Dorfchronik Bergerhausen - März 1945 bis 1949
| März 1945 | ||
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Bitterste Not bestimmen die ersten Wochen nach der Besetzung. Die Versorgung mit Lebensmitteln läuft nur schleppend an. Während der Abwesenheit ihrer Bewohner durchstöbern die Soldaten die Häuser und hausen wie die Vandalen. Nach und nach dürfen die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurück. Bei ihrer Rückkehr finden sie ihre bescheidenen Habseligkeiten, Fotos und Dokumente nicht selten im Schmutz ihrer Höfe und Gärten - oder überhaupt nicht mehr - wieder. Die Hauptstraße bleibt in der ersten Zeit für alle Zivilisten gesperrt. Pausenlos, Tag und Nacht rollt hier der amerikanische Nachschub an die Front, die rasch in Richtung Köln vorrückt.1 Clemens von Loë berichtet: „Vom Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 bis zum Kriegsende 1945 waren ständig Regiments- und Abteilungsstäbe deutscher Einheiten in Burg Bergerhausen einquartiert. Am 27.2.45 bezogen amerikanische Truppen das Anwesen. Die Burg wurde von Zivilisten und verwundeten deutschen Soldaten geräumt und danach sechs Wochen als Hauptquartier der Besatzungstruppen genutzt. Nach dem Wiedereinzug der Besitzerfamilie und einigen Mitarbeitern bewohnten auch amerikanische, belgische und schottische Einheiten die Gebäude. In den Folgejahren mussten die Schäden aus den Kriegszeiten beseitigt werden.“2 |
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| Mai 1945 | ||
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Wegen des immer heftiger tobenden Krieges war die Schule im Oktober geschlossen worden. Maria Pesch schreibt: „Anfang Mai 1945 fing die Schule für uns und viele neue Mitschüler, die aus den besetzten Ostgebieten übergesiedelt waren, wieder an. Der Krieg hatte seine Spuren hinterlassen. Wir von den auswärtigen Höfen besaßen keine Fahrräder mehr. Sie erfreuten sich großer Beliebtheit bei den Besatzungstruppen. So mussten wir eine lange Zeit den weiten Weg von Dorsfeld zur Schule zu Fuß zurücklegen. Hin und wieder waren wir froh, wenn uns ein Landwirt mit seinem Pferdekarren oder seinem Ochsengespann, der zu den Ländereien Richtung Dorsfeld unterwegs war, mitnahm. Mit der Zeit bekamen einige von uns Fahrräder mit Vollgummibereifung, und wir rumpelten wohl oder übel mit diesen Vehikeln über den mit großen Schottersteinen befestigten Weg.“3 Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg zog man in der Gemeinde eine Bilanz der Opfer: 77 Gefallene, 44 Vermißte und 16 Ziviltote. Auf dem „Ehrenfriedhof“ haben zudem 52 auswärtige Soldaten ihre letzte Ruhe gefunden.4 Es ist nicht nur eine erbärmliche arme, sondern auch gefährliche Zeit. Der Hunger und der Verlust althergebrachter Wertordnungen treibt viele Menschen in die Kriminalität. Man erzählt, dass der Bauer Bulig in Dorsfeld während eines Einbruchs durch ehemalige polnische Zwangsarbeiter erschossen wird.5 |
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Am
Fenster ihres Bauernhauses: Karl Fischer – wegen seines Bartes
„Zöpp“ genannt – und seine Frau (Foto aus dem Besitz von Heinz Titze). |
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4. Oktober 1945 |
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| Der Pächter des Ecke Hauptstraße/Bahnstraße liegenden Hofes, Karl Theodor Hubert Fischer, verstirbt.6 Der im Eigentum der Kölner Gymnasial- und Stipendiumsstiftung stehende Hof wird zunächst von Familie Steingass und einige Jahre später von Georg Klingenmaier übernommen. Der ursprünglich aus dem Schwäbischen stammende Klingenmaier saß zuvor als Verwalter auf einem Hof in Niederbolheim. Dort lernte er Agnes Pesch kennen, die dann seine Frau wurde und mit der er zwei Söhne hat, Franz und Gerd.7 | ||
| 1946 | ||
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Am 15. September und 13. Oktober 1946 fanden die ersten Kommunalwahlen nach dem 2. Weltkrieg statt. Im Gemeinderat ist die CDU mit 10 und die SPD mit 2 Sitzen vertreten.8 Ortsvorsteher wird der 45jährige Josef Schmitz aus Blatzheim. Er löst den Landwirt Wilhelm Pesch ab, der dieses Amt von 1938 bis 1945 inne hatte.9 |
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In Burg Bergerhausen richtet die „Rheinische Braunkohlen-Tiefbaugesellschaft“ Büros ein.10 |
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| 1947 | ||
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Walter Freiherr von Loë überträgt Gut Giffelsberg an seine erst 11jährige Tochter Anna Margarete.11 |
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Eine Feldscheune von Jakob Schüller brennt mit allen Maschinen ab.12 |
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| Der Burgmüller, Josef Dreiner, errichtet hinter seinem Wohnhaus im Unterdorf eine moderne, strombetriebene Mühle. Dort betreibt er neben der Mühle einen Handel mit Futtermitteln und einen Mehlgroßhandel.13 | ||
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Diese
vom Park aus fotografierte Ansicht der Mühle Dreiner
entstand im Januar 1982. Rechts das an der Hauptstraße stehende Wohnhaus. © Franz-Peter Dohmen |
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10. Juni 1947 |
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| "In diesen Tagen wird auf der alten Burg neues Leben einziehen. Dank der Initiative des Burgherrn Baron von Loe kommen fünfzehn Kinder aus Essen mehrere Wochen auf die Burg in Ferien. Träger der Aktion ist der Caritasverband, der damit den Großstadtkindern einige Wochen Aufenthalt verschafft. Bis Oktober sollen sie untergebracht und dann alle drei Wochen abgelöst werden, so dass in dieser Zeit rund hundert Kinder aus Bergarbeiterfamilien Erholung finden können. Betreut werden die Jugendlichen von zwei Caritasschwestern, die mit einer Köchin aus dem Dorf für das leibliche und seelische Wohl der Kleinen Sorge tragen. Der Besitzer hat eine ähnliche Aktion bereits in den Jahren vor 1933 ermöglicht. Auch heute sieht er die Not und das Elend der Zeit zu einem großen Teil in der Verwahrlosung der Großstadtjugend. Der Caritasverband wie auch die Kreisverwaltung haben sich sofort für eine Durchführung eingesetzt und mit der Inbetriebnahme begonnen. Die alte, schon 1300 erwähnte Burg, die bereits mit Büroräumen einer Kohlenstelle und mit Flüchtlingen belegt ist, erhält damit erneuten Zuwachs. Mehrere große Räume sind zur Verfügung gestellt worden. Betten, Wäsche, Töpfe, Eßgeschirre und andere Gebrauchsgegenstände stellt der Caritasverband. In diesen Tagen wird der erste Transport eintreffen. Der herrliche Park und die schöne Umgebung dürften für die Kleinen die beste Erholungsstätte bieten."13 | ||
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Bergerhausen, Hauptstraße 19: Bäckerei Peter Pingen im Jahre 1947 (Foto aus dem Besitz von Familie Willi Pingen) |
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| 15. Mai 1948 | ||
| Nachdem am 13. April 1948 eine kleine Gruppe um den Bergerhausener Transportunternehmer Johann Bremer und den Blatzheimer Josef Beuth sich entschlossen hatte, den Blatzheimer Turnverein wieder aufleben zu lassen, findet am 15. Mai in der Gaststätte Froitzheim (Blatzheim) eine Werbeveranstaltung statt, in der der „Turnverein Viktoria Blatzheim“ offiziell seine Vereinstätigkeit wieder aufnimmt. Johann Bremer wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.14 | ||
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Sommer 1948 |
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Uniformen
waren nach dem Krieg bei der Feuerwehr Mangelware. Wer die 1924
angeschaffte blaue Jacke der Feuerwehruniform nicht mehr besaß
und wer 1946 bei der Verteilung in der Kreisschlauchpflegerei
in Horrem zugegriffen hatte, bekam eingefärbte amerikanische
Militärblusen. |
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| Juli 1948 | ||
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Auf die Ausschreibung der Gemeinde von zwei Hilfsfeldhütern hatten sich zwei Bewerber gemeldet, die von der Vertretung für gut befunden wurden. Zur Erntesicherung erfolgte die Festsetzung von Sperrzeiten: von 21 bis 6 Uhr und von 12 bis 13.30 Uhr.15 |
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| 24. Juli 1948 | ||
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Margarete, die Witwe des Karl Fischer, verstirbt. Ihr Sohn Josef wird letzter Pächter des Krümmelshofes.16 |
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| 25. Juli 1948 | ||
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Bereits
zum dritten Mal in diesem Monat inszeniert die Theatergruppe des
Blatzheimer Kirchenchors im Park der Burg Bergerhausen die
Operette „Im weißen Rössl“. Freiherr von Loë hat sich - wie vor etlichen Jahren mit der Aufführung der Operette „Elmar“ durch die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Vereine - als eifriger Förderer der Freilichtaufführungen verdient gemacht.
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| Fotos: Sammlung Franz-Peter Dohmen | ||
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| Das komplette „Weiße Rössl“-Ensemble | ||
| 20. August 1948 | ||
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| Hochzeit von Johann und Hanni Becker, Hauptstraße 30 (Foto im Besitz von Marlene Kochs, geb. Senior) | ||
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Die Ähre von Georg Dohmen Der
Lenz entschwand; Schwer
hängt die Ähre. Die
Sense klingt. |
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Georg Dohmen (Foto: siehe unter 1915), der Verfasser des nebenstehenden Gedichtes, ist der nach Niederaußem verzogene Bruder des oben abgebildeten Kaspar Dohmen. |
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| September 1948 | |
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Die
Gemeindevertretung beschließt, dass ein länger
zurückliegender Grundstückstausch zwischen Gemeinde und
Stipendiumsstiftung und anschließendem Verkauf an den
Nutznießer in Bergerhausen jetzt endgültig erledigt werden
soll.
Der Gemeindebote (Engelbert Pingen?) erhält eine 15prozentige Lohnaufbesserung, da einer Anstellung die augenblicklichen Bestimmungen entgegenstehen.17 Foto: Engelberg Pingen (aus dem Besitz von Michael Pingen) |
| Oktober/November 1948 | ||
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Im Oktober 1948 fanden wieder Kommunalwahlen statt. In der ersten nach der Wahl unter der Leitung des bisherigen Vorstehers Joseph Schmitz durchgeführten Sitzung konnten sich, bei Abwesenheit eines unabhängigen Kandidaten, die gleich großen Fraktionen der CDU und der SPD nicht auf die Wahl eines Gemeindevorstehers einigen, so dass das Los entscheiden musste. Die Entscheidung ging zu Gunsten des Kandidaten der SPD, Johann Senior (Bergerhausen), aus. Die CDU erhob nun Anspruch auf den Stellvertreter, was aber die SPD nicht akzeptieren wollte. Daraufhin verließ die CDU den Sitzungssaal, so dass Beschlussunfähigkeit eintrat.18 |
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| Dezember 1948 | ||
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Genau einen Monat nach der beschlussunfähig gewordenen Sitzung trat der Gemeinderat erneut zusammen. Dem Anspruch der CDU auf den stellvertretenden Gemeindevorsteher wurde diesmal nicht widersprochen. Gewählt wurde Walter Freiherr von Loë. Hinsichtlich der zwölf Baustellen an der Reichsstraße 264 beschloss der Gemeinderat, den Quadratmeterpreis auf 0,70 DM festzusetzen. Diese Grundstücke waren vor der Währungsreform mit Vorkaufsrechten verpachtet worden. Mit der Wiederherstellung der Ortsbeleuchtung soll je nach Finanzlage begonnen werden. Da diese Arbeiten als Kriegsschäden anzusehen sind, erwartet die Verwaltung eine Rückvergütung von 75 %.19 |
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| 12. Februar 1949 | ||
| Die Kölnische Rundschau meldet: „Von einem Gutshof in Bergerhausen waren plötzlich zwei Gänse verschwunden. Ein dort beschäftigter Mann erinnert sich eines Bekannten, fährt in dessen Haus und bei den ersten Worten verrät Gänsegeschnatter das unfreiwillige Versteck.“ | ||
| 19. März 1949 | ||
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In der Kölnischen Rundschau liest man: „In der Monatsversammlung des Kath. Männerwerks sprach J. Dohmen über das Kommunistische Manifest. Der Vortragende brachte den schwierigen Stoff in markanter und anschaulicher Weise mit Unterstellung geschichtlicher Merkmale seinen aufmerksamen Zuhörern nahe. Die anschließende Aussprache war rege.“ |
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| 22. März 1949 | ||
| Eine kurze Notiz in der Kölnischen Rundschau vom heutigen Tage gibt uns einen Einblick in die Zusammensetzung der noch jungen Partei „CDU“ in der Gemeinde: „Die Ortsgruppe der CDU hielt ihre Jahreshauptversammlung bei Kraus ab. Neben dem Protokoll und Kassenbericht sprach man sich über die Tätigkeit der Gemeinde- und Amtsvertreter aus. Insbesondere wurde die kommunalpolitische Schulung empfohlen. Die Vorstandswahl ergab folgende Besetzung: Vorsitzender: Dr. Sagel, Stellvertreter: Kaspar Dohmen, Schriftführer: Heinrich Plücktheim, Kassierer: Josef Schmitz. | ||
| 31. März 1949 | ||
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Auf Burg Bergerhausen feierten dieser Tage Johann Schmitz und Michael Kraus ihr silbernes Arbeitsjubiläum. In der Frühe war in der Burgkapelle eine Dankmesse mit nachfolgendem gemeinschaftlichem Kaffee, wo von dem Arbeitgeber, Baron von Loë, sowie durch die Mitarbeiterschaft den Jubilaren Anerkennung für ihre treuen Dienste durch Überreichung eines Diploms und einer Reihe Geschenke zum Ausdruck gebracht wurde.20 |
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| 14. Juni 1949 | ||
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Die „Rundschau“ berichtet über zwei Einbrüche in Bergerhausen. Dabei fielen Dieben „außer zwei Fahrrädern noch mehrere Hühner in die Hände. - Bei einem nächtlichen Besuch in einem Gutshause erbeuteten Spitzbuben einen größeren Geldbetrag und ein Radiogerät.“21 |
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28. Juni 1949 |
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„Einem Landwirt verunglückten in den letzten Tagen zwei wertvolle Milchkühe. Ein Tier geriet in den Neffelbach und ertrank, das andere brach aus der Weise aus, ergötzte sich in einer nahegelegenen Kleeparzelle und fraß sich so satt, dass es an Kolik einging“, schreibt die Kölnische Rundschau.22 |
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| Sommer 1949: Karl-Hans, Anna, Matthias und Josef Brandt, Hauptstraße 24 - Foto aus dem Besitz von Karl-Hans Brandt | ||
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27. August 1949 |
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| In der Heidekiesgrube hatten Landwirte Spreu aufgeschüttet und in Brand gesetzt. Dabei explodierte eine dort liegengebliebene Handgranate. | ||
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„Den Ziegenhaltern zur Kenntnis, dass bei dem Landwirt Josef Fischer in Bergerhausen ein Zuchtbock steht.“23 |
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| 1. September 1949 | ||
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Bereits im Juni hatte der Gemeinderat im Rahmen einer Haushaltsdebatte einige Maßnahmen beschlossen, die auch Gesprächsgegenstand der aktuellen Sitzung sind. Es geht unter anderem um den Ausbau des Dorsfelder Weges, den Ersatz von vier im Krieg zerstörten Neffelbachbrücken im Gemeindegebiet und die Einführung einer „obligatorischen“ Müllabfuhr.24 In Bergerhausen soll die Müllabfuhr samstags in der Zeit von 8 bis 12 Uhr durchgeführt werden.25 |
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| 13. Oktober 1949 | ||
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Die Lokalzeitung berichtet über die letzte Gemeinderatssitzung: Der Erwerb des Grundstücks „Am Burgbenden“ vom Verwaltungsrat der Schul- und Stipendienstiftung Köln für Bauzwecke wurde gutgeheißen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen möglichst günstigen Abschluss zu vermitteln. Dem Feldhüter Peter Zaudig wird auf seinen Antrag hin die Verlängerung des Dienstverhältnisses mit der Gemeinde genehmigt, obwohl er die Altersgrenze erreicht hat. Für den Ansiedlungsantrag Senior auf dem Gelände der Heidesiedlung war die Vertretung mit einem Kaufpreis von 50 DM einverstanden.26 |
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| Montag, 19. Dezember 1949 | ||
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Bei starkem Publikumsandrang finden im Rahmen einer Gemeinderatssitzung im Gemeindehaus Blatzheim Bürgermeisterwahlen statt. Es wird von den beiden großen Parteien je ein Kandidat nominiert, wobei die Vertreter der CDU zum Ausdruck bringen, dass ihr Neuvorschlag keinerlei Kritik an der Person des bisherigen Bürgermeisters, dessen Arbeit sie volle Anerkennung zollt, darstelle. Die Wahl erbringt für jeden Kandidaten drei Stimmen, so dass eine Neuwahl notwendig wird.27 |
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| Mittwoch, 21. Dezember 1949 | ||
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Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Ortsbauernschaft wird der Vorstand gewählt. Ihm gehören u.a. Josef Fischer als Zweiter Vorsitzender, Jean Färber als Schriftführer sowie Heinrich Weiers und Michael Bulig als Beisitzer an. Fischer und - als Stellvertreter - Färber wurden zudem in die Landwirtschaftskammer gewählt.28 |
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Donnerstag, 22. Dezember 1949 Als letzter Kriegsgefangener unseres Dorfes kehrt Karl Zaudig heute aus russischer Kriegsgefangenschaft heim und kann das bevorstehende Weihnachtsfest nun endlich wieder im Kreise seiner Familie verbringen. Der Krieg und die Nachkriegszeit haben ihn, wie so viele Menschen seiner Generation, seiner schönsten Jahre beraubt. Als Halbwüchsiger eingezogen, kann er nun als Mann von Mitte zwanzig endlich sein Leben leben.
Foto links: |
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1vgl. Spiller, Harald, Kölnische Rundschau vom 2.4.1975 mit Zitaten von Elektromeister Josef Dohmen und Zimmermann Hans Reuter 2Clemens Freiherr von Loë, Chronik der Burg Bergerhausen, Festschrift 5 Jahre Burg Bergerhausen, Psychotherapeutisches Institut Berg Bergerhausen e.V. 1982 3Pesch, Maria, Meine Schulzeit von 1941 bis 1950, Festschrift zum 50jährigen Bestehen der St.-Elisabeth-Schule Blatzheim, 1991 4Senior, Johann, anläßlich der Einweihung des erweiterten und instandgesetzten Ehrenmals auf dem Friedhof am 12.10.1952 in der Kölnischen Rundschau vom 14.10.1952 5Von dem Raubmord an Bauer Bulig berichtete mir Heinz Titze am 27.8.2000. Wer weiß mehr darüber? 6Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 275 7Mündliche Berichte Gerd Klingenmaier und Maria Esser, 22.4.2000 8Senior, Johann, Tätigkeitsbericht des SPD-Ortsvereins Blatzheim (Hinweis auf das Jahr 1947), Kölner Stadt-Anzeiger 5.11.1963 9Wilhelm Pesch * 28.8.1904 in Niederbolheim, Ehefrau: Elisabeth Bauer, * 9.11.1905 in Blatzheim; Josef Schmitz, * 14.08.1902 in Blatzheim; Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Rathäuser erzählen Stadtgeschichte, Kerpen 1991, S. 49 10vgl. Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung Blatzheim vom 16.12.1954 11Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 70 12Jacobi, Klaus, Festschrift 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blatzheim, 1970, S. 36 13a Nach Auskunft verschiedener älterer Dorfbewohner wurde das Wohnhaus Dreiner 1934 erbaut und die Mühle nach dem Krieg, aber vor der Währungsreform. Müller Dreiner soll sich über zu hohe Pachtforderungen des Barons geärgert haben. 13b Kölnische Rundschau vom 10.06.1947, zitiert nach http://www.wisoveg.de/wisoveg/kr/kr-dig6/kr19470610ruhr.html 14Festschrift 60 Jahre T.V. Viktoria Blatzheim e.V. 1980 15Zeitungsbericht vom 6. Juli 1948 16Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 275 17Zeitungsbericht vom 23.9.1948 18Zeitungsbericht vom 16.11.1948 19Zeitungsbericht vom 16.12.1948 20Kölnische Rundschau vom 31.3.1949 21Kölnische Rundschau vom 14.6.1949 22Kölnische Rundschau vom 28.6.1949 23Kölnische Rundschau vom 27.8.1949 24Zeitungsbericht vom 1.9.1949 25Zeitungsbericht vom 22.9.1949 26Zeitungsbericht vom 13.10.1949 27Zeitungsberichte vom 17.12.1949 und 23.12.1949 28Undatierte Kopie eines Zeitungsausschnitts, vermutlich aus Dezember 1949 |
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