Kochrezepte aus der Region Blatzheim-Bergerhausen

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Bottermelechszupp met Pannekoche

Hemmel un Erd

Hefeklöß

Melechzupp

Schleverschlot

Sure Kappes


 

 

 

 

 

 

Falls Sie einmal wie unsere Ur-Großmütter mit Zutaten kochen möchten, die man im Wald und am Feldrand findet:
 






Im Gegensatz zu einem Dorf wie Blatzheim, mit gemischten Bevölkerungsstrukturen, die sich aus dem Zusammenspiel von wohlhabender und ärmlicher Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Kirche und Verwaltung ergab, finden wir in Bergerhausen extremere Gegensätze vor: Auf der einen Seite drei wohlhabende Adelssitze mit entsprechend gehobenem Lebensstil, auf der anderen Seite die Familien des Haus- und Hofgesindes, die nur ein bescheidenes Leben fristen konnten.

Das Leben war von einer Landwirtschaft geprägt, in der auch die Frauen und Kinder mithalfen. Für eine gehobene Essenskultur fehlten sowohl das Geld als auch die Zeit. Es galt, mit den Zutaten auszukommen, die der Bauer zur Verfügung stellte und die ein eigener Garten, aber auch der eigene kleine Viehstall hergaben.

Der Arbeitslohn war lediglich in Pfennigen bemessen. Mehr Bedeutung kam den Deputaten zu, also landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die der Bauer seinen Beschäftigten anstelle von Bargeld überließ. Privilegiertere Beschäftigte hatten ein eigenes kleines Häuschen mit Stall und Garten.

Auf den Tisch (oder an den Arbeitsplatz) gelangten somit vor allem Erzeugnisse aus dem eigenen Garten, Eier von den Hofhühnern, sowie Milch, oft als Deputat vom Bauer oder als Ziegenmilch aus eigenem Stall. Fein heraus war, wer ein Schwein im Stall hatte oder ein paar Kaninchen halten konnte.

Es kam darauf an, aus den so vorhandenen Lebensmitteln wohlschmeckende, reichhaltige Speisen zu bereiten, die problemlos mit hinaus aufs Feld oder (später) in die Fabrik mitgenommen und dort ggf. aufgewärmt werden konnten. Die Mitnahmebehälter hießen „Mittchen“ oder „Henkelmann“.

Deshalb kam solchen Gerichten eine besondere Bedeutung zu, die auch zusammengemanscht und aufgewärmt noch gut und schmackhaft waren. Manches davon ist heute noch gängig und bedarf deshalb hier keiner besonderen Erwähnung. Anderes gerät allmählich in Vergessenheit oder ist heutzutage verpönt, wie etwa die gute allabendliche Milchsuppe.

Bitte beachten Sie beim Nachkochen der hier vorgestellten Rezepte, dass die Mengenangaben reine Schätzwerte sind. Ich wiege beim Kochen nie etwas ab, sondern mache alles "nach Gefühl" . So machten das auch die Hausfrauen. Halten Sie es einfach genauso. Vieles ist auch reine Gewohnheitssache oder eine Frage des Geschmacks. Wenn ich zum Beispiel Muskatnuss verwende, dann immer nur ganz wenig. Muskatnuss ist nämlich sehr dominant und das möchte ich nicht haben. Meine Mutter dagegen nahm immer reichlich davon, und so schmeckte ihr Kartoffelpüree mehr nach Muskat als nach Kartoffeln. Wie gesagt - alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.

     

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