1752Maximilian Reuter stirbt am 2. Juli 1752 in Bergerhausen. Die Scheiffartsburg geht an seinen Sohn Johann Goswin Ferdinand Reuter über, der Schöffe am kurkölnischen Gericht in Blatzheim ist. Auch er tritt der Blatzheimer Kirchlichen Bruderschaft bei.1
4. März 1753Ludwig Lambert von Leerodt stirbt. Der Krümmelshof geht an seinen zwanzigjährigen Sohn Johann Jakob Josef Anton Freiherr von Leerodt zu Leerodt und Born.
21. September 1753Und auch auf der Scheiffartsburg gibt es in diesem Jahr einen Todesfall. Goswin Ferdinand Reuter stirbt am 21. September 1753. Da er keine Nachkommen hat, vererbt er die Scheiffartsburg an seine Cousine Sara Constantia von Römer.
1754Neue Halbwinner auf dem Krümmelshof sind Reiner Bergerhausen, ein Angehöriger des alten Blatzheimer Halfen- und Schöffengeschlechts Bergerhausen, und seine Frau Maria Kleefisch aus Blatzheim.2
1755Inschrift auf einem an der Nordseite der Blatzheimer Kirche eingemauerten Basaltkreuz: „ANO 1755 den 3. APRIL IST DIE EHR VND TUGENTSAME FRAW CATHARINA SANdS ZEITLEBENS GEWESENE HALBWINNERIN AUFF GROSS DORSFELD IM 90. JAHR IHRES ALTERS GOTT SEELIG IM HEREN ENTSCLAFFEN VND GETREW Ehe FRAU MARTINI FÖRSTER R.I.P.“3
1756-1763Im Siebenjährigen Krieg hat die Burgmühle besonders viele Einquartierungen zu verkraften. Der Pächter Bertram Boer schreibt: „Jeder zeit habe vor und nach bey geendigtem feltzug so an kayserlichen alß französischen freypartey wenigstens 45 mann gehabt, denen welchen nebens hew, haaber, auch vielmahlen bier, mit brandewein sogar wein und die beste kost alles überflüssig hergeben müssen.“ Auch zu Botenfahrten nach Paffendorf, Jülich, Nörvenich und Köln hatte man den Müller herangezogen. Außerdem musste er das Magazin in Blatzheim mit Lieferungen versorgen.4
1764Nach einem Gerichtsurteil soll die „Mühle zu Bergerhausen und darzu gehörige ländereyen von Einquartirung frey“ sein. Gleichzeitig wird beschlossen, dass die Gemeinde die dadurch entstehenden Kosten zu tragen hat.5 Daraufhin fertigt Bertram Boer eine umfassende Aufstellung aller Kriegslasten an. Der Kostennachweis von umfasst alle Einquartierungen der unruhigen Zeit von 1735, 1742/43 und 1756 bis 1763 auf. Dabei gibt Boer zu bedenken, dass er nicht alle entstandenen Kosten belegen könne, besonders aus der Zeit des „französischen Kriegs“ 1742/43 fehlten ihm die Belege („billetter“). Er macht Kosten von insgesamt 173 Reichstaler, 16 Albus und 5 Heller geltend. Ob dem Müller alle Kosten erstattet werden, ist nicht überliefert. Die Gemeinde versucht nämlich nachzuweisen, dass Boer die geforderte Erstattung nicht zusteht.
17. Mai 1766Bertram Boer stirbt im Alter von 91 Jahren.6 Die Burgmühle fällt an seinen Sohn Joes (Johannes).7
30. April 1769In der Nacht zum 1. Mai 1769 steht die Mühle der Bongartsburg lichterloh in Flammen. Johannes Boer sieht sich deshalb gezwungen, um Erlass der zu zahlenden Grundpacht nachzusuchen: „... die mir elociert wordenen zu Bergerhausen unter der Blatzheimer jurisdiction gelegene wasser-Mühle, sambt scheur, und ställen, mit allinger meiner mobiliar-haabschaft, ein pferdt und vier schwein ausgenohmen, ultima aprilsi jahres 1769 durch ein in der mitter-nacht entstandene feuers-brunst (ohne, dass desfalls mit oder meinem haußgesindt, wie das beygegebene gerichtliche attestum bewähret, die mindeste schuld aufgemessen werden könne) leider biß auf den grund verzehret worden seye. Gleichwie nun ich an Sie der Herstellungh deren mir ohnumgänglich nothigen effecten und Bestialien und die die erbawung sothaner mühlen von mir zu tragen gewasener kösten das geringe (so in besagtem jarh 1769 eingescheuert und wofür ich jedoch dem gütigen gott nicht genügsamen dank abzustatten hab) zu verwänden, und benebens mich in viele schulden des endts zu stecken genöthigt worden, und dan mir die ... bestehende grund-pfachten zu entrichten, ohnmöglich fallet.“ 8
1770Johannes Boer hat die im Vorjahr abgebrannte Mühle wieder aufgebaut. Das hat ihn und seine Familie vermutlich in den Ruin getrieben. Er sieht sich deshalb genötigt, das bereits zitierte Gesuch an den kurkölnischen Oberkellner zu Lechenich, Hofkammerrat Bombay zu richten, in dem er darum bittet, dass man ihm wegen der hohen Kosten, die der Wiederaufbau der Mühle verursacht habe, die zu entrichtende Grundpacht erlassen („zum guten schreiben“) solle.9 Doch die Bitte bleibt ungehört.10 Auf der Krümmelsburg sitzt (immer noch) Reiner Bergerhausen.11
11. November 1771Da der Müller Boer zahlungsunfähig geworden ist, verpachtet Freiherr Hugo Heinrich von dem Bongart seine Mühle weiter. Die neuen Pächter sind Johannes Gurtzenich und seine Frau Sophia Scheben. Gurtzenich ist zuvor Pächter der dem Grafen von Schaesberg gehörenden Kerpener Broichmühle gewesen.12 Der neue Pachtvertrag wird unter dem 18.11.1973 förmlich abgeschlossen. Er hat, wie es seinerzeit üblich ist, eine Laufzeit von zwölf Jahren und ist nach Ablauf von sechs Jahren beiderseits kündbar. In die Pacht eingeschlossen sind 8 Gewalten Holz, „wozu die Mühle jährlichs berechtigt ist. Außerdem wird vereinbart „...3tens sollen pfächtern, wan die noch gute Mühlenstein verschließen seynd, auff ihre eigene kösten neue anschaffen, bey dem abzug aber ihnen pfächtern solche, wie bräuchlichß, vergütet werden. 4tens wan an der Mahl-Mühl und Behausung noch etwas zu machen ist, soll Verpfachtende herrschaft die materialien schaffen und den taglohn zahlen, pfächtern aber kost und tranck geben. 5tens weilen der alte Müller die heck am Bongart verdorben, sollen Pfächtern eine neue auf ihre kösten herstellen, und den Weg bis an die alte bach im standt (auch die länderey in guter misung) und dorten bräuchlicher besserey unterhalten. 6tens wan der Müllenbau wie auch die archk verschließen ist, soll Verpfachtende herrschaft das neu Holzwerck geben, auch den taglohn zahlen; pfächtern aber sollen kost und tranck hergeben und alles in geziemender Reparation auff ihre kösten halten. 7tens da der Bergerhausener Burg halffen und Finger halffen das Jahr hindurch Niederbohlemer halffen wenigst ein halb Jahr gehalten ist bey pfächterei mahlen zu lassen, so sollen sie dieses gut mahlen, und gewöhnlichen molter nehmen. widrigens wan der gegentheil erwiesen wirdt, soll gemelte anderwertig zu mahlen erlaubt werden.“ Der Umfang der zu leistenden Pachtzahlungen wird am Schluss des Vertrags aufgelistet: „10tens pfächtern fünffzig zwey (Reichstaler) 80 (Albus) Cölnisch, 54 stüber, welche der vorige Müller Johannes Boer wegen der ohligs-Mühl in rechnung eingeführt, Verpfachtende Herrschaft aber bona fide statt baarer zahlung angenohmen, jedoch mit dieser ausdrücklichen bedingnuß, dass ihme pfächtern dasjenige, was sie zur Verbesserung und reparation der ohligs-Mühle fort anschaffung neuen steins zur besagten Müllen anweden – und wie geschehen mit quittungen bescheinigen werden, an statt baarer zahlung auff bemehlt 52 (Reichstaler) 54 Stüber solle validiert – und ihme beiym abzug von den neu antrettenden pfächtern dieser ertrag, wan besagter maßen ist abgeführt, baar obrückzahlt werden. Wan aber Besagtes quantum deren 52 (Reichstaler) 54 (Stüber) ist getilget worden, alsdan sollen pfächter für fernere Verbesserungen und reparationen an der ohligs-Mühle nichts passiren und in dessentwegen an die Verpfachtende herrschaft nichts zu praetendiren haben. 11tens sollen pfächtern jährlichß (ausschließlich des ersten termino Martini 1772 verfallenen pfachtjahrs, wie by der pfacht condition ist festgestellt worden) an reinem, wohlgerannten, marckgebigen früchten auff die Bergerhausener Burg liefern dfrey0ig Cölnnische malder korn, und an die Vicarie zu Kerpen vier malder korn, und über richtig geschehene zahlung besagter vier malder die quittung auffweisen; ferner sollen pfächtern an Jährlichem geld pfacht zahlen p(ro) 80 ar Cöllnich einhundert (Reichstaler), auch die dreyßig malder pfachtfrüchten auff Cöller, Deurer oder ander örther von gleicher distantz, welche ihme von Verpfächtern kösten frey hinfahrung und darnebens nach Paffendorf ohnentgeldlich einige holtzfuhren thun. 12tens sollen pfächtern an trockenem weinkauff zahlen viertzig (Reichstaler), welche auch laut hierüber abgegebener quittung richtig seynd abgeführt worden. 13tens damit Verpfächtern des jährlichen pfachts und übrigen im pfacht-brieff gemelte conditionen desto gesicherter seyn möge; so sollen pfächtern zum angreifflichen Unterpfand alle ihre sowohl jetzige als zukünftige gereyde und ungereyde güther, wie und wohe sie gelegen, um sich darahnvia paratissime executionis erhohlen zu können, und Verbinden sich auff Verlangender Verpfachtende herrschafdt hinlängliche caution zu stellen.“13
1774Freiherr von dem Bongart schließt mit Johannes Boer einen Vergleich, in dem Boer unter anderem auf alle Ansprüche bezüglich des Neubaus der abgebrannten Mühle verzichten musste. Einen Teil der ausstehenden Pachtzahlungen muss der neue Müller übernehmen.14
1777Eine von dem österreichischen general Graf von Ferraris gezeichnete Karte der Herrschaft Kerpen zeigt auch den Hof Onnau. Man erkennt eine Vierkantanlage mit Wassergräben und Gärten. Eine Zufahrt führt zur Lechenich-Bergheimer Straße. Weitere Wege führen nach Langenich, Kerpen und Gymnich.15
19. Dezember 1779Sara Konstantia Heuser genannt Römer, Witwe des kurpfälzischen Hofkammerrats und Landrentmeisters Martin Heuser (verst. vor 1766), ist auf der Scheiffartsburg verstorben. Sie wird in der Pfarrkirche Blatzheim bestattet. Sie stiftete ein sogenanntes Personat, zu dem wöchentlich drei heilige Messen gehörten.16
23. Februar 1784Es gehört zu den Gepflogenheiten unseres heimatlichen Gewässers, im Frühjahr Spuren und Mahnzeichen seiner ungebärdigen Schmelzwasserflut zu hinterlassen. Eine der höchsten und gefährlichsten Hochwasserfluten in der Region schreckt die Bevölkerung am 23. Februar 1784.17
1786Gut Onnau wird nach einem Brand vom damaligen Besitzer Freiherr von Leerodt neugebaut. Es entsteht ein zweistöckiges siebenachsiges Wohnhaus von Backstein mit Satteldach und angebauter flachbogiger Tordurchfahrt.18 Freiherr Johann Jakob von Leerodt wurde in der Zeit von 1763 bis 1782 als jülichscher Amtmann zu Heinsberg genannt.19
13. Mai 1790Johann Jakob Freiherr von Leerodt heiratet Maria Odilia Elise Catharina Charlotte Nepomucena von Satzenhoven.20 |
14. November 1791
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Maria Christina Mazza, die Äbtissin des Blatzheimer Klosters, stirbt. Sie war im Dezember 1715 zu Omagen bei Kaster geboren als Tochter des in Bergerhausen geborenen Karl Ferdinand Mazza und Isabella Regina von Rottkirchen. Ihre Amtszeit als Äbtissin begann am 9. Dezember 1766. 1782 ließ sie die Blatzheimer Klostermühle mit Scheune und Stallungen restaurieren. 1766 errichtete sie ein Feldkreuz beim Hofe Giffelsberg und 1786 ein weiteres in der Flur südlich des Seelrather Hofes. Das Siegel der Äbtissin zeigt ihre Verwandtschaft mit den Mazza von Tirol.21 |
1792Für kurze Zeit sind Johannes Curth und seine Frau Agnes Fischenich Pächter des Krümmelshofes.22 Ein anderer Zweig der Familie Fischenich (Paul Fischenich * 20.2.1730, + 5.1807, verheiratet mit Agnes Rey * 10.11.1731, + 8.10.1816) sitzt zu dieser Zeit ebenfalls als Pächter auf einem Hof in Bergerhausen, hatte aber auch Güter in Langenich, für die 1791 Abgaben an den Stift St. Gereon in Köln belegt sind.23
1793Im Blatzheimer Gerichtsbuch 1797 bis 1797 wird 1793 bestätigt, dass der Krümmelshof zu Bergerhausen laut elterlicher Teilung dem Reichsfreiherrn Clemens August von Leerodt zugehöre.24
1794Am 5. Oktober trifft die französische Revolutionsarmee ein (Kerpen). Sie besetzt das linke Rheinufer und gliedert das gesamte Territorium in das französische Kaiserreich ein. Am 14.11.1794 wird in Aachen eine zentrale Verwaltung für das nunmehr französische Rheinland errichtet.25 Alfons Commer schreibt: „Der erste französische maire, wie während der französischen Herrschaft die Bürgermeister genannt wurden, hieß in Blatzheim Heinrich Commer. Groß war die Umwälzung, welche die französische Herrschaft mit sich brachte, teils guter, teils böser Natur. Vor allem brachte sie die persönliche Freiheit und Gleichheit aller vor dem Gesetze, während zur kurfürstlichen Zeit mancherlei Privilegien für einzelne Bevölkerungsschichten bestanden. Anfangs wurden auch bei uns die neuen Ideen begeistert aufgenommen und der wirbelnde Tanz um den mit der roten Jakobinermütze geschmückten Freiheitsbaum ausgeübt, doch bald erlahmte dieser Enthusiasmus, da die Franzosen die bürgerliche Zeiteinteilung und selbst die Religion abschafften, dazu das Land aussogen, besonders durch ihr lumpiges Papiergeld, die Assignaten“26 und noch lange hörte man in der älteren Bevölkerung den Satz: „Unter dem Krummstab (Bischofsstab) war gut leben“.27 „Indessen, das faszinierende Genie Napoleons, welcher sich vom einfachen Artellerieleutnant zum Kaiser der Franzosen aufschwang, entflammte aller Herzen und schlugen dieselben dem Gewaltigen mit Inbrunst entgegen, trotzdem die junge Mannschaft durch seine Kriege in Russland und Spanien arg gezehntet wurde. Mancher Blatzheimer erfror auf Russlands Eissteppen, oder verdurstete in Spaniens Bergen, doch die Heimgekehrten riefen mit Begeisterung ihr vive l’empereur.“28
1797Die Kriegsereignisse nach dem Einmarsch der Franzosen im Rheinland zeigen auch auf der Burgmühle Folgen. Johannes Gurtzenich ist mit seinen Pachtzahlungen weit in Rückstand geraten, kann sich aber mit dem Bongart’schen Rentmeister einigen durch einen Vergleich, für den eine umfassende Neuberechnung aufgestellt wird.29
1798Die französischen Revolutionstruppen teilen das Land in neue Verwaltungsbezirke ein. Von jetzt an gibt es zwischen den einzelnen Gemeinden keine Landesgrenzen mehr. Kerpen und Bergheim werden Hauptorte eines Kantons innerhalb des Roerdepartements. Der Gerichtsbezirk Blatzheim wird mit unverändertem Gebietsumfang eines von sechs Bürgermeistereien (Mairien) des Kantons Kerpen. Damit endet die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Amt Lechenich.30
1799Im Gemeindebezirk Blatzheim leben 961 Einwohner.31 (Zum Vergleich: Die Stadt Düren hatte im Jahre 1752 4.000 Einwohner und im Jahre 1797 514 Häuser.)32 Auf Gut Onnau wohnen insgesamt 19 Personen, davon 9 Knechte und 5 Mägde33: |
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Name |
Alter |
Stand |
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Bergerhausen,
Michael |
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Landwirt |
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Bergerhausen,
Heinrich |
23 |
Bruder des
Michael |
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Michels, Heinrich |
23 |
Knecht |
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Gulick, Hennen |
28 |
Magd |
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Auf der Burgmühle leben Johannes Gurtzenich und Sophia Scheben zusammen mit drei Söhnen und einer Tochter. Das Paar hatte insgesamt acht Kinder, von denen 1799 bereits drei nicht mehr leben. Darüber hinaus lebten in der Mühle zwei Knechte und zwei Mägde.34
9. Februar 1801Es erfolgt die förmliche Einverleibung unseres Bezirkes in die erste französische Republik durch den Frieden von Lunéville.35
1802Das beim Einrücken der Franzosen von den Insassen fluchtartig verlassene Cisterzienserkloster auf dem Berg in Blatzheim wird auf Abbruch verkauft.36 In den unruhigen Zeiten der napoleonischen Kriege lebt die hiesige Bevölkerung in großer Furcht vor schrecklichen Räuberbanden, die unsere Gegend unsicher machen. Commer schreibt: „Nächtens überfielen sie mit großem Geschrei und Schießen die Gehöfte. Am gefürchtetsten war hier die Neußer Bande unter Anführung des Matthias Weber, genannt ‚Fetzer’, weil derselbe bei den Überfällen alles in Fetzen schlug und der schlimme ‚Schinderhannes’, Johannes Bückler. Ferner hauste hier später ein berüchtigter Räuber namens Vent. Der Name Schinderhannes lebt unsterblich im Volksmunde fort. Dreißig Räuber wurden 1803 allein in Köln durch die französische Behörde aufgeknüpft.“37 Ob es in Bergerhausen und den umliegenden Gehöften tatsächlich zu Übergriffen der genannten Banden gekommen ist, ist nicht bekannt. Aber dass die hiesigen Menschen in entsprechenden Ängsten lebten, ist sicherlich gut nachvollziehbar.
1806Ursula, die älteste, 1977 geborene Tochter des Burgmüllerpaares Gurtzenich-Scheben heiratet in Blatzheim ihren Bräutigam, den Kerpener Müller Leonard Ehser. Bei der Ziviltrauung im Büro des Bürgermeisters Heinrich Commer ist eine ganze Müller-Dynastie anwesend: neben dem Bräutigam sind als Zeugen die Brüder der Braut, Johann Wilhelm und Ferdinand anwesend. Und auch der Bürgermeister selbst ist Müller, denn Heinrich Commer ist auf der Klostermühle Blatzheim geboren und später Pächter der Blatzheimer Untermühle. |
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1807/1808Im Jahre 1803 hatten französische Ingenieur-Geographen unter Oberst Tranchot mit der topographischen Aufnahme der rheinischen Gebiete begonnen. In den Jahren 1807/1808 erfolgte die Vermessung des Gebietes um Kerpen durch die Ing.-Geographen Bibel und Clément. Dabei entstand die Kartenaufnahme, aus der der nebenstehende Ausschnitt stammt.38 |
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1808Artikel 214 der Blatzheimer Steuermutterrolle berichtet: Bergerhausener Mühle, Eigentümer Herr von dem Bongart zu Paffendorf, Pächter Johann Gürtzenich, „ein hauß, scheune, stallung und garten geschätzt zu 1 ½ morgen. Das reine zu besteuernde Einkommen der Mühle nach abzug eines drittes für unterhaltskösten ist angeschlagen zu 20 ½ morgen“ mit dem Kapitalwert von 82 Francs. Dazu noch 24,5 Morgen Ackerland, 1,5 Morgen Baumgarten und 1,25 Morgen Benden zu 87 Francs. Totaler Kapitalwert 175 Francs.39
1809Die Blatzheimer Steuermutterrolle von 1809 bezeichnet im Artikel 204 den Herrn von Leerodt als Eigentümer, Conrad Zilicken als Pächter der Krümmelsburg, das ist der Krümmelshof; Haus, Stallung, Scheune und Garten werden zu drei Morgen geschätzt und das Ackerland zu 164 2/4 Morgen. Als gesamter Kapitalwert werden 607,62 Franken angesetzt.40 |
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1Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 263 2Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 275 3Onnau, Hans Elmar, Die alten Blatzheimer Grabsteine, Kerpener Heimatblätter 3/1969, S. 464 4NW HStA, Paffendorf, Akten 5/153, nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 132 5NW HstA, Paffendorf, Akten 5/153, nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 131 6Verkartung von Kirchenbüchern und Standesamtsregistern, herausgegeben auf einer CD der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde. Köln 1996, Pfarre Blatzheim, bearb. von Klaus Jonas (vgl. Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 132 und 149 7Historisches Staatsarchiv Düsseldorf, Kurköln II, Nr. 1962 in Margot Porschen, Kerpener Heimatblätter 2/1974, Seite 225 8Historisches Staatsarchiv Düsseldorf, Kurköln II, Nr. 1962 in Margot Porschen, Kerpener Heimatblätter 2/1974, Seite 225, zitiert nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 132 bis133 9Historisches Staatsarchiv Düsseldorf, Kurköln II, Nr. 1962 in Margot Porschen, Kerpener Heimatblätter 2/1974, Seite 225 10Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 133 11Onnau, Hans Elmar, Die alten Blatzheimer Grabsteine, Kerpener Heimatblätter 3/1969, S. 464 12NW HstA, Gen. Gouvernement Nieder- und Mittelrhein, Nr. 2363 nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 57 und 133 13zitiert nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 133 bis 135 14NW HstA, Paffendorf, Akten 5/150, Bl. 106 f. nach Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 131 15Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 69; Bibliothèque royal de Belgique, Brüssel, Carte de Cabinet, Nr. 10, F 14 (261) 16HstA Düsseldorf, Kurköln II Nr. 1974 u. Akten Stiftung Heuser im Kath. Pfarrarchiv Blatzheim, nach Onnau, Hans Elmar, Zur Geschichte und Beschreibung der alten Pfarrkirche Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 2/1974, S. 243 17vgl. Inschrift auf Haus Bachstraße 83 in Kerpen: agVa VoraX aCCreVIT aD hos sVblto LIMItes. 23. Februar 1784 (Das reißende Wasser stieg plötzlich bis zu dieser Marke hinan), Hans Höhner in Kerpener Heimatblätter 1/1967, S. 251. Für Nörvenich wird das Hochwasser auf den 27. Hornung 1784 datiert (vgl. Karl-Heinz Türk, Der Neffelbach, 1987). 18Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert/Ohm, Annaliese, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Bergheim 1 19Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 273 20Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 273 21Onnau, Hans Elmar, Das freiadelige Cisterzienserinnenkloster Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 1/1970, S. 485 und 2/1970, S. 517 22Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 275 23Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 53 24NW HstA Düsseldorf, Archiv Paffendorf, Urk. 5, 164 in Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 273 25www.stadt-kerpen.de 26Commer, Alfons, Efeuranken – Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins „Eintracht“ Blatzheim, 1925 27Stommel, Karl, Das Gericht Blatzheim im kurkölnischen Amte Lechenich, Kerpener Heimatblätter, Heft 2/1965, S. 143 28Commer, Alfons, Efeuranken – Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins „Eintracht“ Blatzheim, 1925 29vgl. Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 135 30vgl. Schläger, Heinrich, Festschrift zum 40jährigen Bestehen des SV Blatzheim, 1968; Stommel, Karl, Das Gericht Blatzheim im kurkölnischen Amte Lechenich, Kerpener Heimatblätter, Heft 2/1965, S. 143 sowie www.stadt-kerpen.de 31www.kerpen-blatzheim.de 32Maintz, Alexander, Das alte Düren im Bild, Selbstverlag 1977 33NW HstA, Roer-Departement, 1725/I in Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 69 34Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 135 35Commer, Alfons, Efeuranken – Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins „Eintracht“ Blatzheim, 1925 36Heyd, Chronik von Kerpen und Commer, 1925 37Commer, Alfons, Efeuranken – Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins „Eintracht“ Blatzheim, 1925 38Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling, Original in der Staatsbibliothek Marburg/Lahn (Stiftung Preußischer Kulturbesitz); der hier gezeigte Ausschnitt ist einer Publikation der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde XII - 2. Abteilung-Neue Folge entnommen (Hrsg. Landesvermessungsamt NRW 1970). 39Stadtarchiv Kerpen, Amtsbuch I, in Margot Porschen, Kerpener Heimatblätter 2/1974, Seite 225 und Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Mühlen an Neffel und Erft, Kerpen 1997, S. 136 40Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998 |
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