Dorfchronik Bergerhausen 1913 bis 1918
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7. August 1913 |
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Nachdem der 86jährige Blatzheimer Pfarrer Dechant Ludger Gillessen verstorben war, wurde am 7. August 1913 der 51jährige Pastor August Kugelmeier als Pfarrer im Kirchspiel Blatzheim eingeführt. Der neue Pfarrer schafft es in der 1600 Seelen-Gemeinde in den nächsten neun Monaten sonntags von 30 bis 40 auf 3000 Kommunionen. Er gründet den Mütterverein mit 300 Mitgliedern, die marianische Jungfrauenkongregation mit 150 Mitgliedern, den Jünglingsverein mit 120 Mitgliedern und den katholischen Arbeitsverein St. Josef mit 250 Mitgliedern. Bei der Blatzheimer Bevölkerung genießt der engagierte und mutige neue Pfarrer größte Sympathien.22 > Lesen Sie mehr über Pfarrer Kugelmeier auf der Homepage von Klaus Ripp. < |
Mai 1914Bei seinem Amtsantritt hatte Pastor Kugelmeier vom Generalvikariat den Auftrag bekommen, die baufällige und zu klein gewordene Kirche neu zu bauen. Das führte zu Auseinandersetzungen mit den wohlhabenden Bauern der Gemeinde sowie mit Bürgermeister Reichert. Anlass dafür war nach der mündlichen Überlieferung aus der Bevölkerung, dass Pfarrer Kugelmeier ein dem Freiherrn Clemens von Loë von der Kirchengemeinde gewährtes zinsgünstiges Darlehen von über 100.000 Mark für den Neubau zurückforderte. Mit diesem Geld, sowie dem Erlös von 16 Morgen Ackerland, dass die Bergerhausener Eheleute Gürtzenich der Kirche vermacht hatten, hätten die für den Neubau benötigten Mittel zur Verfügung gestanden. Nach offizieller Lesart stand dem Kirchenbau entgegen, dass dafür der um die Kirche herum angelegte Friedhof, der der Gemeinde gehörte, nach der Friedhofssatzung mit Rücksicht auf die Totenruhe noch zehn Jahre unangetastet bleiben musste. Kirchenvorstand und Bürgermeister sprachen sich deshalb gegen einen Neubau der Kirche aus und verwiesen auf einen Beschluss vom 22.2.1913, wonach lediglich eine Sanierung des Kirchendachs erfolgen sollte. Der Pfarrer, nahm die Haltung des Bauernstandes zum Anlass einer Predigt über das Bibelwort aus Markus 10, 25 Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. Mit seinen Predigten zog er sich endgültig den Zorn der Dorfobrigkeit zu, die beim Erzbischof in Köln die Versetzung des Pfarrers erwirkte.23 Das empörte die überwiegende Mehrheit der Blatzheimer, und nach dem ihre Bemühungen um den Verbleib des Pfarrers erfolglos geblieben waren, kam es zu Protestaktionen und Tätlichkeiten. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs und die Einberufung der Rädelsführer an die Front, brachten die Unruhen zum Erliegen. Die zwischen Arm und Reich entstandenen Feindseligkeiten im Blatzheimer Katholikenstreit wirkten jedoch nach. Noch 50 Jahre später scheren einige ältere Männer aus der Fronleichnamsprozession aus, wenn in Bergerhausen das Gebiet des Freiherrn von Loë erreicht wird. Weshalb es zu den heftigen Streitigkeiten gekommen ist, läßt sich aus heutiger Sicht nicht leicht erfassen. Wenn man die erhaltenen Schriftwechsel und Presseveröffentlichungen liest, erkennt man schon am Sprachstil, dass weder der Pfarrer, noch seine Widersacher sich konsensfähig zeigten. Die Auseinandersetzung um den Kirchenbau werden nicht der einzige Grund für die Haltung der Reichen gewesen sein. Pfarrer Kugelmeier war alles andere, als ein sanfter Seelenhirte. Im März 1895 war er zu einer Festungshaft verurteilt worden, weil er sich zehn Jahre zuvor der Wehrpflicht entzogen hatte. Gerade dies dürften die preußisch orientierten Zeitgenossen ihm verübelt haben. Das beweist auch eine Passage aus einem an Kugelmeier gerichteten Brief des Onnauer Gutsherrn Stupp vom 29.6.1914: Ein Mann der sich der Militärpflicht entzieht, nach Jahren aufgegriffen vor das Kriegsgericht gestellt und nach den Gesetzten abgeurteilt wird; sich nach seinem Eingeständnis im allgemeinen der größten Zuvorkommenheit von seiten seiner Vorgesetzten zu erfreuen, dann nach kurzen Haft begnadigt, seiner Militärpflicht genügt und auch dort bis zur vorzeitigen Entlassung dieselbe Zuvorkommenheit und anständige Behandlung genießt, dann als Dank dafür das Pamphlet Der schwarze Rekrut schreibt, ist für jeden anständigen Menschen abgetan. Pastor Kugelmeier schreibt in ähnlichem Tonfall zurück und wirft Stupp unter anderem vor, in ganz und gar unberufener Weise haben Sie Ihre Galle über einen Priester ausgegossen.
August 1914Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges machen nach Westen ziehende deutsche Truppen Quartier in Burg Bergerhausen.24 Alfons Commer berichtet25: Bei Ausbruch des Weltkrieges herrschte hier weniger laute Begeisterung, als ruhiger, fester Wille, dem Feinde zu trotzen. Mit einem Schlage waren die Meinungsverschiedenheiten, welche im Jahre 1914 die Gemüter der Einwohner unserer Gemeinde stark bewegt hatten, vergessen durch die gemeinsame Kriegsnot. Eingezogen waren 354 Männer unserer Gemeinde im Alter von 18-53 Jahren zum Kriegsdienste. Mancher kehrte zurück geschmückt mit den Ehrenzeichen des Eisernen Kreuzes und anderer Orden. Alle taten sie ihre Pflicht da wo sie hingestellt waren, sei es Frankreich, Belgien, Rußland, Serbien, Italien, auf See, Balkan, Orient und wo der Krieg sonst noch wütete. Mancher kehrte nie zu seinen Lieben zurück, oder nur schwer verstümmelt. Die Daheimgebliebenen halfen sich so gut sie konnten den Acker zu bestellen und hoch klinge das Lied der fleißigen Frauen und Kinder, die sich abmühten im Sonnenbrande, die Saaten auszusäen und die Ernten einzubringen. Später waren russische Gefangene, gefangengenommen an den Masurischen Seen, eine gute Hilfskraft. Deutlich hörte man in Blatzheim die Beschießung von Lüttich und Antwerpen, und als später die Westfront stand, scholl, besonders in den Herbsttagen, der Donner der Geschütze unabbrechend deutlich bis in unsere Gegend. |
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29. Oktober 1914 |
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15. April 1915Edmond Hoch bearbeitete Gut Giffelsberg mit Hilfe seiner Frau Agnes geborene Bünger und seines 1883 geborenen Sohnes Anton bis zu seinem Tod am 15. April 1915. Anton tritt die Nachfolge seines Vaters an. Noch bis zu ihrem Tod im Jahre 1932 wird ihn seine Mutter bei der Bewirtschaftung des Gutes unterstützen.26
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30. September 1917Josef Fischer (48) vom Krümmelshof schreibt an seinen an der Westfront kämpfenden Freund (?) Hubert:![]() (Originalbriefe im Besitz von Karina Altmeyer) ![]() Flora mit Fohlen auf dem Burghof bei Schüller (im Hintergrund) (Pferdefotos aus dem Besitz von Susanne Gilessen, geb. Dickmann) |
Bergerhausen den 30.9.1917 Deinen Brief habe erhalten und ersehe daraus, es geht Dir Gott sei Dank den Umständen nach noch zufriedenstellend. Ebenso geht es mit uns. Wir haben hier ein prachtvolles Herbstwetter. Heute morgen hatte es etwas gewasser reift. Ein guter Regen wäre uns sehr willkommen und nachdem wieder der herrliche Sonnenschein. Ich halte bei diesem Wetter den Monat September und Oktober für die schönste Zeit des Jahres. 100 Tage Sonnenschein sind besser zu ertragen als 3 Tage Regenwetter wenn der Regen nicht gelegen kommt. Beim Dreschen hatten wir auch herrliches Wetter. Dein Bruder Johann kam uns gerade gelegen. Er hat Karren an der Rutsche mit Ballen beladen. Andreas Müller hat hier im Hofe abgeladen. So konnte die Arbeit zum wenigsten weitergeführt werden. Zum Herbste 1918 wird die Sache doch wohl anders liegen. Das Lagerhaus am Bahnhof ist allen Bauern bequem gewesen. Hatte der eine verladen dann füllte der andere wieder. Jetzt ist alles glücklich abgerollt. Die Arbeit in den Stoppeln ging meistens noch gut, erst Mitte September machte sich die Trockenheit fühlbar auf den Feldern die noch nicht bearbeitet waren. Das Pflügen ging im Ganzen noch schön weil unten in der Erde noch Feuchtigkeit ist. Bei dem Pflügen sind die Pferde sehr heruntergekommen. 4 Pferde sind stets zusammen gegangen. Max, Juno, Olga mit Käthy. Käthy ist zugfest und geht schön, nicht so heftig wie Olga. Wenn übermüdet läßt das Fressen zuweilen zu wünschen übrig. Die Zuchtstute Frieda haben wir wieder abgegeben mit genügend Nutzen. Dieselbe wurde zeitweise lahm durch darauftreten und mußte dann unbedingte Ruhe haben. Die beiden Söhne sind gut gewachsen, tragen aber kein Fleisch auf den Rippen. Die zwei größeren beiden Rindern sind zur Zeit im Bungert. (Nachschrift) Am Freitag haben wir die Gerste gesäet Hippe Wald am neuen Weg und werden in denselben Gegend Weizen säen am Schmiedeweg und bis Lüpchensfeld. Dann ist der Roggen an der Reihe. |
![]() Jakob Schüller mit einem dunklen Kaltbluthengst ![]() Anmerkungen: Die Übertragung der alten Handschrift erfolgte so gut es mir möglich war. Einige Wörter oder Passagen bleiben unklar. Korrekturvorschläge sind jederzeit willkommen! An der Pumpe=später: Hof Klingenmaier Groummet = Grünmaht (Heu) Grünt=Grünzeug (Gras)
Josef Fischer, 1911 (aus einem Gruppenbild aus dem Besitz von Käthe Senior +) |
Fohlen und Rinder haben sich im Bungert gut erholt, müssen aber
jetzt, nachdem für 4 Wochen daselbst geweidet, wieder auf die obere
Weide um mit Grünt beigefüttert zu werden. Zu erwarten haben wir im
günstigsten Falle für's nächste Jahr etwas von Irma ihr Großen und
Flora, alles andere Wurscht. Schüller hat den braunen Hengst
verkauft und sich in Frankreich einen neuen schweren dunkel Fuchshengst
gekauft. Bei der Ankunft hier sagte Vater Johann das ist doch kein
Hengst. Zilken von Forst und Golzheim hatten auch gleichzeitig zwei
Hengste dort gekauft beides Füchse. Diese waren besser im Futter. Das
Rind, das Du im vorigen Jahr als tragend bezeichnet hattest, hat heute
morgen ein schönes Mutterkalb bekommen. Den großen Stier haben wir noch,
ebenso Siegfried und Dickchen an der Pumpe. Bei der Auflösung der
Kaninchenzucht der Kompagnie in Düren haben wir auch einige Kaninchen
angekauft Johann Zirn eine Mutter mit 9 Jungen, Widderkaninchen
mit Schlappohren, 1 blaue Wiener Häsin und noch einige Widderkaninchen.
Zwei von den Jungen haben wir an den Schwiegersohn von Clemens Esser
verkauft sonst hätten wir dieselben jetzt zum Sanitätsdienste abgegeben.
Die Kartoffeln haben wir mehr wie zur Hälfte ausgemacht. Dieselben sind
schön geworden. Die Kartoffelnot wird nun endlich doch bald aufhören
überall und jeder hat wenigstens bis April seinen Bedarf einliegen.
Bevor Regen fällt können die Zuckerrüben nicht ausgemacht werden.
Dieselben scheinen gut zu sein, auch die Möhren. Wir hatten diesesmal
auch etwas Kappus unter die Mohren gesäet. Dieser war besser wie im
Garten und haben wir ihn schon eingemacht. Den Groummet haben wir unter
Dach bis auf einen Teil von Morgen. Hupperts ist dieser Tage an
Lungenentzündung schnell gestorben und wird seine Frau zu Lichtmeß das
Geschäft niederlegen. Du siehst, als Civilist stirbt man auch mal
schnell. Unsere Jagd verspricht in diesem Jahre besser zu werden wie
früher. 3/4 ???? ist Stammgast. Ich werde denselben wenn
möglich für Deinen Urlaub aufsparen. Vielleicht kommt noch etwas dazu.
Abts Jean war gestern Stunden auf Jagd. Zuvor hatte er einen
Transport Kanadier und Amerikaner nach Köln gebracht. Ich bin mir sicher
Hubert, die Sache kommt in Rußland doch bald zum klappen. Auf Gott
befohlen lieber Hubert beten nicht vergessen und alles kann noch gut
werden. Viele herzliche Grüße von uns allen. Jos. Fischer |
28. April 1918 |
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Bergerhausen, den 28.4.1918 |
Donnerstag hatten wir in der Umgebung Gewitter. Freitagmorgen fing es früh an zu regnen, meist Gewitterschauern. Gestern war es fast trocken, bald dunkel, bald heller. Heute ist es nebelig. Wind von Geilrath, also Nord-Nordost. Trockenes Wetter, mäßig warm wäre uns jetzt erwünscht. Wir müssen noch 1 Stück Rüben fahren am Schmiederweg. Möhren haben wir zum Teil schon gesäet. Wir pflanzen 6 Morgen Gemüse für die Stadt Cöln, halb Winter halb Sommergemüse. Die Kartoffel sind in der Erde, das Stück, worauf wir Lea angespannt haben. Bei dem günstigen Wetter steht die Winterfrucht gut, bis jetzt auch der Hafer, ist schon schön grün, desgleichen die Ritterbohnen. Der Wald wird schon dunkel, die Frühpflaumen haben schön geblüht, Birnen wenig. Die Apfelblüte scheint gut zu werden. Im Laufe der kommenden Woche werden wir die Kühe und Rinder auf die Weide bringen bei gutem Wetter. Bei dieser Arbeit werden wir Dich wieder sehr vermissen. Der kleine Graben an der Weide längs der Gussen ist fertig. Gestern haben wir Dornen aufgesetzt, damit der noch nicht angewachsene Rasen nicht heruntergetreten wird. Wir hatten am Walde einen Karren geholt. Pferde sind noch keine abgeholt worden, ob's dazu kommt, wer weiß es. Dohmens Schörsch ist Sergeant geworden. Derselbe kommt auch bald nach dem Westen. In diesem Jahre kommen Kinder aus Trier hierhin zur Erholung. Pitter Maus ist jetzt ein strenger Jagdhüter geworden, er geht mit der Knarre abends an den Wald um auf Rehböcke zu lauern und die Ströpper zu erwischen. Die Kanin an der Pumpe haben Junge. Die blaue Wiener Häsin leider nur eines, zwei sind eingegangen. Gestern haben wir den Fohlen die Füße bearbeitet. Es war schon eine schöne Zeit her, nicht wahr. Der Schmied Hein ist noch nicht wieder zurück vom Militär. Andreas Müller ist auch noch nicht zur Landwirtschaft zurück. Sonst noch alles beim Alten. Nun, lieber Hubert, Gott befohlen. Kopf oben und das Beten nicht vergessen und es wird gutgehen. Viele herzliche Grüße von uns allen. Dein Jos. Fischer. |
30. Juni 1918 |
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erlebten wir dieses Jahr dasselbe wie im vorigen Jahr.
Das Heu war zu 3/4 fertig da läßt ein Junge die Schleuse herunter die
seit vorigem Jahr noch kein neues Schloß erhalten hatte und das Heu
wurde naß. Nun müßten wir daselbst aufladen und hier trocken machen,
alles Arbeit, die absolut nicht nötig war. Der (Inkarnatklee) hat einen
schönen Ertrag geliefert. Der Rotklee (Scheunentor Hofmar) ist auch
besser wie im vorigen Jahr. Infolge des (heißen) Wetters sind die
Kartoffeln auch noch zurück. Kirschen waren mäßig. Äpfel gibt es
ziemlich, Birnen fast keine. Pflaumen auch nicht viel. Wir haben in
diesem Jahre 5 Morgen Kappus und 1 Morgen Strauchbohnen gepflanzt. Im
ganzen sind in Bergerhausen 100 Morgen Gemüse gepflanzt. Der Krauskohl
muß noch gepflanzt werden. Die Rinder auf der Weide und die Fohlen haben
sich bis heute gut erholt. In 8 Tagen wechseln dieselben wieder in den
Bungert. Das Fohlen von Flora, ein schönes Hengstfohlen, haben wir
leider um etwas zu retten schlachten müssen. Es litt an
Darmverschlingung, die sich nicht bessern wollte. Zum Fahren haben wir
ein kleines braunes Pferdchen wie Erna von Heller war angeschafft. Da
die dunkelbraune Xxxxx Käthy zum Laufen nicht taugt. Die große
Fuchsstute Frieda, die wir wieder an Xxau verkauft hatten weil dieselbe
stets halblahm war, geht jetzt wieder ganz gut. Man sieht das
Schieftreten in den Furchen und das Wenden im tiefen Boden taugt nicht
für manches Tier. Pitter Maus hat mit Xxxx die vor einem Monat auf der
Heide einen Rehbock erlegt. Der Pitter (geht) jeden Abend mit der Knarre
zum Walde. Die jungen Ziegen nebst Junggeflügel haben sich bei dem
schönen Wetter wie es vor 14 Tagen war, gut entwickelt. Die Kanin und
der junge Fasan haben auch schon mehrere Male Junge gehabt. Die blaue
Wiener Häsin hat noch kein neues Jungtier geworfen. Demnächst soll
dieselbe von einem blauen Rammler gedeckt werden. Den Schxxxxhahn haben
wir verkauft, haben jetzt nur noch den weißen Hahn. Du bist nun wieder
einmal etwas über alles auf dem Laufenden. Vergiß das beten nicht und es
wird mit Gott gut gehen. Viele herzl. Grüße von uns allen. Dein Jos.
Fischer |
25. August 1918
Erneut wird Burg Bergerhausen zum Soldatenquartier. Zuerst machen zurückgehende deutsche Soldaten dort Station, anschließend ziehen britische Truppen als Besatzung ein.27 Alfons Commer schreibt: Tag und Nacht, 8 Tage lang, rissen die Truppenzüge auf der Chaussee nicht ab und trotzdem ging der Verkehr ordnungsmäßig weiter, ein Zeichen für die wunderbare Disziplin des deutschen Heeres, welches vier lange Jahre einer Welt von Feinden trotzte. Jeder unserer Mitbürger gab das was er hatte, um den Soldaten ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Hoch rechnen wir es den britischen Truppen, als sie nach Friedensschluss unseren Ort besetzt hielten, an, dass sie uns während der 18 Monate dauernden Besatzungszeit human behandelten. Die hier einquartierten britischen Truppen bestanden in der Reihenfolge aus Neuseeländern, Nordhumberlandfüsilieren, dem schottischen Regimente Argeyl and Suderland, Kings Husars und Royal Horse Artilery. An der Obermühle (Blatzheim) lagen Inder in Zelten, schöne, schlank gewachsene Menschen in majestätischer Haltung zu Pferde, mit ebenmäßigen, braunen Gesichtern unter kunstgerecht geschlungenen Turbanen.28 Nach dem Krieg zählte man in der Gemeinde Blatzheim 55 Gefallene und 5 Vermisste.29 |
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1Clemen, Paul, Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim, 1899, Nachdruck in Kerpener Heimatblätter 1-2/1977, S. 93-96 2vgl. Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 75 3Pachtvertrag von 1900 (im Besitz von Hans Jakob Beyenburg, Kerpen) nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 78 4Onnau, Hans Elmar, Festschrift der Bürger-Schützenbruderschaft St. Kunibert 1849 Blatzheim e.V., 1974, S. 41 5Zeitungsbericht über die Goldhochzeit der Eheleute Heinrich Oepen und Gertrud, geb. Weierstraß, Kölnische Rundschau vom 23.2.1956 6Otto Graf Beissel, Der Kreis Bergheim, seine Verwaltung und wirtschaftliche Entwicklung 1899-1909 7Weingarten, Helmut, Die Eisenbahn zwischen Rhein und Erft, Rheinlandverlag Köln 1987, S. 106 8Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 9Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 10Otto Graf Beissel: Der Kreis Bergheim, seine Verwaltung und seine wirtschaftliche Entwicklung während des Zeitraumes vom Jahre 1889/99 bis 1909, Bergheim 1909, S. 194 ff. in Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 17-18 11Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 70 12Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert/Ohm, Anneliese, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Bergheim 1 13Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 14Onnau, Hans-Elmar, Die alten Blatzheimer Grabsteine, Kerpener Heimatblätter 3/1969, S. 461 15Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, Nr. 2357 nach Josef Krings, Susanne Harke-Schmidt in Mühlen an Neffel und Erft, 1997, Seite 137 16Josef Krings, Susanne Harke-Schmidt in Mühlen an Neffel und Erft, 1997, Seite 32 17Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Kerpener Wasserburgen, Kerpen 1989, S. 24 18Die Datierung sowie die Bezeichnung der abgebildeten Personen erfolgte am 8.8.2000 durch Käthe Senior, geb. Willschrey, 19Weingarten, Helmut, Die Eisenbahn zwischen Rhein und Erft, 1987, S. 39 und 106 20Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 275 21Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert/Ohm, Anneliese, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Bergheim 1 22Geisler, Wolff, Dä Pastuur bliev he, WDR 3, 23.3.1985 23Ripp, Bernhard, August Kugelmeier, Pfarrer in Blatzheim, in Kerpener Köpfe, Kerpen, 1988 und Geisler, Wolff, Dä Pastuur bliev he, WDR 3, 23.3.1985 24Clemens Freiherr von Loë, Chronik der Burg Bergerhausen, Festschrift 5 Jahre Burg Bergerhausen, Psychotherapeutisches Institut Berg Bergerhausen e.V. 1982 25Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 26Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 78 27Clemens Freiherr von Loë, Chronik der Burg Bergerhausen, Festschrift 5 Jahre Burg Bergerhausen, Psychotherapeutisches Institut Berg Bergerhausen e.V. 1982 27a Mitteilung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Az.: 442 537/Ö 2/II(14/18)-Ru, Kassel, 14.7.1975 28Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 29Senior, Johann, anlässlich der Einweihung des erweiterten und instandgesetzten Ehrenmals auf dem Friedhof am 12.10.1952 in der Kölnischen Rundschau vom 14.10.1952 |
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