Dorfchronik Bergerhausen - 1963 bis 1965

   


Die dunkle Fläche (siehe Markierung) zeigt den Höchststand des Wassers an.

6. März 1963

Nach einem ungewöhnlich harten Winter kommt es infolge einer plötzlich einsetzenden Schneeschmelze in der Nacht vom 5. zum 6. März zu einer Hochwasserkatastrophe. Vorsorglich aufgebaute Sandsackdämme brechen, Eisschollen drücken die Grenzmauer zum Park ein und innerhalb weniger Minuten steht das Gehöft Stollenwerk samt Wohnhaus, Scheunen und Ställen bis zu 1,50 Meter unter Wasser.

   

(Fotos oben und unten aus dem Besitz von Familie Fischer)

 

Außerdem überflutet der Neffelbach die Burg und die Vorburg sowie den Teschenhof (Grass). Feuerwehrmänner, freiwillige Helfer und Soldaten der Bundeswehr bringen bis zur Brust im eisigen Wasser watend Mensch und Vieh in Sicherheit. Die Bewohner des Gutshofes Stollenwerk werden mit einem Schlauchboot der Horremer Feuerwehr gerettet. Mit einem Boot der Feuerwehr Bedburg werden die in der Burg eingeschlossenen


  „Land unter“ am Teschenhof  - (Foto aus dem Besitz von Familie Grass)

 


 Mehrere TLF pumpen das Gehöft Graß (Teschenhof) leer.

Feuerwehrmänner und Soldaten evakuiert. Burg, Kapelle und Wohnräume müssen geräumt werden.

Im ganzen Gemeindegebiet stehen Keller und Häuser unter Wasser. 5 Tage lang ist die Freiwillige Feuerwehr Blatzheim nahezu pausenlos im Einsatz, zahlreiche Männer bis zu 22 Stunden am Tag.

   
Unterstützung gibt es durch die Feuerwehren aus Sindorf, Mödrath, Kerpen, Oberaußem und Bergheim. Der Sachschaden ging in die Hunderttausende. Menschen kamen zum Glück nicht ernsthaft zu Schaden.1 Allein drei Tage lang ist die Feuerwehr damit beschäftigt, den Wasserspiegel in der Burg auf den normalen Stand zurückzuführen.2

 

   

13. März 1963

Noch sind die Hochwasserfluten an Blatzheim und Bergerhausen nicht vorbeigezogen, da macht sich bereits eine starke Unzufriedenheit unter den Landwirten bemerkbar. Das hat seine Ursache in der vorgesehenen Flurbereinigung, die nach Meinung der kleinen Landwirte und Pächter zu ihren Ungunsten vorgenommen wurde.

Sie sprechen von einem ausgesprochenen Schildbürgerstreich, wenn sie daran denken, daß im Zuge der Flurbereinigung erst einmal die alten Wassergräben zugeschüttet wurden, bevor die neuen ausgehoben wurden. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann würden, so versichern sie, viel weniger Höfe unter Wasser stehen als es jetzt der Fall ist. Das trifft vor allem auf jene Höfe zu, die im flachen Gelände liegen.

Große Verärgerung bereitetet den Kleinlandwirten und Pächtern zudem, dass sie ihre Belange bei der Flurbereinigungskommission nicht berücksichtigt sehen. Ihre Felder wären oftmals an die Peripherie gelegt worden, während die Großlandwirte neue Ländereien in Hofnähe bekommen hätten. Außerdem wären als überflüssig erkannte Wirtschaftswege nicht beseitigt worden.3

 

9. April 1963

Die Anlage des Bürgersteigs von Bergerhausen nach Blatzheim hat 39.912,25 DM statt der veranschlagten 32.250 DM gekostet.
 

Ansicht des Neffelbachs in Richtung Langenich (Foto: Franz-Peter Dohmen)
 

Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe will man den schon länger geplanten Ausbau des Neffelbachs nicht länger hinauszögern. Alle angrenzenden Gemeinden, aber auch Industriebetriebe, die von dem Ausbau einen Vorteil haben, sollen entsprechend ihres Vorteils an den Kosten beteiligt werden.
 
Ansicht des Neffelbachs mit dem Tescherhof (Hof Graß) im Hintergrund (Foto: Franz-Peter Dohmen)
 

Die Gemeindevertretung beschließt ein pauschales Sitzungsgeld von 20 Mark pro Ratsmitglied und Jahr.4
 

Dieses Foto mit Bergerhausener Kindern auf dem Schmitteweg (Weg nach Dorsfeld) entstand vermutlich im Frühling 1963. Es zeigt v.l.n.r.: Franz Becker, Toni Senior, Christian Becker, Kurt Becker, Augustine Becker, Ulrich Dohmen
(Sammlung Franz-Peter Dohmen)
 

11. Juni 1963

Der Gemeinderat setzt neue Gebühren für die Müllabfuhr fest:

Für das 35-Liter-Gefäß wird ein Betrag von monatlich 0,85 DM (ab 1964: 1,10 DM) und für das 50-Liter-Gefäß ein Betrag von monatlich 1,10 DM (ab 1964: 1,40 DM erhoben.5

 

1963

Josef und Willy Stollenwerk beginnen auf dem Gelände des Gutshofes Horrichem in Blatzheim, Hauptstraße 105 mit einer „Gurkenfabrik“, einer Konservenfabrik, in der zunächst hauptsächlich Essiggurken eingekocht werden.6

 
  Der aus Oberschlesien stammende Wilhelm Kania hatte in Bergerhausen eine Familie gegründet. Als vor zirka zehn Jahren das Baugebiet entlang der Bundesstraße von Bergerhausen nach Blatzheim erschlossen wurde, hat er in Eigenleistung und mit den bescheidenen Mitteln, die ihm als Familienvater und Bahnbeamter zur Verfügung standen, ein Haus gebaut, das zweite in der Reihe nach Blatzheim. Für einen Verputz des aus verschiedenen Steinsorten aufgemauerten Hauses war lange Zeit kein Geld da. Trotzdem - oder gerade deshalb - kann Wilhelm Kania stolz sein auf seine Lebensleistung. Und seine Familie ist es auch:

Auf dem Foto aus dem Besitz von Dieter Peter sehen wir (v.l.n.r.): stehend Karl-Heinz Peter, Gerhard Kania, Maria Peter, geb. Kania, Waltraud Kania und Dieter G. Peter als 2 Jähriger.

     

1. Juli 1963

Zur Beschaffung einer Fläche für den Bau einer Kläranlage im gegen Blatzheim gelegenen sogenannten „Wäldchen“ des Parks zur Bergerhausener Burg, beschließt der Gemeinderat den Tausch von Land:

Clemens Freiherr von Loë erhält für die benötigte Fläche von 25 ar die doppelte Fläche an Ackerland, anschließend an den vorhandenen Besitz, sowie einen gutachterlich zu bewerteten Geldbetrag für den wegfallenden Holzbestand. Außerdem verpflichtet sich die Gemeinde für den Fall, dass der Ortsteil Bergerhausen kanalisiert wird, die Burg Bergerhausen gegen die normale einmalige Anschlussgebühr an das Kanalnetz anzuschließen, wobei der Freiherr die Kosten für ein dazu eventuell erforderliches Pumpwerk selbst trägt.

Ein an den Besitz des Freiherrn angrenzendes Ackerland in Bergerhausen wurde von Frau Noe aus Blatzheim angeboten, die dafür ihrerseits die dreifache Fläche gemeindeeigenen Landes „Auf der Heide“ verlangte.7

 

15. Juli 1963

Der Gemeinderat beschließt die Vergabe von Maßnahmen zum Bau einer Gesamtkanalisation in Blatzheim und Bergerhausen einschließlich der biologischen Stufe einer Kläranlage.8 

 

     
Die in Köln ansässige Zigarettenmanufaktur Haus Neuerburg macht für Ihre Marke „Overstolz“ eine Werbekampagne, in der Menschen in ihrem beruflichen Umfeld dargestellt werden. Einer von Ihnen ist Oskar John:

„Die Overstolz hat sich gar nicht verändert – ich rauche sie seit Jahren und sie schmeckt mir nach wie vor prima.

Oskar John, Einweiser im Rheinischen Braunkohlenrevier – Bergerhausen“

Die nebenstehende Kopie der Anzeige wurde freundlicherweise von Christian Richter, Berlin, zur Verfügung gestellt. Vgl. auch: http://home.arcor.de/15978977r/site/overstolzstart.html
  Overstolz-Werbung
     

5. November 1963

Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Blatzheim beschließt die Höhe der jährlichen Aufwandsentschädigung für den Bürgermeister (2.100 DM) und seinen Stellvertreter (300 DM).

Zur Erweiterung der vorhandenen Straßenbeleuchtung wird die Anbringung einer Überspannlampe in Bergerhausen am Hause Weiers und am Hause Stollenwerk (Kurve) beschlossen.

Dem SC Bergerhausen wird für die Jugendbetreuung ein Zuschuss von 60 DM zugesprochen.9

     


v.l.n.r.: Franz Klingenmaier, Josef Brandt, Annemie Pingen, Michael Pingen; vorn im Bild: Karl-Hans Brandt, der das Foto freundlicherweise zur Verfügung stellte.


Bei der fröhlichen Runde auf dem nebenstehenden Foto handelt es sich um den „Mau-Mau-Club“ der Familie Pingen/Brandt. Man trifft sich sonntags im Hause Michael Pingen, Hauptstraße, und spielt miteinander das Kartenspiel „Mau-Mau“.

An den Fingern kann man ablesen, wer an diesem Sonntag den 2., 3., 4., 5. und 6. Platz belegt hat.


 

17. Dezember 1963

Der Gemeinderat beschließt, den zuletzt als „Bundesstraße“, allgemein aber auch als „Chaussee“ oder „Landstraße“ bezeichneten Teil der Bundesstraße 264 ab der Kommandeursburg Blatzheim bis einschließlich Haus Kinder „Kölner Straße“ zu benennen.10 Die Berichterstattung in der Kölnischen Rundschau schließt mit dem Hinweis: „Zu Beginn der Sitzung hatte der Rat der Toten der letzten Wochen gedacht. Auf den Fensterbänken standen Lämpchen zur Erinnerung an die Menschen in der Ostzone.“11

 

Januar 1964

Josef Schneppenheim (Hecks Jupp), Gärtner von Burg Bergerhausen, wird beratender Friedhofsgärtner und erhält dafür von der Gemeinde jährlich 200 Mark.12 Zuvor oblag die fachgerechte Pflege des Friedhofs Anton Rockstroh (Rockstruhs Tünn), der auf dem Trümmergrundstück Hauptstraße 38, das bei Kriegsende von einer Fliegerbombe getroffen worden war, eine kleine Gärtnerei betrieb.

Die SPD bestätigt auf ihrer Jahreshauptversammlung als Ersten Vorsitzenden Alex Senior und als Zweiten Vorsitzenden Hans-Peter Hahnen. Walter Lerwe und Johann Senior werden als Revisoren wiedergewählt. Gastredner Heinz Wassen aus Sindorf weist darauf hin, dass der Schmittenweg von Dorsfeld nach Bergerhausen eine besondere Belastung für die Gemeinde darstelle, weil 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer über Bergerhausen, statt über Blatzheim fahre. Weil der Schmittenweg aber dem Verkehr nicht gewachsen sei, müsse der Kreis mit einem Zuschuss eingreifen.13

 

13. Februar 1964

Die Gemeindevertretung beschließt, von den Geschwistern Voiß, Kerpen, die 31,75 ar große Bauparzelle Blatzheim Flur 8, Nr. 459/5 und 455/5 – das ist die Wiese, die im Jahre 1961 als Kinderspielplatz eingerichtet worden war – zum Gesamtpreis von 36.000 DM zu erwerben.14

 

13. März 1964

Im Hinblick auf sein 40jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1965 will der Tambour-Korps Blatzheim ein neues Jugend-Korps bilden. (In dem Korps spielen auch mehrere Kinder und Jugendliche aus Bergerhausen mit.)

Die Feldwege innerhalb der gemeindeeigenen Ländereien „Auf der Heide“ sollen „unter Einsatz einer Transportfirma, Planierraupe und Bagger mit Kies ausgebaut werden. Hierfür soll der aus der gemeindeeigenen Kiesgrube in Dorsfeld in 1963 erzielte Erlös verwandt werden. Das benötigte Kiesmaterial wird aus derselben gemeindeeigenen Kiesgrube entnommen.“

Die gemeindeeigene „Daahs-Maar“ wird auf (zunächst) zwei Jahre an den Landwirt Jung aus Dorsfeld verpachtet. „Die Verpachtung erfolgt jedoch unter der Bedingung, dass der Pächter die von ihm genutzte Fläche gegen das Maar selbst hin mit einem Zaun versieht und diese Absperrung entsprechend bepflanzt. Ferner muß Pächter dafür Sorge tragen, dass ein Abladen von Schutt und Abfall in das Maar ausgeschlossen bleibt.“ 15

 

15. April 1964

Peter Schütz, bisher Traktorfahrer des Burghofes, wird als Gemeindearbeiter eingestellt.16

 

21. April 1964

Der Gemeinderat beschließt die Instandsetzung der überörtlichen Straße von Bergerhausen in Richtung Dorsfeld durch Aufbringen eines Teppichbelages im Gesamtwert von 14.000 DM. Der dann verbleibende Rest des betreffenden Haushaltstitels in Höhe von 3.500 DM soll für eine Oberflächenbehandlung der Straße von Bergerhausen in Richtung Clemenshöfe verwandt werden.17

Außerdem wird die Beschaffung einer Ruhebank zur Aufstellung in Bergerhausen beschlossen.
 

 Frau Johann Linden geht auf ihr Haus in der (frisch geteerten) Bahnstraße Nr. 4 zu.
 

Mai 1964

Maria Daniels bezieht mit Tochter, Schwiegersohn und ihren beiden Enkeln ein überwiegend von ihr selbst in Eigenleistung gebaute Haus Hauptstraße 15a.

 

29. Mai 1964

Der Gemeinderat bewilligt dem Sport-Club Bergerhausen einen Zuschuss in Höhe von 100 DM für die Durchführung einer Sport-Werbewoche in der Zeit vom 7. bis 14. Juni 1964.

Der Stundenlohn eines Gemeindearbeiters wird auf 3 DM festgesetzt.18

 

25. Juni 1964

Der Rat der Gemeinde Blatzheim beschließt, einen Bebauungsplan im Sinne des § 30 BbauG aufzustellen für das Gebiet der Gemeinde Blatzheim, Ortsteil Bergerhausen, nämlich Gemarkung Blatzheim, Flur 8, Parzellen 49/1 bis 6; 508/49; 287/62; 524; 525 und 539. Der Bebauungsplan soll eine Bebaubarkeit im Bereich zwischen Bundesstraße 264 und der Burg Bergerhausen unter Wahrung der berechtigten Belange öffentlicher Interessen sicherstellen, insbesondere Belange des Denkmalschutzes (Burg Bergerhausen) und des Landschaftsschutzes (Neffelbachtal) im Zusammenhang mit einer Begrenzung der zusammenhängenden Bebauung der Ortslage in rechtsverbindlicher Form klären.

Außerdem beschließt die Gemeindevertretung, der Erftland-Wohnungsbaugesellschaft Bergheim aus der 31,75 ar großen gemeindeeigenen Parzelle Flur 8, Nr. 459/5 und 455/5, ein zur Hauptstraße gelegenes Teilgrundstück in Größe von 1250 qm zum Bau von zwei Vierfamilienhäusern käuflich zu übertragen. Der Grundstückspreis beträgt pro qm 13 DM. Für den Bau dieser Häuser gewährt die Gemeinde der Baugesellschaft ein zinsloses Darlehn in Höhe von 60.000 Mark mit einer Tilgung von 2% pro Jahr.
 

Hier, wo bis vor wenigen Jahren die Scheune Graß/Voiß stand, sollen in Kürze Sozialwohnungen entstehen. 
Foto: Franz-Peter Dohmen
 

Die in diesem Bereich verbleibende Restfläche des gemeindeeigenen Grundstücks soll als Kinderspielplatz ausgebaut werden.

Des weiteren wird in dieser Gemeinderatssitzung der Auftrag zum Ausbau des Weges von Bergerhausen nach Dorsfeld vergeben. Die Firma J. Nowotnik KG aus Oberliblar ist bereit, den Ausbau zum Preis von 9.960 DM vorzunehmen.19

 

8. Oktober 1964

Nach den Gemeinderatswahlen vom 27.9.1964 besteht der Blatzheimer Gemeinderat jetzt aus 13 Personen. Mit der in Niederbolheim wohnenden Emmy Ullisperger (SPD) sitzt nun erstmals eine Frau im Blatzheimer Rat.

Im übrigen setzt sich der Rat jetzt zusammen aus den Blatzheimern Herbert Christoffel, Edmund Schneppenheim und Karl Wirtz (CDU), Alex Senior und Franz Volkmann (SPD) sowie Andreas Peusquens (UWG), dem Bewohner einer der Clemenshöfe, Johann Färber (CDU), dem Geilrather Peter Wilkens (CDU) sowie den Bergerhausenern Bernhard Cremer, Jakob Dohmen, Clemens Freiherr von Loë und Reiner Röder (CDU).

Jakob Dohmen wird in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt, wobei er parteiübergreifend von sämtlichen Ratsmitgliedern einstimmig gewählt wird. Mit zehn zu drei Stimmen wird Johann Färber als stellvertretender Bürgermeister wiedergewählt.20


9. Dezember 1964

Walter Freiherr von Loë wird zum Präsidenten des Verbandes Rheinischer Genossenschaften Raiffeisen e.V. Köln und damit zum Mitglied des Präsidiums des Deutschen Raiffeisenverbandes in Bonn gewählt. Der Bergerhausener Freiherr ist in der vierten Generation seiner Familie in diesem, von einem von Loë gegründeten Verband, tätig.21

 

15. März 1965

Der Gemeinderat beschließt die Ausdehnung der in der Ortslage Blatzheim bereits vollzogenen Erweiterung der Straßenbeleuchtung entlang der Kölner Straße und der Hauptstraße in Bergerhausen mit Peitschenlampen. In Neubaugebieten sollen Kandelaberleuchten aufgestellt werden. Für diese Maßnahmen sollen insgesamt 30.000 DM aufgewendet werden.

Die Firma Stollenwerk plant für ihre Mitarbeiter den Bau von Wohnhäusern entlang des Buschwegs in Blatzheim.22

 

13. April 1965

Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde beschließt die Anschaffung von Spielgeräten für den Bergerhausener Spielplatz. Beschafft werden sollen ein Kletterdach, eine Rutsche, eine Drehmühle, zwei Ruhebänke und zwei Papierkörbe.23

 

28. Mai 1965

Johann Färber wird als Schiedsmann wiedergewählt.24
 

 
   
Dienstag, 22. Juni 1965

Bergerhausen erlebt ein sportliches Großereignis. Die 52. Tour de France startet am Müngersdorfer Stadion in Köln und folgt der B 264 in Richtung Lüttich. Die Hauptstraße ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dennoch herrscht reger Verkehr. Französische Motorradpolizei und ulkige Reklame-Sonderfahrzeuge beherrschen die Straße. Dann nahen die Übertragungswagen des Deutschen Fernsehens und von RTL.

 
 
Das eigentliche Ereignis dauert nur wenige Sekunden. Gesichter sind kaum auszumachen, so schnell radelt das aus 130 Fahrern bestehende, geschlossene Feld vorbei. Am Ende der Tour wird der Italiener Felice Gimondi auf dem Siegertreppchen stehen.25
 
 
 
Sommer 1965
 
Der Neffelbach vor seinem geplanten Ausbau: Etwa 200 Meter vor der Burg gibt es ein Sperrwerk. Dort zweigt nach Südosten der die Burggebäude umfließende Mühlenbach ab, während der eigentliche Neffelbach um ein bis zwei Meter herabstürzt und von hier aus wieder in nördlichem Lauf Richtung auf die Gartenzone von Bergerhausen nimmt, wo das Bachbett vermutlich schon lange Zeit früher auf eine tiefere Ebene abgesenkt worden war.
 
 
 
Beim Austritt aus dem Park knickt der Bach für eine kurze Strecke nach Südosten ab und nimmt dann Richtung auf Langenich. Dort wo der Dorfgraben in den Neffelbach fließt, soll demnächst der Bach auf direktem Weg unter der bisherigen Brücke des Grabens unter der Burgstraße durchfließen. Der Graben soll zugeschüttet werden.
 

 

Links im Bild sehen wir die Wiesen des alten Bungerts am Krümmelshof. In der Bildmitte erkennen wir die Schweineweide von Stollenwerk.

 

Fotos: Sammlung Franz-Peter Dohmen. Die Fotos zeigen den Zustand vor dem Neffelbachausbau

 
22. Juli 1965

Die Bewilligung des Regierungspräsidenten zum Bau einer Kläranlage liegt vor. Der Gemeinderat beschließt in der heutigen Sitzungen weitere Baumaßnahmen, zu denen auch eine Kanalisation für Bergerhausen und Blatzheim gehört. Auch für den Ausbau des Neffelbachs stehen jetzt Landesmittel bereit. Wegen der Hochwassererfahrungen der letzten Jahre, soll der Ausbau zügig vorangetrieben werden. Der Vertrag zur Verpachtung von Gemeindeland an den Landwirt Michael Bulig geht auf dessen Adoptivsohn Heribert Bulig über. Dem SC Bergerhausen wird ein Zuschuß von 50 DM zugebilligt.26


August 1965

Herbert Bulig-Spies, Adoptivsohn des Dorsfelder Landwirts Michael Bulig und Gerd Klingenmaier, Sohn des Bergerhausener Landwirts Georg Klingenmaier, Hauptstraße 16, haben mit Erfolg die Prüfung als Landwirtschaftsmeister bestanden.

 

9. September 1965

Der Bundestagswahlkampf bringt ein prominentes Mitglied des Kabinetts Adenauer nach Bergerhausen und Blatzheim: CDU-Fraktionsvorsitzender und Bundesminister Dr. Heinrich Krone wird um 17.30 Uhr von Bürgermeister Dohmen an der Esso-Tankstelle in Bergerhausen empfangen, im offenen Cabriolet durch Blatzheim gefahren und auf dem Marktplatz in Anwesenheit vieler Bürger in aller Form begrüßt. Nach kurzen Ansprachen vor dem Gemeindehaus geht es zurück nach Bergerhausen, wo die Bonner Delegation zu einem Imbiß auf Schloss Bergerhausen einkehrt.27

 

24. September 1965

Auf dem Spielplatzgelände in Bergerhausen baut die Erftland-Wohnungsbaugesellschaft zwei Mietshäuser mit je vier Wohnungen. Aus diesem Grund sollen die bereits angeschafften Spielgeräte erst im nächsten Jahr hergerichtet werden.

Der im Vorjahr begonnene Ausbau des Weges von Bergerhausen nach Dorsfeld soll bis zur Bundesbahntrasse bei Dorsfeld unter Aussparung eines 350 Meter langen Teilstücks in Höhe der Kiesgrube Kost fortgeführt werden. Der Weg von Bergerhausen in Richtung Flugplatz soll in gleicher Weise einen Teppichbelag erhalten.28

 

        

   

1vgl. Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 37/38

2Clemens Freiherr von Loë, Chronik der Burg Bergerhausen, Festschrift 5 Jahre Burg Bergerhausen, Psychotherapeutisches Institut Berg Bergerhausen e.V. 1982

3Neue Rhein-Zeitung, Ausgabe Bergheim, 13.3.1963

4Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 9.4.1963

5Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 11.6.1963

6Aus einer Pressenotiz der J. & W. Stollenwerk OHG vom 27.7.1978, Sammlung Jakob Dohmen

7Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 1.7.1963

8Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 15.7.1963

9Protokoll zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 5.11.1963

10Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 17.12.1963

11Kölnische Rundschau, Kreis Bergheim, 20.12.1963

12vgl. Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 1.2.1965

13Kölner Stadt-Anzeiger, Kreis Bergheim, 22.1.1964

14Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 13.2.1964

15Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 13.3.1964

16vgl. Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 17.4.1967

17Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 21.4.1964

18Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 29.5.1964

19Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 25.6.1964

20Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 8.10.1964

21Schreiben Walter Frhr. von Loë vom 11.12.1964, Archiv Jakob Dohmen

22Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 15.3.1965

23Sitzungsprotokoll des Haupt- und Finanzausschusses vom 13.4.1965

24Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 28.5.1965

25Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 170, Ausgabe Erftkreis, vom 25.7.2000

26Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 22.7.1965

27Archiv Jakob Dohmen, September 1965

28Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 24.9.1965