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11. Januar 1966i |
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Die mehrteiligen Kriminalfilme des Engländers Francis Durbridge galten in den 60er Jahren als „Straßenfeger“. Wenn das Fernsehen einen Durbridge zeigte, saß die Republik gebannt an den Fernsehgeräten. Ulrich Dohmen berichtet: Mein Vater hatte sich an diesem Abend verspätet. Als er das Wohnzimmer betrat, sank auf dem Bildschirm gerade der starre bleiche Arm eines Mordopfers. Ähnliches hatte Vater soeben in der Wirklichkeit gesehen. Deshalb war er später gekommen: Vater und Amtsbaumeister Eling nehmen einen Ortstermin zwischen Blatzheim und Bergerhausen wahr. Aufgeregt kommt Wilhelm Kania, wohnhaft im zweiten nach Blatzheim zu liegenden Haus an der „Bundesstraße“, auf die beiden zu: „Kommt schnell, bei mir liegt eine Leiche im Bach“. „Ach Willi, da wird wohl jemand den Zachaies (eine Strohpuppe) in den Bach geworfen haben“, flachste Vater. „Nein, im Ernst, Jakob, sieh Dir das einmal an.“ Zusammen ging man zum Bach, der hier unmittelbar an den Gärten der Anwohner vorbei fließt. Eling nimmt eine Bohnenstange zur Hand und stößt den Körper damit an. Eine starre Leichenhand hebt sich aus dem Wasser... „Das ist ein Weib“, meinte Eling in seiner burschikosen Art. Vater benachrichtigt Polizei, Feuerwehr und den Blatzheimer Arzt Dr. Metzler. Den anrückenden Feuerwehrleute stellt sich die Frage, wie der Leichnam geborgen werden kann. |
Breiter und ruhiger als nach dem Ausbau im Sommer 1966 (vgl. Foto zum 6. Juli 1967 - weiter unten) erreicht der Neffelbach bis zu diesem Zeitpunkt den Park bei Bergerhausen. Das Bachbett ist noch nicht so tief wie nach der Ausbaumaßnahme und es liegt näher an den Gärten der Anwohner. ![]() (Foto: Sammlung Franz-Peter Dohmen) Vorne rechts sehen wir den Gartenzaun des Anwohners Johann Kinder. Daran anschließend folgt der Garten von Wilhelm Kania, wo die Leiche von Martha Senior aufgefunden worden ist.
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Martha Senior |
„Das ist ein Weib“, meinte Eling in seiner burschikosen Art. Vater benachrichtigt Polizei, Feuerwehr und den Blatzheimer Arzt Dr. Metzler. Den anrückenden Feuerwehrleute stellt sich die Frage, wie der Leichnam geborgen werden kann. Kurz entschlossen kippte Feuerwehrmann Schander („Schandesch Juss“) einige Gläschen Korn, stieg in den winterkalten Bach und zog den Körper ans Ufer. |
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Bei der Toten handelt es sich um die 43jährige, in Blatzheim lebende Tochter Martha des Barthel Senior aus Bergerhausen. Vater sah es als seine Pflicht an, seinem Nachbarn Barthel Senior die schlimme Nachricht zu übermitteln. Er tat das mit den Worten „Herr Senior, et ess jett passiert, et schlemmste wat enem Vatte passiere kann...“ Der alte Senior begriff sofort und antwortete „Oss Martha, wa?“ Wie die polizeilichen Ermittlungen später ergeben, war Martha drei Tage zuvor von ihrem aus Italien stammenden Freund unter der neuen Brücke an der Kunibertusstraße ins Wasser untergetaucht und auf diese Weise erstickt worden. Die Leiche war dann allmählich in dem nicht sehr tiefen Wasser bis an Bergerhausen heran getrieben worden.ii |
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1. Februar 1966 Seit
heute muß man in Bergerhausen nicht mehr selber die Straße
kehren. Das besorgt jetzt im Auftrag der Gemeinde die Kerpener Firma
Johann Kings jun. mit einer „Faun-Kehrmaschine“. Die
Firma erhält für die beiderseitige Straßenreinigung 1
Mark je laufenden Meter und Jahr.iii
Der „Fastelovend“ ist wie überall im kurkölnischen Rheinland auch in Bergerhausen ein gern gefeiertes Fest. Mehrere Bergerhausener haben sich im örtlichen, aber auch im überörtlichen Karneval in jenen Jahren einen Namen gemacht. Josef Stollenwerk macht „Karriere“ bei den Kölner Roten Funken und „en de Bütt“, also mit närrischen Vorträgen auf Karnevalssitzungen erlebt man Margarete Steinke, Matthias Heller, Ferdi Ennenbach sowie Jakob Dohmen. Im Grunde hat Jakob Dohmen seine Karriere als Kommunal- und Sozialpolitiker sogar im Karneval begründet. Seine unbefangene und humorvolle Art vor Publikum aufzutreten, führte immer wieder dazu, daß ihm ein Amt oder “Pöstchen” angetragen wurde mit dem Hinweis, „maach Du dat Köbes, du kanns jo kalle” (Mach Du das Jakob, denn du kannst schließlich reden). Viele werden sich noch an seine langjährige Präsidentschaft bei den Karnevalssitzungen der Vereinigten Ortsvereine erinnern, aber bereits zuvor und auch später noch, trat er gelegentlich als Büttenredner auf. |
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(Fotos:
Sammlung Jakob Dohmen) |
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Während dafür
überall aufwendig gestaltete und teure Metallplaketten üblich sind,
hat sich in Blatzheim der „Kappesorden“ etabliert, einem von den
Stollenwerk-Brüdern gestifteten Netz, gefüllt mit je einem Weiß- und
einem Rotkohl. |
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Natürlich
feiert man in Bergerhausen und Blatzheim auch Straßenkarneval.
Am Fastnachtssonntag kommen die Blatzheimer Zugteilnehmer nach
Bergerhausen, wo der Zug im Bereich der Straßenkreuzung
Aufstellung nimmt und dann nach Blatzheim zieht. Nicht jedes Jahr
gibt es diesen Umzug und nur gelegentlich gibt es in der Gemeinde
ein richtiges Dreigestirn. |
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18. Februar 1966 Durch starken Frost vor einigen Wochen ist die Straße von Bergerhausen nach Forsthaus Bergerbusch an vielen Stellen aufgebrochen. Der Gemeinderat beschließt die sofortige Instandsetzung und das Aufbringen eines Asphaltteppichs.v
29. März 1966 Für Bergerhausen wird der Bebauungsplan Nr. 3 aufgestellt.vi
12. April 1966 Die Jülicher Tiefbaufirma Lamers beginnt mit dem seit langen geplanten Ausbau des Neffelbachs auf dem 3.300 Meter langen Teilstück zwischen der Brücke Bergstraße in Blatzheim bis zum Langenicher Wehr.vii |
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5. Juni 1966
Die Weiden inmitten des westlichen Teils der Parkanlagen werden zur
Festwiese. Die Feuerwehr richtet dort ihr Kreisverbandsfest aus. Im
Mittelpunkt steht ein Kreisschnelligkeitswettbewerb, bei dem unsere
Männer, aber auch die Jugendgruppe sich mit anderen Feuerwehren des
Kreises messen |
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Im Jahre 1960 hatte man zum ersten Mal an einem Schnelligkeitswettbewerb teilgenommen und wurde Sechster in der TS-Gruppe. Die gleiche Platzierung erreichte man im darauf folgenden Jahr. Im Jahre 1962 wurde man dann zum ersten Mal Kreissieger und nahm als solcher am am Bezirkswettbewerb teil, wo die Blatzheimer auf Anhieb den zweiten Platz belegen konnten.
Fotos:
Franz-Peter Dohmen |
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Und so ging es weiter. Die "Grünen Teufel" aus Blatzheim waren die schnellsten Wehrleute in der Region und legten beim Kreiswettbewerb im Jahre 1964 eine Zeit hin, die bis dahin noch nie erreicht worden war. Die Jugendgruppe wurde ebenfalls Kreismeister. In diesem Jahr enttäuschte die Blatzheimer Wehr auch vor einheimischem Publikum nicht: Man wird erneut Kreismeister und die Nachwuchsorganisation holt den Jugendpokal.viii |
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| Neffelbach mit Behelfsbrücke an der Grenze zwischen Bergerhausen und Blatzheim vor dem Ausbau (Foto: Sammlung Franz-Peter Dohmen) |
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10. Oktober 1966 Freiherr von Loë beantragt bei der Gemeinde die Beteiligung an den Kosten für eine neue, als Wirtschaftsweg nutzbare Brücke über den Neffelbach zwischen Blatzheim und Bergerhausen. Diese von der Bundesstraße in den Park führende Brücke wurde nach dem Krieg als einfache Fußgängerbrücke aus Holz wiederaufgebaut, nachdem die ursprünglich dort befindliche 4 Meter breite Brücke im Krieg zerstört worden war. Im Zuge des laufenden Neffelbachausbaus muß die bestehende Brücke vom Bauträger, dem Erftverband, erneuert werden. Im Hinblick darauf, daß der Park der Bevölkerung von Bergerhausen und Blatzheim zur Benutzung zur Verfügung steht und die Brücke somit dem allgemeinen und öffentlichen Verkehr dient, beschließt der Gemeinderat eine Beteiligung an den Mehrkosten der auf 18.000 DM geschätzten Baukosten mit 5.000 DM.x |
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11.11.1966 Josef Stollenwerk, Landwirt, Spanferkelzüchter, Fabrikant und Oberbrandmeister hat für einige Monate ein weiteres Amt übernommen: das der Jungfrau im Kölner Dreigestirn. Als „Jungfrau Josefa“ ist der alte Haudegen eine stattliche Erscheinung auf den großen Karnevalsveranstaltungen. Und damit die „Lieblichkeit“ nicht zu kurz kommt, hat er sogar eigens Unterricht genommen, wie „frau“ sich zu geben und zu bewegen hat. |
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1. Dezember 1966 Nicht nur für die Volksschüler in Bergerhausen heißt es, sich auf Veränderungen einzustellen. Durch Erlaß des Kultusministers vom 23.2.1966 wird das Schulwesen im Lande neu geordnet. Die alte einzügige Volksschule wird durch ein gegliedertes Schulsystem ersetzt. Dadurch nimmt die Stadt Kerpen die Oberstufenklassen des 7. bis 8. Schuljahres der katholischen Volksschule in die Theodor-Heuß-Schule auf. Das 9. Schuljahr kommt in der Adolf-Kolping-Schule unter. Die Kinder der evangelischen Volksschule werden komplett von der evangelische Volksschule Kerpen als sogenannte Mittelpunktschule aufgenommen.xi
1. Januar 1967 Hier einmal wieder zum Vergleich mit den später üblichen Gebührensätzen ein paar Zahlen aus jener Zeit:xii Baugrundstück:
12,50 DM/qm für erschlossene Bauflächen Die Gemeinde stellt für 1967 einen Haushaltsplan über 759.740 DM auf.xiii
17. Januar 1967 Da aus unseren Schulkindern jetzt „Fahr-Schüler“ geworden sind, soll an der Bushaltestelle in Bergerhausen eine Wartehalle errichtet werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Verlegung weiter in Richtung Blatzheim geprüft werden.xiv |
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13. Februar 1967 Mit dem Abbau der Gleise geht eine wichtige verkehrstechnische Ära in unserer Region zu Ende. Zuletzt wurden auf der Strecke Benzelrath-Nörvenich nur noch Gütertransporte durchgeführt. Dabei kam die Diesellok VT 95 zum Einsatz. Zuvor übernahm der Schienenbus VT 95 noch den Personennahverkehr. Im Dampfbetrieb sah man vor allem die Baureihe 74. |
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Personenzug an der Bahnstation Niederbolheim |
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2. März 1967 Die von der Erftland-Wohnungsbaugesellschaft erbauten Wohnhäuser gegenüber der Tankstelle in Bergerhausen werden im März bezugsfertig sein. Aus den der Gemeinde vorliegenden Anträgen auf Zuweisung einer Wohnung werden folgende Bewerber zur Berücksichtigung vorgeschlagen: Jakob
Arens aus Blatzheim, Andere Bewerber hatten inzwischen ihre Bewerbung zurückgezogen oder erfüllten nicht die geforderten einkommensbezogenen Voraussetzungen.xv Jetzt kann auch der nunmehr hinter die neuen Häusern verlegte Spielplatz ausgebaut und mit Spielgeräten bestückt werden. Vor kurzem hat die Bundesbahn die Schienenstränge auf dem stillgelegten Bahnkörper abmontiert. Die Gemeinde die alten Überwege wieder in verkehrssicheren Zustand zu bringen und will feststellen lassen, ob die Bahn die Flächen des bisherigen Gleiskörpers verkaufen will. An der Schuttgrube in Dorsfeld soll ein Maschendrahtzaun angebracht werden, um so zu verhindern, daß das Papier von der Schutthalde weit über das Feld verteilt wird.xvi
4. März 1967 Die
Freiwillige Feuerwehr Blatzheim feiert gerade ihren
Kameradschaftsabend, als die Sirenen heulen. In Giffelsberg brennt
eine von Kindern angezündete Feldscheune nieder.xvii
17. April 1967 Die meisten Menschen haben inzwischen Toiletten mit Wasserspülungen in ihre Häuser eingebaut, einige wenige benutzen aber noch ihre althergebrachten „Plumpsklos“. Letztere sind jene außerhalb der Wohnung befindlichen kleinen Häuschen, in deren Türen sich oftmals ein kleiner Durchguck in Form eines Herzchens befindet. In dem Häuschen befindet sich eine kastenartige Sitzbank mit einem tellergroßen Loch. Unter diesem Sitz befindet sich eine stinkende Jauchegrube. Von Zeit zu Zeit muß diese Jauchegrube geleert werden. Dazu kann man sich einer Spezialfirma bedienen, die mit einem Tanklastzug anrückt und die Grube abpumpt. Üblich ist jedoch, diese Entleerung selber vorzunehmen. Dazu bedient man sich eines speziellen Werkzeugs, das aus einem an einem Stil befestigten Eimer besteht. Damit schöpft man die Grube aus und bringt Eimer um Eimer in den Garten oder befüllt damit ein auf einem Handwagen befindliches Jauchefass oder schlicht und einfach eine Schubkarre... Diese Brühe wird dann gerne in die beim Umgraben des Gartens entstehende Furche gegossen, um auf diese Weise den Gartenboden zu veredeln. Letztlich haben wir es dabei mit einer Art von Recycling zu tun. Im Zusammenhang mit der Umstellung auf Wasserklosetts haben viele der Leute, deren Grundstücke an den Neffelbach angrenzen, inzwischen eine Klärgrube am Haus und eine weiterführende Rohrleitung zum Bach. Jedoch ist auch das keine zufriedenstellende Entsorgung des Schmutzwassers. Nachdem bereits im Vorjahr die neue Kläranlage fertiggestellt worden war, und zwar in dem kleinen Waldstück, das den Schloßpark im äußersten Südwesten abschließt, beabsichtigt die Gemeinde nunmehr den Auftrag zur Verlegung eines Abwasserkanals (u.a.) in der Ortsdurchfahrt von Bergerhausen zu vergeben.xviii
6. Juli 1967 In den letzten Jahren ist es im Bereich der Kurve beim Hof Weiers am östlichen Ortseingang immer wieder zu schweren, nicht selten tödlich verlaufenden Verkehrsunfällen gekommen. Die Straße ist in diesem Abschnitt – wie auch auf der weiteren außerörtlichen Strecke – von alten, kräftigen Bäumen gesäumt. Wer von der Straße abkommt, prallt fast zwangsläufig gegen einen dieser Bäume. „Knautschzonen“ in der Konstruktion des Autos sind noch ebenso weitgehend unbekannt wie Sicherheitsgurte. Die Summe dieser Gegebenheiten führt regelmäßig zu verheerenden Schadensergebnissen. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung unverzüglich Kontakt mit den zuständigen staatlichen Straßenbäume aufzunehmen, mit dem Ziel, verkehrssichernde Maßnahmen zu ergreifen und die Bäume zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu fällen. xix Tatsächlich sind alle Unfallereignisse nach dem Wegfall der Bäume in diesem Straßenbereich stets glimpflich verlaufen. Das auf dem stillgelegten Bahndamm wachsende Unkraut beeinflußt die angrenzende Feldmark. Die Verwaltung soll sicherstellen, daß durch angewendete Unkrautverhütungsmittel diese Beeinträchtigung aufhört.xx |
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Der Ausbau des Neffelbachs zwischen der Abzweigung des in den Jahren 1908-1910 gebauten Umflutersxxi hinter Langenich und der Brücke zur Bergstraße ist inzwischen abgeschlossen.xxii In diesem Zusammenhang ist der Verlauf des Bachbettes vor allem in Bergerhausen wesentlich verändert worden. Zwischen Blatzheim und Bergerhausen verläuft das Bachbett jetzt in einigen Metern Abstand zu den dortigen Hausgärten. Die entstandene Fläche kann von den Anwohnern für 2 DM/qm erworben werden. Ab der ersten Brücke, die ebenfalls erneuert wurde, läuft der Bach jetzt geradeaus weiter und folgt dem Verlauf der nördlichen Baumreihe im Park, während er bisher nach Südosten abschwenkte und an dortigen Baumreihe entlang floss. Und während der Bach bisher nur eine geringe Uferkante hatte, ist er jetzt wie ein Graben von tiefen, steilen Böschungen eingefasst. Und hinter der früheren Scheiffartsburg (Hof Grass) fehlt jetzt natürlich der Wiedereintritt des Mühlenbachs. Wegen des Staurechts hatte es Rechtsprobleme gegeben, die in mehreren Verhandlungen zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und den Freiherren von Loë „im Wege eines Gentleman’s Agreement und durch Ansetzen einer einer Abstandssumme von 30.000,-- DM ausgeräumt worden“xxiii sind. Auf diese Weise wurde der Neffelbach gezähmt, man könnte auch drastischer formulieren und sagen „ermordet“. Überflutungen hat es seither nicht mehr gegeben, aber die schönen Stellen, wo Bach und Mühlenbach anmutig die Landschaft gestalteten, sind weggefallen. |
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1967 Der
Kreis Bergheim hat ein Buch „Der Landkreis Bergheim“
herausgegeben. Unter den darin vorgestellten Gewerbebetrieben finden
wir u.a. die Spedition Johann Bremer sowie den Gutshof und die auf
dem Gelände des ehemaligen Gutshofes Horrichem in Blatzheim errichtete
Konservenfabrik Hubert Stollenwerk & Söhne: |
![]() Die Spedition Johann Bremer wird als Unternehmen mit individueller Bedienung vorgestellt. Es „verfügt über einen transportfähigen Wagenpark, der es ermöglicht, neben dem innerdeutschen Verkehr auch Transporte in die europäischen Länder auszuführen.“ xxiv |
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Die Familie Stollenwerk setzt dabei in der Landwirtschaft neue Akzente. Hatten die Bauern den guten Lößboden in unserer Region bis dahin vor allem zum Anbau von Getreide sowie Zucker- und Futterrüben genutzt, liegt der Schwerpunkt bei den Stollenwerks auf Gemüseanbau und Schweinezucht. Für die Schweine gibt es einen – damals als fortschrittlich geltenden – Boxenstall, in dem bis zu 150 Zuchtsauen gehalten werden können. Daneben gibt es aber auch ein Freigehege, in dem sich die Tiere noch im Schlamm suhlen und an Bäumen schubbern können. |
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Im Blatzheimer Konservenfabrikationsbetrieb werden an zwei vollautomatischen Verarbeitungsanlagen in einem durchlaufenden kontinuierlichen Verfahren täglich bis zu 60.000 Gläser Konserven, vorwiegend Gewürzgurken, produziert. Zum Betrieb gehören auch Gemüsekühlhäuser, in denen 1.000 Tonnen Gemüse, vor allem Rot- und Weißkohl, eingelagert werden können. Das ermöglicht dem Unternehmen, das Gemüse nach der Ernte marktfrisch zu halten, um in Zeiten eines geringeren Angebots bessere Preise erzielen zu können. |
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21. September 1967 Die Gemeindevertretung beschließt, nunmehr die Kanalbaumaßnahme Hauptstraße Bergerhausen schleunig in Angriff zu nehmen. Damit die Arbeiten noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden können, teilt sie den Auftrag in zwei Lose ein, damit eine Firma von Blatzheim her und eine andere Firma von Bergerhausen her mit den Bauarbeiten beginnen kann. Die Straßenbeleuchtung in Bergerhausen soll ergänzt werden, und zwar durch Aufstellen von zwei weiteren Peitschenmasten an der B264 vom Ortsausgang bis zum Hof Weiers und einer Kandelaberleuchte an der Brücke Burgstraße.xxv In der heutigen Gemeinderatssitzung wird auch das Thema „Kommunale Neuordnung“ erstmals offiziell diskutiert. Das entsprechende Gemeinderatsprotokoll vermittelt uns nicht nur einen Überblick über die Willensbildung des damaligen Gemeinderates, sondern auch über die strukturellen Verhältnisse der Gemeinde Blatzheim in jenen Tagen: „Die Vertretung der Gemeinde Blatzheim bejaht eine kommunale Neugliederung, die das Wohl ihrer Bürger in den Vordergrund stellt. Für das derzeitige Gemeindegebiet ist zu beachten, daß der Durchmesser in nordsüdlicher Richtung 8 km beträgt, das Flächenaufmaß ist 2.344 ha und die Einwohnerdichte ist 105 Menschen je qkm. Das Gebiet besteht aus 3 Ortschaften und 8 Wohnplätzen. 24,4 km Gemeindestraßen verbinden die einzelnen Wohngebiete untereinander und zum Teil auch die Feldgemarkung. Hinzu kommt die Bundesstraße 264 und die Bundesstraße 477. Auf Grund der augenblicklichen Verkehrsverhältnisse sind die Einwohner, die außerhalb der Gemeinde eine Beschäftigung ausüben nach Köln, Düren, Kerpen sowie in den Raum Türnich, Frechen und Horrem orientiert. Günstige Verkehrsverbindungen bestehen durch die B 264 zwischen Köln und Düren. Auf Grund der vorgenannten Tatbestände hält die Gemeindevertretung eine selbständige Gemeinde in einem Amtsverband für angebracht mit der Maßgabe, daß überörtliche Funktionen durch Zweckverbände wahrgenommen werden. Zur Zeit ist die Gemeinde folgenden Verbänden angeschlossen: Sonderschulverband, Gymnasium Kreis Bergheim Süd, Hauptschule für die Volksschule und durch Amtsumlage mit einer Realschule sowie der Beitragsabteilung Neffelbach beim Erftverband. An öffentlichen Einrichtungen sind vorhanden: Katholische und evangelische Kirche, eine 8-klassige Schule, ein Kindergarten für 90 Kinder, Turnhalle, Sportplatz, 4 Kinderspielplätze, Grünanlagen, Nebeneinrichtungen für ein Lehrschwimmbecken, Kläranlage, Post, 2 Sparkassen, Friedhof (100.000,-- DM Rücklage für eine Friedhofshalle). Ferner verfügt die Gemeinde über 300 Morgen eigenes Land und ein Waldgebiet von 400 Morgen. Nicht vorhanden ist eine Schwimmgelegenheit. Sollte die Gemeinde Blatzheim sich mit anderen Gemeinden zusammenschließen müssen, so schlägt die Gemeindevertretung vor, als Möglichkeit folgendes in Erwägung zu ziehen: Zusammenschluß der Gemeinden des Amtes Kerpen. Sollte auch diese Regelung als nicht weitgehend genug die Genehmigung der Landesregierung nicht erhalten, als Lösung Zusammenschluß von Gemeinden südlich der Autobahn innerhalb des Kreises Bergheim, wobei der zentrale Mittelpunkt dieser Großgemeinde vor einem Zusammenschluß festgelegt sein muß. Zur Prüfung der Frage, ob die Selbständigkeit der Gemeinde erhalten werden kann, soll eine Kommission bestehend aus dem Bürgermeister und den Fraktionssprechern Schneppenheim (CDU), Volkmann (SPD), Peusquens (UWG) bei Regierung und evtl. Ministerium möglichst noch in den ersten Monaten abschließend klären, damit wenn nötig hieran anschließend der nächste Schritt für eine der vorhin aufgezeigten Lösungen getan werden kann. Es soll auf alle Fälle vermieden werden, daß von den hier betroffenen Gemeinden keine Tatsachen nach eigenen Beschlüssen geschaffen sind, wenn die von der Landesregierung eingesetzte Kommission für die kommunale Neuordnung den Kreis Bergheim besucht.“xxvi In dem 1967 erschienen Buch „Der Landkreis Bergheim“ merkt Amtsdirektor Schweren an: „Die Gemeinde ist finanziell nicht stark, aber unverschuldet und wird in Kürze neben einem bereits vorhandenen Industriebetrieb ein weiteres Werk erhalten. Die Wirtschaftslage kann dann als gesund und zufriedenstellend bezeichnet werden.“xxvii |
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iDatierung
nach Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Blatzheim, 1970, S. 39 iieigene Erinnerung und Bericht Ulrich Dohmen, 24.12.1999 iiivgl. Sitzungsprotokolle der Gemeindevertretung Blatzheim vom 10.12.1965, 18.2.1966 und 29.3.1966 ivSchreiben des SC Bergerhausen vom 7.2.1965; Archiv Jakob Dohmen (Anmerkung: Die Formulierung „dieses Jahr das Karnevalistische Dreigestirn zu stellen“ wird wohl auf die am 11.11.1965 beginnende Session 1965/66 verweisen) vSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 18.2.1966 viSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 29.3.1966 viiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 29.3.1966 viiiFestschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Löschzug Blatzheim 1900-2000“, Seite 29: Der allzeit gefürchtete Gegner - Die Schnelligkeit der Blatzheimer Wehr ixSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 27.6.1966 xSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 10.10.1966 xiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 16.12.1966 xiiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 27.6.1966 xiiiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 16.12.1966 xivSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 17.1.1967 xvSitzungsprotokolle der Gemeindevertretung Blatzheim vom 17.1.1967 und 2.3.1967 xviSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 2.3.1967 xviiJacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 40 xviiiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 17.4.1967 xixSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 6.7.1967 xxSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 6.7.1967 xxiTürk, Karl-Heinz, Der Neffelbach, Meinertzhagen 1987 xxiiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 6.7.1967 xxiiiSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 6.7.1967 xxivWirtschaftsdienstverlag Gerhard Stalling AG, Der Landkreis Bergheim, Oldenburg 1967, Bildunterschrift S. 140 xxvSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 21.9.1967 xxviSitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 21.9.1967 xxviiSchweren, Franz, Stadt und Amt Kerpen in Der Landkreis Bergheim, Wirtschaftsdienstverlag Gerhard Stalling AG, Oldenburg 1967, S. 131 |
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