du hast eine Hagelversicherung?“ entgegnet der andere verblüfft, „wofür hast Du denn eine Hagelversicherung? Feuerversicherung könnte ich ja verstehen, aber wie willst Du es denn hageln lassen?“

Ein letztes Exemplar jener Feldscheunen im Raum Bergerhausen steht (Stand: 2000) am Teschenweg.



28. Januar 1969

Für die Alte Straße werden Kanalbauarbeiten ausgeschrieben. Außerdem sollen jetzt auch die Bürgersteige in der Ortslage Bergerhausen, und zwar von der Tankstelle Bremer bis zur Bahnhofstraße, mit einer Schwarzdecke versehen werden. In Onnau soll der Weg von der Kreisstraße bis zum Gehöft Stupp mit einer neuen Oberfläche oder Feinschicht versehen und der Weg zur Kläranlage in Bitumen ausgebaut werden.12

Februar 1969

In diesen Jahren gibt es um den Gastwirt Matthias („Mei“) Heller in Bergerhausen einen Junggesellenverein, dem viele junge (und nicht mehr so ganz junge) Männer angehören, z.B. Peter Steinke, Karl-Michael Müsker. Zu den Aktivitäten des Vereins gehören Aufstellen und Bewachen des Maibaums und die Zachaies-Verbrennung nach der Blatzheimer Kirmes.

Man beteiligt sich auch am Karnevalszug und stellt in diesem Jahr mit den Zwillingen Heino und Michael Pingen sowie Nachbarin Karin Müsker ein Kinder-Dreigestirn.

Kinder-Dreigestirn 1969
„Bauer“ Heino Pingen, „Prinzessin“ Karin Müsker und „Prinz“ Michael Pingen
(Foto aus dem Besitz von Karin Knipprath, geb. Müsker)
 
3. März 1969

Im Nachgang zum Beschluss vom 25.11.1968 beschließt die Gemeindevertretung die Verbreiterung des Weges nach Dorsfeld um 0,50 Meter bis zum Anwesen Weingarten durchzuführen.13



3. April 1969

Der Gemeinderat beschließt das Aufstellen von Wartehallen („in bruchsicherer Ausführung“) an den Bushaltestellen, die Ergänzung der Straßenbeleuchtung um zwei Peitschenmastlampen an den Gehöften Fischers und Weiers sowie den Ausbau der Alten Straße von der B 264 bis zum ehemaligen Bahnkörper.14



19. Mai 1969

Die Gemeindevertretung genehmigt einen Grundstückstausch mit dem Gymnasial- und Stiftungsfonds. Nach Austausch der Flurstücke Flur 8 Nr. 527 und 529 fallen 8 qm als Teil der Bahnhofstraße an die Gemeinde, während 2 qm, die durch ein Wohnhaus überbaut wurden, an die Schul- und Stipendienstiftung fallen.

Außerdem wird die Beschaffung von Ortsschildern für die Gehöftgruppen sowie die Einstellung des 38jährigen Michael Heinen (zum 16.6.1969) als Gemeindearbeiter beschlossen.15



1969

Die Burgmühle stellt endgültig ihren Betrieb ein.16

Lesen Sie zum Thema Mühlensterben auch: „Das Müllerhandwerk in den 30er bis 70er Jahren“ von Heinrich Klein, Kerpen: hier.



Donnerstag, 5. Juni 1969

Der Kölner Stadt-Anzeiger bringt einen Beitrag von Peter Esser über eine Versammlung des SPD-Ortsvereins Blatzheim vom letzten Wochenende, in der es in erster Linie um die Nominierung ihrer Kreistags- und Gemeinderatskandidaten ging. Dabei zeigt sich erneut, dass Bergerhausener Bürger relativ stark am politischen Leben der Gemeinde Blatzheim Anteil nehmen. Hier die Bergerhausener Kandidaten:

Kreistagskandidat ist Hans –Peter Hahnen. Für die Gemeinderatswahlen wurden Peter Steinke, Hans-Peter Hahnen und Ludwig Huff einstimmig als Direktkandidaten Wahlbezirk I und Gerhard Lerwe für den Wahlbezirk II nominiert. Auf der aus dreizehn Personen bestehenden Reserveliste finden wir 1. Ludwig Huff, 2. Hans-Peter Hahnen, 5. Peter Steinke, 6. Gerhard Lerwe, 10. Mathias Fuß und 13. Oskar John.17



Juni/Juli 1969

Bunter Fahnenschmuck und ein prächtiges Feuerwerk begleiten den Festzug der Schützen mit dem diesjährigen Schützenkönig, dem Protektor der Bruderschaft Walter Freiherr von Loë und dem ebenfalls aus Bergerhausen kommenden Schützenprinzen, Bäckerssohn Peter Pingen.18


7. August 1969

Die Gemeindevertretung lehnt den Antrag von Anton Moll aus Langerwehe, neben der Esso-Tankstelle Bremer einen Imbisswagen aufstellen zu dürfen, mit der Begründung ab, dass das es sich bei dem Grundstück um eine öffentliche Wegeparzelle handelt, die aus Verkehrsgründen nicht eingeengt werden darf. „Darüber hinaus ist ein Bedarf für eine solche Einrichtung in dem kleinen Ort Bergerhausen nicht gegeben.19

20. August 1969

Naturgemäß hat ein Dorf von der Größe Bergerhausens nicht viel an Unterhaltungsmöglichkeiten „für die Jugend“ zu bieten. Immerhin gibt es zur Zeit im nahen Blatzheim eine Diskothek namens „Flash“. Ihr Standort ist die ehemalige Gaststätte „Zur Post“ gegenüber der Kirche. Ihr Inhaber ist kein Geringerer ist als WDR-Diskjockey Roger Handt. Er betreibt die Diskothek zusammen mit seiner Ehefrau Evelyn.

 

Foto: Walter Schmühl, Kölnische Rundschau 27.8.1969 (Fotokopie)

Selbstverständlich halten sich die jungen Leute von Bergerhausen gern dort auf. Karl-Hans Brandt assistiert dem Profi-DJ gelegentlich beim Auflegen der Platten. Und weil der WDR-Mann viele Prominente kennt, kommt gelegentlich auch mal einer der kleineren und größeren Stars der deutschen Popszene vorbei. Heute war Ulli Günther (Foto Mitte), der Leadsänger der bekannten Berliner Beat-Band „The Lords“, während eines Besuchs auf der Ausstellung „teenage fair“ in Düsseldorf auf Stippvisite in Blatzheim. Gerd Roß (links) und Peter Zaudig (rechts) sichern sich ein Autogramm des Stars.

   
Diskotheken, d.h. Tanzgaststätten, in denen zur Musik von Schallplatten getanzt wird, haben in den letzten Jahren die bis dahin üblichen Tanzsäle mit Musikkapellen (zuletzt: Beat-Bands) abgelöst. Die erste Diskothek im Großraum Köln – Aachen war übrigens der „Club E“ (vormals „Zur Ewigen Lampe“) von Familie Errenst in Kerpen.

2. Oktober 1969

In Zukunft soll auch für die Kinder aus Niederbolheim und den Gehöften ein Schulbus zur Verfügung stehen. Da es dem beauftragten Busunternehmer Schmidt aus Kerpen nicht möglich ist, die bestehende Linie auf die Gehöfte auszudehnen, beschließt der Gemeinderat die kurzfristige Anschaffung eines eigen VW-Busses.

Der Ausbau der Bürgersteige Blatzheim-Bergerhausen befindet sich in Ausführung. Die Gemeindevertretung sucht jetzt Straßenanlieger, die vor ihrem Anwesen einen Blumenkübel haben möchten und bereit sind, die Pflege zu übernehmen.

Der SC Bergerhausen erhält für das Rechnungsjahr 1969 eine Zuschuss von 100 Mark.

Der Sand- und Kiesgrubenbetrieb Josef Kelleners erhält auf seinen Antrag hin die Erlaubnis, mit seinen Transportfahrzeugen den Heiligenweg als Zufahrtstraße zum Betrieb der Firma Zilcken (Haus Forst) zu benutzen. Josef Kelleners verpflichtet sich zur Übernahme der Instandsetzung und Instandhaltung. Dafür hat er eine unbefristete Bankbürgschaft in Höhe von 2.000 DM zu hinterlegen.

Zur Zeit wird im Gemeindegebiet ein überörtliches Alarmsystem installiert. Dabei sind einzelne Sirenen als Leitsirenen für das örtliche Feueralarmsystem vorgesehen.20


21. Oktober 1969

Die Gemeinde überlässt dem Großen Erftverband ein 17,73 ar großes Grundstück Flur 8, Nr. 555 hinter dem Erftlandbau in Bergerhausen.

 
 Dieses Foto des Spielplatzes wurde der SPD-Wahlbroschüre „Junges Blatzheim“ von 1969 entnommen.
   
Auf demselben Gelände befindet sich auch der Spielplatz von Bergerhausen. „Ein solcher Spielplatz sieht selten fröhlich spielende Kinder!“ lautet die Bildunterschrift dazu in einer Wahlwerbung der SPD.

In der Broschüre „Junges Blatzheim“ stellt der SPD-Ortsverein Blatzheim seine Kandidaten zur Gemeinderatswahl vor. Es handelt sich um eine Gruppe relativ junger Männer, die fast alle aus Bergerhausen kommen oder dort wohnen:
 
SPD 1969

Scan aus der Wahlbroschüre „Junges Blatzheim“ des SPD-Ortsvereins Blatzheim zur Kommunalwahl am 9.11.1969

 
9. November 1969

Nach der heutigen Kommunalwahl setzt sich der Gemeinderat aus 10 Kandidaten der CDU und 3 Kandidaten der SPD zusammen. Der Rat besteht jetzt aus aus den Blatzheimern Herbert Christoffel, Edmund Schneppenheim, Heinrich Steinmann, Josef Donners, Hans Keppeler (CDU) und Franz Volkmann (SPD), dem Bewohner einer der Clemenshöfe, Johann Färber (CDU), dem Geilrather Peter Wilkens (CDU) sowie den Bergerhausenern Jakob Dohmen, Clemens Freiherr von Loë, Bernhard Cremer (CDU) sowie Ludwig Huff und Hans-Peter Hahnen (SPD).21

28. Dezember 1969

In seiner ersten Sitzung bestätigt der neue Gemeinderat Jakob Dohmen einstimmig in seinem Amt als Bürgermeister. Ebenfalls einstimmig bei zwei Enthaltungen wird Edmund Schneppenheim zum Stellvertreter gewählt. Wie in all den Jahren zuvor wird Franz Schweren zum ehrenamtlichen Gemeindedirektor wiedergewählt, Fritz Hellmich wird sein Stellvertreter. Mit einer gemeinsamen Liste von CDU und SPD werden Jakob Dohmen, Edmund Schneppenheim, Peter Wilkens und Hans-Peter Hahnen in die Amtsvertretung gewählt. Dohmen und Huff gehören dem Haupt- und Finanzausschuss an, Freiherr von Loë dem Rechnungsprüfungsausschuss und der Schulverbandsversammlung Pestalozzischule. Dohmen ist der Vertreter der Gemeinde Blatzheim in der Schulverbandsversammlung des Gymnasiums Landkreis Bergheim-Süd.


11. Dezember 1969

Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde lehnt den Antrag Jakob Petry auf käufliche Überlassung der gemeindeeigenen Fläche Dorsfelder Kiesgrube ab, da sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Verkauf entschließen kann.

Das Protokoll vermerkt auch den Tod des Gemeindearbeiters Peter Schütz aus Bergerhausen.22


29. Januar 1970

Der Bürgermeister erhält eine monatliche Aufwandsentschädigung von 200 Mark, sein Stellvertreter 50 Mark. Jeder Gemeindevertreter erhält eine Aufwandsentschädigung von monatlich 10 Mark und für die Teilnahme an den Sitzungen ein Sitzungsgeld von 10 Mark.23 Die Hälfte der Aufwandsentschädigung wird zudem an die Fraktionskasse abgeführt. Unsere Ratsvertreter üben damals also noch wirklich ein Ehrenamt aus.


1. März 1970

Seit heute gibt es in unserer Gemeinde eine Sperrgutabfuhr. Als Sperrgut gelten Verpackungsmaterialien aller Art, Zeitungen, alter Hausrat und Möbelstücke und sonstige Sperrstücke, die durch die Satzung nicht ausgeschlossen sind (insbesondere Bauschutt). Für die Abfuhr werden keine Gebühren erhoben.24


15. Mai 1970

Die Gemeindevertretung beauftragt die Verwaltung, bei der Deutschen Bundespost die Errichtung einer Telefonzelle in Bergerhausen zu beantragen.25

9. Juni 1970

Auch im laufenden Rechnungsjahr erhält der SC Bergerhausen einen Gemeindezuschuss von 100 Mark.26 Der Fußballclub ist seit 1965 spielerisch stärker geworden und ist stolz darauf, in diesem Jahr den Aufstieg in die zweite Kreisklasse geschafft zu haben.

   
Dieses Foto aus der 1982 erschienen Festschrift zum 25jährigen Bestehen des SC Bergerhausen zeigt die Aufstiegsmannschaft von 1970:
W. Pietsch, B. Jakubczyk, U. Tiemann, M. Block, H.-A. Roß, H.-J. Jeub, P. Korn, J. Klein, M. Hüffel, J. Hüffel, J. Münch, W. Roeske, G. Lerwe
   
9. Juli 1970

Wieder einmal steht das Thema „Kommunale Neuordnung“ auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Der Zusammenschluss der dem Amt Kerpen angehörenden Gemeinden zu einer neuen Gemeinde „Stadt Kerpen“ wurde von der Regierung nicht genehmigt, weil die neue Gemeinde für sie im Siedlungsband der Erft nicht ausreichend entwicklungs- und leistungsfähig ist. Inzwischen haben Gespräche zwischen den Gemeinden Türnich, Horrem, Sindorf und den Gemeinden des Amtes Kerpen zur kommunalen Neuordnung stattgefunden. Auch zwischen den Gemeinden des Amtes Buir und des Amtes Kerpen haben Gespräche stattgefunden. Dabei zeigte Manheim sich offen für einen Zusammenschluss der Gemeinden im Süden des Kreises Bergheim, während Buir sich für einen Anschluss an den Kreis Düren ausgesprochen hat. Nun soll ein gemeinsamer Ausschuss der genannten Gemeinden gebildet werden, dem für die Gemeinde Blatzheim Jakob Dohmen, Edmund Schneppenheim und Hans-Peter Hahnen angehören.27


17. August 1970

Wie im vorhergehenden Zweijahreszeitraum werden für die Amtszeit 1.1.1971 bis 31.12.1972 Bernhard Cremer, Clemens von Loë, Maria Dohmen und Ludwig Huff aus Bergerhausen in die Vorschlagsliste für die Wahl der Schöffen und Geschworenen aufgenommen.28


7. September 1970

Auf Anregung des Schreiners Arnold Wattler hat Jakob Dohmen zu einer Versammlung in die Blatzheimer Gaststätte Esser eingeladen. Es ging um die Wiederbelebung des alten Blatzheimer Turnvereins, der im Jahre 1955 seine Aktivitäten eingestellt hatte. Von den mehr als 40 erschienen Interessenten wird mit Johann Bremer als Vorsitzender ein Gründungsausschuss gewählt.29


17. November 1970

Die Verwaltung gibt dem Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde ein Schreiben des Fernmeldeamtes Düren vom 13.7.1970 bekannt, wonach mit der Einrichtung einer Telefonzelle in Bergerhausen erst im Jahre 1972 zu rechnen ist. Der Ausschuss beauftragt darauf hin die Verwaltung, erneut an das Fernmeldeamt heranzutreten und ihm mitzuteilen, dass sich für die Einrichtung einer gemeindlichen öffentlichen Sprechstelle keine Gelegenheit bietet, jedoch im Hinblick darauf, dass Bergerhausen durch die Bundesstraße 264 starken Durchgangsverkehr hat und mit Blatzheim einen Doppelort bildet, die Einrichtung eines Fernsprechhäuschens äußerst dringend ist.30

Ein eigener Telefonanschluss ist in jener Zeit für den „normalen“ Menschen der pure Luxus. Das sieht das Fernmeldeamt vermutlich ähnlich, denn wer einen Anschluß beantragt, muß mit Wartezeiten von zwei Jahren rechnen. Um die monatlichen Grundgebühren niedrig zu halten, ist es üblich, sich eine Leitung mit einem anderen Anschlussinhaber zu teilen. Das bedeutet, dass man eben nicht telefonieren kann, wenn der andere gerade ein Gespräch führt oder etwa den Hörer nicht richtig aufgelegt hat. Meine Eltern teilten sich viele Jahre einen Anschluß mit dem gegenüber dem Friedhof wohnenden Anstreicher Fritz Heidemanns und später mit dem in der Nachbarschaft gewerblich tätigen Gustav Gillessen.


27. November 1970

In der Gaststätte Froitzheim wird der „Turnverein Viktoria Blatzheim“ wieder gegründet. Erster Vorsitzender wird Johann Bremer. Bereits nach vier Monaten verzeichnet der Verein 300 Mitglieder. Übungsabende finden auch in Bergerhausen statt, und zwar in den Hallen der Spedition Bremer.31 Insbesondere die erfolgreiche Baketballsektion wird den Verein in den folgenden Jahren weit über den Blatzheimer Raum hinaus bekannt machen.32


22. Oktober 1970

Die Eheleute Gustav Möller von Gut Onnau erwerben ein Grundstück in der Ortslage Blatzheim.33


18. Dezember 1970

Jean Bremer hat sein Betriebsgelände mit einer Asphaltdecke versehen, dabei eine Niveauangleichung an den öffentlichen Bürgersteig vorgenommen und mitasphaltiert. Heute beantragt er bei der Gemeinde eine Beteiligung an den Kosten.34

   

        

   

1Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 1.4.1968

2vgl. Wirtschaftsdienstverlag Gerhard Stalling AG, Der Landkreis Bergheim, Oldenburg 1967, Bildunterschrift S. 144

3Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 1.4.1968

4Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 1.7.1968

5Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 29.8.1968

6Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 40

7Bericht Ulrich Dohmen, 24.12.1999

8Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 40

9Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 25.11.1968

10Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 40

11Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 40

12Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 28.1.1969

13Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 3.3.1969

14Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 3.4.1969

15Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 19.5.1969

16An dieser von Josef Krings, Susanne Harke-Schmidt in Mühlen an Neffel und Erft, 1997, Seite 139, getroffenen Feststellung bestehen Zweifel. Bereits ab 1966 lief der Ausbau des Neffelbachs, wobei der Mühlenbach abgetrennt und weitgehend zugeschüttet worden ist. Der Verfasser kann sich nicht erinnern, dass die Mühle in den 60er Jahren überhaupt noch in Betrieb gewesen wäre.

17Kölner Stadt-Anzeiger vom 5./6.6.1969

18vgl.Onnau, Hans Elmar, Festschrift der Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim e.V., 1974, S. 57

19Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 7.8.1969

20Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 2.10.1969

21Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 28.11.1969

22Sitzungsprotokoll des Haupt-und Finanzauschusses vom 11.12.1969

23Hauptsatzung der Gemeinde Blatzheim vom 29.1.1970

24Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 2.10.1969

25Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 15.5.1970

26Sitzungsprotokoll des Haupt-und Finanzauschusses vom 9.6.1970

27Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 9.7.1970

28Sitzungsprotokoll des Haupt-und Finanzauschusses vom 17.8.1970

29Festschrift 60 Jahre T.V. Viktoria Blatzheim e.V. 1980

30Sitzungsprotokoll des Haupt-und Finanzauschusses vom 17.11.1970

31Mündlicher Bericht Marlene Kochs 3/2000

32Festschrift 60 Jahre T.V. Viktoria Blatzheim e.V. 1980

33Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 22.12.1970

34Protokoll zu einer Besichtigungsfahrt der Gemeindevertreter vom 4.1.1971