Dorfchronik Bergerhausen 1400 bis 1579
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1400 Nella von Bergerhausen heiratet in erster Ehe um 1400 Johann Schilling von Villich.1
1402 Der mächtige Kontrahent des kurkölnischen Erzbischofs, der Herzog von Jülich ist zu dieser Zeit im Besitz des Lehens- und Offenhausrechts am Haus und Hof zu Bergerhausen, welcher jetzt als das Oberste Hauß und Hoff von Bergerhausen bezeichnet wird.2 Sie liegt nur gut 100 Meter nordöstlich von der kurkölnischen Lehensburg Bergerhausen entfernt an der Stelle, wo sich heute zwischen dem Haus der Familie Fischer und dem Neffelbach eine Streuobstwiese erstreckt. Das bedeutet, dass der Herrscher von Jülich sein Haus in Bergerhausen bei Fehden und Kriegen mit Truppen besetzen und als Stützpunkt gegen den Erzbischof und Kurfürsten von Köln verwenden kann.3
1418 Philipp von Holtz zu Königshoven empfängt unter Herzog Reinald von Jülich das Oberste Haus zu Bergerhausen zu Lehen.4 Ob die Holtz auf dem Erbweg oder durch Kauf an den Bergerhausener Adelssitz gelangen, ist ebenso ungewiss, wie die Dauer des Besitzverhältnisses.5
1419 Letzte Erwähnung des Johann Schilling von Villich.6
1424 Am 12. November 1424 heiratet seine Witwe Nella von Bergerhausen den Jülicher Erbkämmerer Statz von dem Bongart.7 Sie bringt in diese zweite Ehe ihr gesamtes Vermögen ein, das Statz (Eustachius) nach ihrem Tode erben wird: Bergerhausen, Gut zu Blatzheim, den Hof Bongart bei Bonn, Gut Ueckesdorf und Güter im Land Blankenberg.8 Bereits am 18. November 1420 hatte er vom Herzog Adolph von Berg pfandweise die Hälfte des Schlosses und der Herrschaft von Kerpen erhalten.9 Burg Bergerhausen soll von nun an fast 500 Jahre in Besitz des Geschlechtes derer von dem Bongart, von dem die häufig anzutreffende Bezeichnung Bongartsburg abgeleitet ist, verbleiben. Das Geschlecht derer von dem Bongart stand zunächst im Dienst des Limburgischen Herzogshauses und nannte sich nach der zwischen Heistern und Nothberg gelegenen Burg Bongart. Nachdem die Grafschaft Jülich sich endgültig von der Lehnshoheit des Erzstiftes Köln befreit hatte die Schlacht bei Worringen 1288 machte seiner Vorherrschaft am Niederrhein ein Ende trug Godfried von dem Bongart besagte Burg dem Grafen von Jülich im Jahre 1301 zu Lehen auf, und sein Sohn Arnold tat im Jahre 1303 das gleiche mit dem festen Haus Heyden bei Horbach (nördlich von Aachen). Bei diesem Geschlecht sind zwei Linien zu berücksichtigen, die Heydener und die Paffendorfer. Das Geschlecht stand jedenfalls in hohem Ansehen und verkörperte beträchtliche Macht. Die einzelnen Herren von dem Bongart waren insbesondere Vasallen der Grafen und späteren Herzöge von Jülich.10 Zu beachten ist indes, dass der 90 Jahre zuvor in Bergerhausen auftauchende Hermann von dem Bongart trotz des gleichen Namens nicht zu der jetzt in Bergerhausen erscheinenden Paffendorfer Familie gehört hat.11 Statz von dem Bongart war in erster Ehe mit der Aachener Schöffentochter Heilke Durtzant vermählt gewesen. Aus dieser Ehe hatte Statz zwei Söhne, den Erben Godart und Statz, der 1423 Probst von Kerpen war.
1429 Die Burg war inzwischen im Kriege zerstört worden und verfallen und so begann Statz von Bongart 1429 mit dem Neuaufbau mit starken Befestigungen also as wir... eyne ritters woening ind huys gemacht ind gebuwet han up unsen hoff zu Bergerhuysen12, mit mächtigem Graben und Weihersystem. Damit ist die Burg nun ein Wehrbau von strategischer Bedeutung und adliger Wohnsitz zugleich.13 Ob von diesem Bau die noch heute erhaltenen starken Befestigungen stammen14 ist fraglich15. Statz von dem Bongart ist mit seinem Sohn Goddard bei dem am 13. Juli 1429 zwischen dem Herzog Arnold von Geldern und Robert Herzog von Berg geschlossenen Friedensschluss gegenwärtig.16
1443 Erzbischof Diederich von Köln belehnt (quarta feria post dominicam qua cantatur invocavit in quadragesima) Goddard von dem Bongart, Sohn des Statz von dem Bongart, mit der Burg zu Bergerhausen, vorbehaltlich der dem Letzteren gebührenden Leibzucht.17 Doch Statz verstirbt schon bald, vermutlich im Jahre 1444.18 Zu dieser Zeit wird auch die Verpachtung einer Mühle beurkundet.19
1447 Nachdem Werner von Merode Erzbischof Dietrich von Moers 1.350 Gulden geliehen hat, ernennt ihn Dietrich 1447 zum kurkölnischen Amtmann von Blatzheim (!).20
1450 Wir blicken einmal mehr auf unseren übergeordneten Ort Blatzheim, das unser Landesherr, der Kölner Erzbischof um diese Zeit mit Gräven, portzen, Berchfreden, Sperhaue, zinnen ind plancken befestigen lässt.21 Blatzheim erhält also Gräben, Tore, Bergfriede und Sperrverhaue als Befestigung zum Schutz gegen feindliche Mächte.
1485 Cunigunde von Bongart, vermutlich eine Schwester des Johann von Bongart, ist um 1485 Äbtissin des Cisterzienserklosters Blatzheim.22
1489 Johann von Harff erwirbt das Gut von Dorsfeld.23
1496 Johann von dem Bongart, der Herr von Bergerhausen, gehört als erftkemener des genanten furstendomps van Guylge24 zu denjenigen, die die Urkunde über die Vereinbarung der Erbunion der Herzöge von Jülich-Berg und Kleve-Mark besiegeln. Die Tatsache, dass Johann von dem Bongart das Amt des Jülicher Erbkämmerers innehat, obwohl seine Burg auf kurkölnischem Gebiet liegt, scheint trotz der häufig vorkommenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Köln und Jülich nichts Ungewöhnliches gewesen zu sein.25
27. November 1501 Papst Alexander V. billigt dem Johann von Bongart im Hinblick auf die in einem Flügel des Schlosses zu Bergerhausen zu Ehren der Heiligen Michael, Antonius, Quirinus, Hubertus und Cornelius errichteten Kapelle einen hunderttägigen Ablass zu für diejenigen, die in dieser Kapelle ihre Andacht verrichten.26
5. August 1518 Der Jülichsche Erbkämmerer Johann von dem Bongart zu Bergerhausen stiftet eine Vikarie zu Ehren der hl. Jungfrau, der hl. Anna und des Erzengels Michael, die er dem Pfarrer Johann Kop der Pfarrei St. Bartholomäus (so heißt der Pfarrpatron in jener Zeit) in Blatzheim überträgt. Die Stiftung wird vermutlich mit dem Marienaltar in der Pfarrkirche verbunden, der laut der Inschrift eines Weihwasserkessels auch als Altar von Bongart bezeichnet wird.27
7. September 1518 Johann, ältester Sohn zu Jülich-Berg, genehmigt, dass Johann von dem Bongart aus seinem Hof, genannt zur Hoeve, im Amt Nörvenich jährlich 20 Gulden oder 26 Malter Roggen Dürener Maß für eine Erbmesse in der Kirche zu Blatzheim stiftet.28
1520 Johann von dem Bongart verstirbt. Er war verheiratet mit Elisabeth von Erckenteil.29
10. September 1523 Im Rahmen einer Teilung seines Besitzes überträgt Johann von dem Bongart seinem ältesten Sohn Wilhelm u.a. die Burg Bergerhausen und Gut Onnau.30
1523 Heilwig, die Tochter des Philipp von Holtz zu Königshoven erhält anlässlich ihrer Heirat am 21. Dezember 1523 mit Jasper von Hammerstein unter anderem eine Erbrente von 30 Malter Roggen aus dem Hof zu Bergerhausen (Berghuys).31
(1541 1587) Der Buchsbaumhof an der Buchsbaummaar geht unter.32
1548 Aus diesem Jahr existiert eine im 17. Jahrhundert gefertigte Abschrift eines Weistums das sich mit der Blatzheimer Gerichtsbarkeit beschäftigt.33 Dr. Stommel hat darüber im Jahre 1965 einen sehr anschaulichen Aufsatz verfasst34, der im folgenden in wesentlichen Zügen nachgezeichnet werden soll. Auch dies ist letztlich ein Stück Bergerhausener Geschichte, denn nachdem Bergerhausen seine eigene Gerichtsbarkeit verloren hatte, wurden anfallende Rechtsstreitigkeiten in Blatzheim ausgetragen: Der Amtmann, der erste Beamte im Amtsbezirk, hatte die Aufgabe, die Rechte des Landesherrn zu wahren. In den meisten Jahren kam er zweimal, manchmal aber auch nur einmal nach Blatzheim. Beim Eintreffen des Amtmannes wurde an der Blatzheimer Kirche die große Glocke geläutet, und das war das Zeichen, dass sich alle Männer des Blatzheimer Gerichtsbezirks sofort versammeln mussten. An der Dingstätte (Anmerkung: Vermutlich unterhalb der Kirche, vgl. Straßenbezeichnung An der Tenk) fragte der Amtmann die versammelten Einwohner des Ortes, wen sie als ihren obersten Landes- und Gerichtsherrn anerkennen würden. Der erste der sieben Blatzheimer Schöffen trat dann vor und berichtete, dass man seit Altersgedenken, so lange man wüsste, den Erzbischof von Köln als den obersten weltlichen Landesherrn anerkennen würde. Diesem stehe auch der Gebrauch der großen Glocke an der Blatzheimer Kirche zu als Zeichen seiner Landeshoheit. Danach hielt der Amtmann Gericht über alle Fälle, die in den bereich der hohen Gerichtsbarkeit oder der Blutsgerichtsbarkeit fielen, hierunter standen Mord, Meineid, Gotteslästerung und andere schwere Fälle an. Über die kleineren Vergehen saß der Lechenicher Kellner, der erzbischöfliche Schlossverwalter und Steuereinnehmer, zu Gericht in seiner Eigenschaft als Schultheiß von Blatzheim. Bei der Urteilsfindung halfen die Blatzheimer Schöffen und überwachten, dass das Strafmaß so bemessen wurde, wie es in Blatzheim alter Brauch war. Nachdem die Blatzheimer so Recht gewiesen hatten, fand unter Führung des Amtmannes eine Aussprache statt, bei der die Ortseinwohner ihre Klagen und Beschwerden vorbringen durften. Sie erledigten das in einer Freimütigkeit, die uns heutigen Demokraten Ehre einlegen würde. Damals gab es in Blatzheim noch kein geschriebenes Recht, man richtete sich bei der Urteilsfindung danach, was in Blatzheim von altersher Brauch war. Von den Rechten, die sie nach Aufhebung der Hörigkeit im 1. Jahrhundert erhielten, gaben die Blatzheimer nichts preis. Im Anschluss an die Aussprache fand dann unter Führung des Amtmannes und im Beisein aller männlichen Einwohner eine Grenzbegehung statt, die rings um den Blatzheimer Gerichtsbezirk führte. Der Grenzgang begann in den Feldern bei Seelrath, wo das Kloster Aula S. Petri seinen Besitz hatte. An der Grenze bei Seelrath befand sich ein Pütz (Brunnen), von dort führte der Weg an einer Hecke vorbei bis zur Geilrather Kirchenthür, von dort bis zu einem sogenannten blauen Stein. Hier am blauen Stein begann die Grenze der ehemaligen Bergerhausener Hoheit, von hier ging es über die Heide, am Busch vorbei zum Bergerhausener Weiher und weiter zum Bergfried der Burg Bergerhausen. Nach einer Pause umschritt man dann südlich von Blatzheim das Gebiet von Niederbolheim. Die Grenze des Niederbolheimer Bezirkes war durch alte Linden gekennzeichnet, sie folgt im Süden im wesentlichen der heutigen Kreisgrenze.
1550 Die Scheiffartsburg befindet sich im Besitz des Walraf Scheiffart von Merode,35 der aus dem Hause Weilerswist stammt. Sein Vater muß Walraf Scheiffart von Merode genannt von Kühlseggen gewesen sein, über den wenig bekannt ist. Seine Mutter scheint Katharina von Holz gewesen zu sein, die vielleicht von der Krümmelsburg stammte. Walraf war in erster Ehe seit 1524 mit Maria von Markelsbach genannt Alner verheiratet,36 die Erbin zu Alner bei Hennef und von Birlinghoven bei Stieldorf war und diese Besitzungen in die Ehe einbrachte.
1554 Der Ritter Wilhelm (der Ältere) von dem Bongart verstirbt.37 |
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1559 Inschrift auf einem Steinkreuz im Hof des Blatzheimer Pfarrhauses (früher auf dem alten Kirchhof): ANNO·DOMI·1·5·5·9·IST·KATRRIN·GESTORBEN·VON·DORSFELT·38 |
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11. März 1560 Werner von Bongart zu Bergerhausen unterschreibt die Erblandesvereinigung des Erzstiftes Köln.39
21. Februar 1562 Der Durchlauchtigh Hochgebohrene Fürst, unser Gnediger Herr Hertzogh zu Gülich, Cleve und Bergh erlässt am 21. Februar 1562 in Hambach eine Buschordnung von fortwirkender Bedeutung für die fernere Entwicklung des Bürgewaldes, der in früheren Jahrhunderten wohl auch direkt an Bergerhausen angrenzte. In besagter Buschordnung wird der Wald erstmals in Quartiere gleichmäßig aufgeteilt, bemessen nach der vielheit der haußgesassen. Geschwohren Landtmesser hatten zuvor ermittelt, dass der gesamte Wald eine Fläche von 7.975 Morgen und 45 Roden umfasst. Bergerhausen wird unter dem vierten Quartier, dem Manheimer Quartier, aufgeführt, das 1.475 Morgen umfasst: ... Manhem, Beur, Golzhem, Bohlem, Blatzhem, Bergerhaussen, davon sich die haußgesassen ertragen vierhondert und sechs.40
24. November 1562 Werner von Bongart befindet sich im Gefolge des Herzogs Wilhelm von Jülich bei der Krönung des römischen Königs Maximilian.41
20. Juni 1566 Nach den Holtz zu Königshoven waren die Hundt von den Busch zu Königshoven Besitzer und Lehnsträger des Obersten Hauses zu Bergerhausen. Als erster aus dem Geschlecht Hundt war wohl Philipp Hundt von Königshoven mit dem Lehngut des Burghoffs zu Bergerhausen belehnt worden. Sein Sohn Werner von Hundt zu Königshoven lässt sich am 20. Juni 1566 für sich, seinen Bruder Heinrich und seine Schwester Helwig von der herzoglichen Kanzlei mit dem Obersten Haus und Hof zu Bergerhausen belehnen.42 Das Haus wird von den beiden Brüder bewohnt.
1572 Im 16. Jahrhundert werden erhebliche Umbauten an der Burg Bergerhausen vorgenommen, die Wilhelm von dem Bongart (gest. 1554) und Maria Maschereil (gest. 1562) zuzusprechen sind, möglicherweise aber erst von deren Sohn Wilhelm von dem Bongart zu Heyden (gest. 1596), der mit Margaretha von Palant (gest. 1586) verheiratet war, zum Abschluß gebracht werden. Ein noch heute erhaltener prächtiger Renaissancekamin trägt die Jahreszahl 1572.43 Der Umbau erfolgt in der für jene Zeit typischen Winkelanlage, die noch in dem heutigen Ost- und Südflügel enthalten ist.44 |
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Die
nebenstehende Abbildung der Bergerhausener Burganlage wurde einer
Landkarte aus dem
Auf dem unten abgebildeten Relief aus dem Treppenaufgang des Herrenhauses (Foto vom 19.2.2002) liest man die Jahreszahl "1572" |
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Wohnburg und Wirtschaftshof waren zu dieser Zeit durch verbindende Wehrmauern zu einem Burgring zusammengeschlossen und von zwei mächtigen Rundtürmen (von denen der östliche noch erhalten ist) flankiert.45 Alfons Commer spricht sogar von sieben Rundtürmen, mit denen die Burg im Mittelalter bewehrt gewesen sein soll.46 Dabei kann er aber nicht Rundtürme nach der Art des noch erhaltenen Batterieturmes vor Augen gehabt haben, sondern auch die weniger der Wehrhaftigkeit als der Ausgestaltung dienenden sowohl runden als auch eckigen Türme und Türmchen, die auf alten Ansichten eingezeichnet sind. Eine detaillierte Beschreibung des Batterieturmes hat der unermüdliche Hans Elmar Onnau in Kerpener Heimatblätter 3/1997 geliefert. Aus seiner detailreichen Schilderung47 sollen hier nur ein paar einzelne Hinweise wiedergegeben werden: |
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Der schwere, mit Geschütz- und Gewehrscharten ausgestattete Batterieturm wurde an strategisch äußerst günstiger Stelle, der Hauptangriffsseite der Burg, errichtet, wo er nicht nur den direkten Zugang zur Burg schützte, sondern von wo auch ein breites Angriffsfeld unter Beschuss genommen werden konnte. Der aus Feldbrandziegeln erbaute Turm besteht aus drei Geschossen, die von Kuppelgewölben überdeckt und durch Wendeltreppen, die in der Mauerdicke liegen, miteinander verbunden sind. |
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Der Angriffsseite abgekehrt, liegt der Eingang auf der Westseite des Turms. Die ringsum an das massive Türgestell anstoßende schwere Holztür schlug nach außen, und war so von Angreifern nicht so leicht einzustoßen wie eine nach innen aufgehende Tür. Über einige Treppenstufen gelangt man in das ein Meter tiefer gelegene Untergeschoß. Vom Turmeingang führt die erste Wendeltreppe zum Mittelgeschoß, von dort führt eine zweite Treppe zum Obergeschoß und eine dritte hinauf zu der den Turm oben abschließende Wehrplatte. Durch die von Geschoss zu Geschoss unterbrochenen Treppen lässt sich jedes Turmgeschoss separat verteidigen, denn ein Angreifer muss, um vom einem unteren Geschoss zu einem oberen zu gelangen, das dazwischen liegen Stockwerk von einem Treppenausgang zum nächsten passieren und sich somit dem Beschuss der sich nach oben zurückziehenden Verteidiger aussetzen. Zudem waren die Geschosse mit nach innen zu öffnenden schweren Holztüren von ca. 75 Zentimeter Breite und 1,70 m Höhe versehen, die immer nur von einem Mann passiert werden konnten und inwendig mit Riegelbalken versperrbar waren. Außer dem ebenerdigen Eingang befindet sich damals im Mittelgeschoss ein zweiter, später vermauerter Ein- und Ausstieg, der möglicherweise in Verbindung mit dem anschließenden Torbau der Burg gestanden hat und über eine Leiter erreichbar war. Das Mittelgeschoss dürfte die Wachstube gewesen sein, die im übrigen eine Feuerstelle mit Kamin aufweist, so dass dieser Bereich beheizbar war, zugleich aber auch das erhitzen von Pech und Wasser gegen Angreifer ermöglicht. |
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Im Obergeschoss befinden sich neben zwei vergitterten, sich nach innen verjüngenden Fensteröffnungen an der Nord- und an der Südseite, auch drei Blindfenster, die nie durchbrochen waren und möglicherweise vorgetäuscht waren, damit ein Angreifer, der auf diesem Weg in den Turm gelangen wollte, sich vor dicken Mauern wiederfand. Die Wehrplatte des Turmes war von einem Helmdach überdeckt, dass auf einer zwei Meter hohen Brüstungsmauer auflag. An der Westseite ragen zwei Kragsteine heraus, die einen Gußerker oder eine Pechnase zum Schutz des ebenerdigen Turms trugen.
Auf der Nordseite sind an der Wehrplatte unterhalb einer Aussparung zwei übereinander liegende Kragsteine als Rest eines Aborterkers erhalten. Als Rest der damals vorhandenen Wehrmauer ist an der Westseite noch heute der Ansatz einer 5 m hohen und 1,10 m dicken Mauer zu sehen. |

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1578 Die Schwester der Bergerhausener Hundt-Brüder, Helwig von Hundt, heiratet nach dem Tod ihres ersten Mannes in zweiter Ehe um 1578 den Godert von Virmond zu Gutstorf.48 Die 1341 durch Ritter Pythane von Nörvenich erbaute Spießburg in Niederbolheim kommt durch Kauf an die Familie von Bongart zu Bergerhausen und wird in der Folge als Pachtgut bewirtschaftet.49
1579 Godert von Virmond nimmt das Oberste Haus zu Bergerhausen zu Lehen.50 |
1Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 201 2Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 257 und 271 3Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 257 4NW HstA Düsseldorf, Jülich, Lehen, Specialia 16 nach Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 5Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 6Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 201 7Düsseldorf, HstA: C 110 (A Paffendorf) Urk. 190; zitiert nach Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 201 8Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 201 9Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 10Onnau, Hans Elmar, Burg Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1963, S. 23 sowie Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Burg Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 198 ff. 11Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 200/201 12Clemen, Paul, Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim, 1899, Nachdruck in Kerpener Heimatblätter 1-2/1977, S. 93 13Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 255 14Clemen, Paul, Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim, 1899, Nachdruck in Kerpener Heimatblätter 1-2/1977, S. 93 15vgl. Onnau, Der Batterieturm der Burg Bergerhausen aus dem 16. Jahrhundert, Kerpener Heimatblätter 3/1997, S. 169 16Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 17Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 18Quadflieg, Eberhard, Die Besitzer von Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1966, S. 202 19vgl. Margot Porschen, Kerpener Heimatblätter 2/1974, Seite 225 20Harke-Schmidt, Susanne, Kerpen zwischen Mittelalter und Neuzeit Lokalgeschehen und Weltpolitik um 1496, Kerpener Heimatblätter 1-2/1996, S. 18, Fußnote 29 21NW HstA Düsseldorf, Hs. LV, Nr. 2, p. 62, zitiert u.a. bei Onnau, Hans-Elmar 22Onnau, Hans Elmar, Das Cisterzienserinnenkloster Blatzheim, in Klöster und Stifte im Erftkreis, Pulheim 1988, S.80 nach Harke-Schmidt, Susanne, Kerpen zwischen Mittelalter und Neuzeit Lokalgeschehen und Weltpolitik um 1496, Kerpener Heimatblätter 1-2/1996, S. 14 23Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert/Ohm, Annaliese, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Bergheim 1 24Lacomblet, Theodor Joseph, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Bd. 4, Aalen 1966, S. 591 nach Harke-Schmidt, Susanne, Kerpen zwischen Mittelalter und Neuzeit Lokalgeschehen und Weltpolitik um 1496, Kerpener Heimatblätter 1-2/1996, S. 14 25Harke-Schmidt, Susanne, Kerpen zwischen Mittelalter und Neuzeit Lokalgeschehen und Weltpolitik um 1496, Kerpener Heimatblätter 1-2/1996, S. 14 26Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 27HstA Düsseldorf, Paffendorf Urk. 604; Onnau, Hans Elmar, Zur Geschichte und Beschreibung der alten Pfarrkirche Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 1/1974, S. 202 und 2/1974, S. 243 28Onnau, Hans Elmar, Zur Geschichte und Beschreibung der alten Pfarrkirche Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 2/1974, S. 243 29vgl. Onnau, Hans Elmar, Zur Geschichte und Beschreibung der alten Pfarrkirche Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 2/1974, S. 240 30Krings, Josef/Harke-Schmidt, Susanne, Höfe und Güter in Kerpen, Kerpen 1990, S. 72 31Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 32Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 268 33Stommel, Karl, Das Gericht Blatzheim im kurkölnischen Amte Lechenich, Kerpener Heimatblätter, Heft 2/1965, S. 143, unter Hinweis auf Kurkölnische Akten, Jurisdiktion VI g 1 im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Hs. LV Nr. 2, S. 62. Stommel hatte als Entstehungsjahr des Weistums 1458 angegeben. Hans Elmar Onnau weist darauf hin, dass 1548 die richtige Jahresangabe ist; vgl. Onnau, Der Batterieturm der Burg Bergerhausen aus dem 16. Jahrhundert, Kerpener Heimatblätter 3/1997, S. 167 sowie Fußnote 2 auf S. 170: NW-Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Kurköln II, Nr. 1913 (Weißthumb Ambts Lechenich), Bl. 8 v+r (Extractus Blatzheimer Gerichts alten Protocolli de anno 1548 angefangen) 34Stommel, Karl, Das Gericht Blatzheim im kurkölnischen Amte Lechenich, Kerpener Heimatblätter, Heft 2/1965, S. 143 35Richardson, E. (richtig: Ernst Graf von Mirbach-Harff), Geschichte der Familie Merode, I-II (Prag, 1877-1881), I, 128, angeführt bei Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 262 36Domsta Hans J., Geschichte von Merode, II, 375 bei Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 264 37Onnau, Der Batterieturm der Burg Bergerhausen aus dem 16. Jahrhundert, Kerpener Heimatblätter 3/1997, S. 167 38Onnau, Hans Elmar, Die alten Blatzheimer Grabsteine, Kerpener Heimatblätter 3/1969, S. 464 39Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 40Schläger, P.H., Der Bürgewald, Bergheim 1950, S. 15. 41Dethier, Johann Peter, Beiträge zur vaterländischen Geschichte des Landkreises Bergheim, Köln, 1833 42NW HstA Düsseldorf, Jülich, Lehen, Specialia 16 nach Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 43Clemen, Paul, Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim, 1899, Nachdruck in Kerpener Heimatblätter 1-2/1977, S. 93 44Onnau, Hans Elmar, Burg Bergerhausen, Kerpener Heimatblätter 2/1963, S. 26 und Meynen, Henriette, Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis, 1985 45Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert/Ohm, Annaliese, Die Denkmäler des Rheinlandes, Kreis Bergheim 1 46Commer, Alfons, Efeuranken Beiträge zur Geschichte Blatzheims im Festbuch zum 50-jährigen Jubel-Feste des Männergesangvereins Eintracht Blatzheim, 1925 47Onnau, Der Batterieturm der Burg Bergerhausen aus dem 16. Jahrhundert, Kerpener Heimatblätter 3/1997, S. 162 f. 48Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 49Schläger, Heinrich, Festschrift zum 40jährigen Bestehen des SV Blatzheim, 1968 50Sammlung Ernst von Oidtmann, Mappe 421 (Virmond) 1994, 735 nach Onnau, Hans Elmar, Die wehrhaften Adelssitze Scheiffartsburg und Krümmelsburg in Bergerhausen im kurkölnischen Gericht Blatzheim, Kerpener Heimatblätter 3/1998, S. 271 |