Kochrezepte aus der Region Blatzheim-Bergerhausen

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Schleverschlot
(auch: Tratsch-Schlot oder Bartemies)

1 kg Kartoffeln
1 große Zwiebel
150 g mageren Speck
1 Kopf Salat
ca. ¼ l Milch
2-3 EL Mehl
1-2 TL gekörnte Brühe
Salz, Pfeffer, Muskat

     
 

Nicht eben appetitanregend (auf Hochdeutsch etwa „Matsch-Salat“) klingt der Name dieses tatsächlich recht leckeren Gerichts. Es handelt sich im Grunde um Béchamelkartoffeln, die mit grünem Salat vermischt werden. Und so geht's:

Man kocht 1 kg Kartoffeln in Salzwasser. Inzwischen würfelt man eine große Zwiebel, gibt sie mit dem gewürfelten Speck in einen Topf und lässt alles schön goldbraun werden. Dann rührt man das Mehl dazu und löscht mit gut ¼ Liter Fleischbrühe ab. Der nun beim Weiterrühren entstehende dicke Brei wird mit Milch solange verdünnt, bis eine sämige Soße daraus geworden ist. Mit gekörnter Brühe/Salz, etwas Pfeffer und einem Hauch Muskat kräftig abschmecken.

Die Kartoffeln (vorzüglich sind Pellkartoffeln) werden zerkleinert in die Soße gegeben. Dann gibt man die zerrupften Salatblätter dazu und hebt sie unter die Masse. Damit hat man dann den "Schlever", dem unser Gericht seinen Namen verdankt.

Geeigneter Salat für dieses köstliche Essen sind alle grünen Salatsorten sowie Löwenzahnblätter. Der Salat kann ruhig schon etwas alt oder .durchgegangen. sein. Meine Großmutter nahm zum .Schleverschlot. Schnittsalat (Blattsalat). Diese, heute wieder in Samenhandlungen verfügbare, Sorte hat gegenüber dem .teuren. Kopfsalat den Vorteil, dass er schon etwa drei Wochen nach der Aussaat erntereif ist und somit oft und lange zur Verfügung steht. Er ist dem grünen Salat ähnlich, bildet aber keine Köpfe.

Im Sinne einer wirtschaftlichen Mehrfachanwendung kann man mit den genannten Zutaten auch zwei verschiedene Gerichte zubereiten, indem man etwa zum Mittagessen Béchamelkartoffeln (dazu gekochte Eier oder Rührei reichen) mit herkömmlich angerichtetem Salat anbietet. Einen Teil der Salatblätter legt man beiseite und macht dann zum Aufwärmen und Verwerten der Reste am Abend Schleverschlot daraus.

Weitere Varianten:

Statt Béchamelkartoffeln kann man auch Kartoffelpüree als Grundlage nehmen.

Man kann auch einen mit Essig-Öl-Sauce zubereiteten Salat unter die Kartoffeln geben.

Anstelle von Salat kann man auch (abgekochte) Brechbohnen nehmen.

Bei Gesprächen über dieses Rezept wurde mir wiederholt berichtet, dass man früher nicht nur Salat unter die Kartoffeln gemischt hat, sondern auch Kartoffeln unter den Salat, speziell in Endiviensalat. Dabei knetet man 1-2 gekochte Kartoffeln in die Salatsauce.

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