H. A. Goerke: Chronik der Familie Goerke, Teil 2
Westpreußen etwa im Jahr 1645In Paris wird 1559 die erste Nationalsynode der reformierten Christen des Reformators Calvin abgehalten, der in Frankreich acht Hugenottenkriege folgen. Mit der Gegenreformation beginnt am 23. August 1572 in der „Bartholomäusnacht“ das Abschlachten der Hugenotten durch Vertreter der römischen Kirche. Dem wird durch das Toleranzedikt von Nantes 1598 Einhalt geboten, König Ludwig XIV hebt es aber 1685 wieder auf. Bei Nacht und Nebel müssen etwa 250.000 Hugenotten Frankreich verlassen, davon fliehen 44.000 in deutsche Länder. Durch das Einladungsedikt des Großen Kurfürsten von 1685
werden 22.000 Hugenotten nach Preußen geholt, die sich überwiegend in
Königsberg ansiedeln. Sie bereichern Preußen durch handwerkliche Fähigkeiten
wie Verarbeitung von Seide, Brokat und Damast, während sich in Frankreich
die Kirche an den verlassenen Besitzungen bereichert. |
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Im Jahre 1709 kommt der extrem harte Winter zusammen
mit der Pest, wobei 1/3 der Bevölkerung und sehr viele Haustiere
sterben. Im Jahre 1713 wird Friedrich Wilhelm I Regent und hebt 1719
die Leibeigenschaft auf. Trotz eines Aufwandes von sechs Millionen
Talern geling es ihm aber nicht das wüste Land wieder zu bevölkern
und erneut allgemeinen Wohlstand herzustellen. Im Frieden von
Stockholm erhält Preußen 1719 Vorpommern bis zur Peene, Stettin, die
Inseln Usedom und Wollin, das Haff und die Städte Damm und Gollnow
sowie die Odermündungen Dievenow und Swine. Dafür werden 2 Millionen
Taler gezahlt und 600,000 Taler pommersche Schulden übernommen Da wird 1731/32 schicksalhaft und entgegen den
Bestimmungen des westfälischen Friedens von 1648 im Erzbistum
Salzburg die evangelische Bevölkerung gezwungen das nunmehr
katholische Land binnen 8 Tagen zu verlassen. Mit dem
Einladungspatent von 1732 holt Friedrich Wilhelm I etwa 40,000
Familien ins Land und setzt große Mittel ein, um den Siedlern eine
neue Existenz zu ermöglichen. Viele der Flüchtlinge werden über die
Oder nach Stettin und dann über die Ostsee nach Danzig gebracht. Der
„Alte Fritz“ greift zeitweilig selber in das Siedlungsprogramm ein,
wenn ihm die eigene Bürokratie zu schwerfällig arbeitet. Die mit uns
mehrfach durch Heirat verbundene Schneider Familie ist damals nach
Marienwerder eingewandert In dieser Zeit werden etwa 10% der Bevölkerung zu Opfern, 66% der preußischen Armee verliert das Leben und das Königreich Preußen ist faktisch bankrott wie der Ritterorden nur 300 Jahre vorher. Dies hat fatale Auswirkungen auf die Bevölkerung auch weitab von Berlin, die Anzahl der frühen Todesfälle in unser Familie ist ungewöhnlich hoch. Es sind außerdem 200 Jahre einer kleinen Eiszeit. Anhaltende Kalte, schneereiche Winter, Eisgang auf der Weichsel und viele Unwetter bringen schlechte Ernten, Not und Elend. Preußen ist 1758 auf englische Subsidien von 5,3 Millionen Talern angewiesen. Es gelingt bis 1775 die hohen Verluste durch neue Einwanderer auszugleichen, wofür an die 25 Millionen Taler (je 15 gr. Silber) aufwendet werden. Preußen wird zu einem armen und für den gemeinen Bürger gerechten Staat. Zwar gibt es auch weiterhin den privilegierten Adel, aber selbst die untersten Stände können sich auf die gleichen Gesetze berufen. Es folgt ab 1764 nach Verhandlung zwischen Berlin, Wien und Petersburg die „Annexion“ von Danzig, Elbing, Thorn und Kulm durch Friedrich II mit dem ersten Teilungsvertrag von 1772, wobei Galizien (heute Ukraine) an Österreich fällt. Der polnische Reichstag ratifizierte die unfreiwillige Abtretung im September 1773 und verleiht ihr die völkerrechtliche Anerkennung. Mit der zweiten Teilung Polens von 1793 fällt Danzig, Thorn und Großpolen an Preußen. 1794 erobert Preußen Krakau, belagert Warschau erfolglos und führt Krieg gegen Frankreich mit gewonnenen Schlachten in Pirmasens und dreimal in Kaiserslautern. Mit der dritten Teilung Polens von 1795 fällt Masowien mit Warszawa an Preußen, Südpolen wird aufgelöst und fällt an Österreich. Preußen wird mit den drei Teilungen Polens zu einem Staat mit 7.5 Millionen Deutschen und 3.5 Millionen Polen. Treibende Kraft hinter den Teilungen und der Einverleibung Polens ist Russland mit einer deutschen Prinzessin als Zarin, das dabei den weitaus größten Teil Polens annektiert. Für die Städte wie Danzig und Elbing beginnt damit ein schleichender wirtschaftlicher Niedergang von der reichen Handelsmetropole und ehemaligen Hansestadt zur tristen preußischen Garnison. Im freien Elbing gibt es bereits 1535 eine vom Holländer Wilhelm Gnaphäus im ehemaligen Brigittenkloster gegründete Schule. Bis zur Einführung der Schulpflicht in Preußen dauert es noch weitere 182 Jahre bis 1717, und das dann auch nur für den Winter. Für Kaufleute und Händler ist Lesen und Schreiben elementar wichtig, für die Soldaten der königlich preußischen Armee eher hinderlich. Die müssen nur gehorchen, marschieren und schießen können, auf gar keinen Fall sollten sie selbstständig denken. Nach rund 250 Jahren polnischer Herrschaft gibt es 1772 in Kulm noch 257 Feuerstellen mit 1644 Einwohnern, von den 40 Häusern am Markt sind 28 baufällig. Dieser Zustand einer ehemals reichen Hansestadt erinnert stark an Königsberg im Jahr 2000 nach 55 Jahren Kommunismus. König Friedrich II beauftragt 1772/73 den Finanzrat Rembert Roden das Land zu katastrieren und die Bevölkerung zu schätzen als Basis einer Steuerfestlegung. Bei seinen insgesamt elf Inspektionsreisen nach Westpreußen bis 1776 wohnt der „Alte Fritz“ zuerst im Gouvernementhaus in Marienwerder und danach in einem bescheidenen Haus auf dem Schulzengut im Dorf Mokrau. In den noch heute einsehbaren Regesten des
Ritterordens gibt es bis 1460 noch keinen Hinweis auf den
Familiennamen Goerke. Der sogenannte Kontributionskataster des
Finanzrat Rembert Roden wird später in Marburger Archiven gefunden,
ein Auszug zeigt unseren Familiennamen in Westpreußen von 1772 in
den verschiedenen Schreibweisen. |
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Name Ort KreisGehrke, Anton Gross Weyde Mewe |
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| Nach dem „Preußischen Allgemeinen
Landrecht“ vom Juni 1794 sind die Pfarrer verpflichtet
Zweitschriften der Kirchenbücher zu führen und diese jährlich beim
zuständigen Gericht abzuliefern. Die Gerichte sind außerdem für die
Beurkundung von Personenstandsfällen im sogenannten
Dissidentenregister zuständig, also für jene Personen die weder der
evangelischen oder der katholischen Kirche angehören. Die frühen
Mahllisten mit den Empfängern von Mühlengut, deren Aufbau dem
späteren Kontributionsregister entspricht, werden mit der Reform von
Stein und Hardenberg nicht mehr geführt. Eine weitere mögliche
Quelle von Daten sind die Hypothekenakten, sofern man sie noch
findet. Durch eine notwendige Verwaltungsreform nach der dritten Teilung Polens kommen 1802 die Regierungsbezirke Marienwerder, Marienburg, Michelau, Dirschau, Stargard und Konitz zum Königreich Preußen. Von 1824 bis 1878 wird der Bezirk Marienwerder um die Kreise Briesen, Deutsch-Krone, Flatow, Graudenz, Konitz, Kulm, Löbau, Rosenberg, Schlochau, Schwetz, Strasburg, Stuhm, Thorn und Tuchel erweitert. 1806 stellt Friedrich Wilhelm II Kaiser Napoleon ultimative die Forderung zum Abzug der französischen Truppen und erklärt Frankreich den Krieg. In den Schlachten von Schleiz, Saalfeld, Jena, Auerstädt, Erfurt, Halle, Lübeck, Ratekau, Küstrin, Magdeburg und Preußisch Eylau fallen mindesten 25,000 preußische Soldaten, etwa ebenso viele gehen in Gefangenschaft oder kapitulieren. Dazu kommen etwa 20,000 Tote und Verwundete bei den verbündeten russischen Truppen, bei den Franzosen sind es etwa 30,000 Soldaten. Die französischen Heere ziehen durch Preußen nach Osten. Die Plünderungen sind extrem, teilweise bleiben den Menschen nicht einmal mehr Schuhe und Kleider. Im Jahre 1807 wird Königsberg durch französische Truppen besetzt und ein Waffenstillstand zwischen Frankreich, Russland und Preußen geschlossen. Im Frieden von Tilsit verliert Preußen alle Gebiete westlich der Elbe an Westfalen und die polnischen Gebiete bis auf Westpreußen an das Herzogtum Warszawa. Preußen muss 154,5 Millionen Francs Kriegskontributionen zahlen, seine Truppen auf 42,000 Mann begrenzen und der Kontinentalsperre beitreten. Russland erhält Teile Ostpreußens und erkennt die Brüder Napoleons als Könige an. Danzig wird freie Stadt und durch ein französisches Kontingent besetzt. Napoleon residiert zeitweilig in Marienburg und inspiziert in den umliegenden Standorten die Vorbereitungen seiner „Grand Armée“ für den Feldzug gegen Russland. In der Zeit von 1808 bis 1812 erfolgen wichtige preußische
Verwaltungsreformen. Die Städte erhalten mit der Städteverordnung
ihre Selbstverwaltung, die Gewerbefreiheit wird eingeführt, alle
Klöster und geistlichen Stifte werden eingezogen, Aufhebung der
Erbuntertänigkeit der Bauern, Edikt über die Regelung der
gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse zur Ablösung der Fron-
und Handdienste und Juden werden in Preußen den Christen in
staatlichen Rechten und Pflichten fast gleichgestellt. Im Frieden von Kiel 1814 tritt Dänemark das Land Norwegen an Schweden ab und wird dafür mit Schwedisch Pommern entschädigt.. Preußen tauscht Schwedisch Pommern gegen Lauenburg ein. Mit der Verwaltungsreform von 1814 wird Preußen in 10 Provinzen mit Regierungsbezirken und Kreisen eingeteilt. Im Jahre 1815 kehren Danzig und Thorn, die Kreise Kulm und Michelau wieder in den Verband des preußischen Staates zurück. Im Wiener Kongress 1815 tritt Preußen Ansbach und Bayreuth an Bayern ab, verliert die polnischen Gebiete der 3.Teilung an Russland, tritt Ostfriesland, Hildesheim und Goslar an Hannover ab, erhält die Hälfte Sachsens, Neuvorpommern und die Rheinprovinz und tritt 1816 das Großherzogtums Fulda an das Kurfürstentum Hessen ab Friedrich Wilhelm II verbietet 1816 alle politischen Vereine und Gesellschaften, gründet 1817 den preußischen Staatsrat unter dessen erstem Präsidenten Hardenberg, schafft mit der Steuerreform von 1818 alle Binnenzölle ab und beginnt gleichzeitig die Unterdrückung politischer Opposition wie etwa die Entlassung von Lehrern mit demagogischen Ideen als unwürdige Subjekte. Dies führt zu den Aufständen von 1848 mit Auflösung der Nationalversammlung und einer neuen Verfassung mit dem Wahlgesetz für 2 Kammern. 1850 verkündet Friedrich Wilhelm IV die neue Verfassung und legt darauf den Eid ab. Dazu kommt 1851 erneut die gutsherrliche Polizeiverwaltung in Preußen Diese Situation besteht etwa bis zur Einführung amtlicher Standesamtsregister im Jahr 1874. Sie wird nur in den Jahren 1808 -1814 für den "Freistaat Danzig" und die zum Herzogtum Warschau geschlagenen westpreußischen Landesteile durch den französischen "Code Civil“ unter der Herrschaft Napoleons unterbrochen. Besonders in der Zeit nach 1824 ändert sich die Schreibweise von Namen und Ortschaften durch die Einführung der hochdeutschen Sprache in ganz Preußen. Die Bismarck Bürokratie fördert 1886 per Gesetz die deutsche Ansiedlung in den Provinzen „Posen und Westpreußen“, um polnischen Erwerbsgenossenschaften entgegenzuwirken. Dafür werden bis 1916 rund 100 Millionen Mark bewilligt, es werden 292 Güter angekauft, davon 58 aus polnischem Besitz. Gleichzeitig werden etwa 7,200 neue Familien angesiedelt. Im Gegenzug verstärken die Polen das Engagement in Preußen mit Volksbanken und Parzellierungsinstituten, was letztendlich die Bodenpreise sprunghaft in die Höhe treibt und durch die zunehmende Polarisierung die Idee eines Nationalstaates populär macht. Hohe Würdenträger wie etwa Oberpräsident Schön leisten dieser Entwicklung gezielt Vorschub zur Förderung der eigenen Karriere. Bis zum Versailler Vertrag besteht der Regierungsbezirk Marienwerder aus 12 Kreisen. Am 11 Juli 1920 wird in Westpreußen eine Volksabstimmung durchgeführt. Obwohl 92% für den Verbleib bei Ostpreußen stimmen, wird westlich der Weichsel bis zur Ostsee der polnische Korridor abgetrennt, Deutschland geteilt und Danzig freie Stadt. Nach 1921 hat der Regierungsbezirk Marienwerder etwa 2925 km² mit 300,000 Einwohnern und umfasst noch die 5 Landkreise Elbing-Land, Marienburg, Marienwerder, Rosenberg, Stuhm und den Stadtkreis Elbing. Insgesamt gibt es 313 Gemeinden, deren Bevölkerung zu 73% evangelisch und 23% katholisch ist. Um 1772 war das Verhältnis noch etwa 50% zu 50%. Die Bevölkerung in Westpreußen ist mit 107 Einwohner/km² erstaunlich hoch, die Größe bäuerlicher Betriebe mit 49% aller Beschäftigten noch in den 30er Jahren entspricht heutiger Nebenerwerbslandwirtschaft. Die Geschichten von preußischen Latifundien sind überwiegend Wunschträume der Erzähler denn Realität. Ostpreußen ist zwar deutlich größer, aber mit 67 Einwohner/km² relativ dünn besiedelt. Neben Königsberg gibt es nur 2 große Kreisstädte. Die vielen Dörfer mit meist unter 100 Einwohnern haben bis in die 30er Jahre keinen Strom, fließendes Wasser und Telefon, Zustände ähnlich wie vor 200 Jahren. Lediglich im Küstenbereicht lässt der Seehandel einige kleine Metropolen entstehen. Mit dem zweiten Weltkrieg ab dem 3. September 1939 und der Eingliederung der freien Stadt Danzig ins Dritte Deutsche Reich wird der Reichsgau Danzig gebildet, der Regierungsbezirk Marienwerder wird durch zwei Kreise des Regierungsbezirks Bromberg neu abgegrenzt. Im Juli 1944 erreicht die rote Armee die Ostgrenze von Ostpreußen, von der NSDAP bzw. den regierenden Nazis wird das Verlassen der Heimat mit Hinweis auf die kommenden Wunderwaffen bei Todesstrafe verboten. Oft nur wenige Stunden vor dem Eintreffen der roten Armee und lange nachdem sich die „tapferen“ Nazibonzen mit ihren geraubten Wertsachen aus dem Staub gemacht haben, beginnt für die Zivilbevölkerung die unorganisierte Flucht zu Fuß oder auf Pferdewagen und wird oft von den schnell vordringenden Sowjets überrannt. Tagsüber sind Angriffe durch Jagdflugzeuge üblich, Ziel sind immer die wenigen verbliebenen Lkws. Wegen des Treibstoffmangels wurden diese schon zu Kriegsbeginn auf Holzvergasung umgerüstet. Im Spätsommer erreicht die Spitze eines schier endlosen Flüchtlingsstroms nach 1000 km die Oder, ab Oktober 44 sind alle Schulen und freier Wohnraum als Notunterkünfte genutzt. Die Zimmer meiner erwachsenen Geschwister sind über 4 Monate Quartier für Flüchtlinge. Uns erzählt die NS-Ortsleitung noch im Januar 1945 die Evakuierung sei nur für wenige Wochen, viel Gepäck brauchen man deswegen nicht mitzunehmen. Allerdings machen die grauenvollen Erzählungen der Flüchtlinge diese Propaganda unglaubwürdig. Etwa 2,5 Millionen Flüchtlinge erreichen über die Ostsee den Nordwesten Deutschlands, ohne das dafür organisatorische Vorbereitungen seitens der NSDAP getroffen werden. Die Zahl der Kriegsopfer in der Zivilbevölkerung wird auf 614,000 oder 5% geschätzt. Die Versenkung der „Wilhelm Gustloff“ am 30.1.1945 durch ein russisches Unterseeboot mit über 6,000 ertrunkenen Frauen und Kindern und die Bombardierung Swinemündes mit 15,000 toten Flüchtlingen sind nur einige tragische Höhepunkte. Ein weiteres Drama ist im harten Winter 44/45 die Flucht über die zugefrorenen Haffs mit Pferdewagen, viele Fahrzeuge brechen ein oder Menschen und Tiere erfrieren nachts auf dem endlosen Eis. In der Potsdamer Konferenz der Siegermächte des II Weltkriegs vom
Juli 1945 wird die Demarkationslinie zwischen Russland und Polen
durch die ostpreußischen Kreise Heiligenbeil, Preussisch-Eylau,
Bartenstein, Gerdauen, Angerapp und Goldap gezogen. Als Westgrenze
Polens zur sowjetischen Zone im besetzten Deutschland wird die
Oder-Neiße Grenze gewählt. Die nach dem Mai 1945 noch im Osten
verbliebene deutsche Bevölkerung wird bis 1948 zwangsweise
ausgesiedelt. Dafür werden besonders jene Polen angesiedelt, die von
den Russen in gleicher Weise aus den von ihnen wiederum annektierten
polnischen Ostgebieten gewaltsam entfernt werden. Der Verfasser hofft, dass mit Beitritt Polens und den baltischen Staaten zur EU die dümmliche und sinnlose Rechthaberei aufhört, wem welches Land auf Grund welcher geschichtlicher Fakten gehört und langsam in eine friedliche Koexistenz mit Zukunft übergeht. Die Situation des von den Russland annektierten Ostpreußen um Königsberg dürfte dagegen ein politischer Zankapfel werden, zumal sich das Gebiet politisch isoliert und wirtschaftlich vollkommen desolat zunehmend nach Westen orientiert. Länder wie Belgien und die Schweiz mit mehreren Kulturen zeigen, dass sprachliche und kulturelle Unterschiede der Bevölkerung im vereinten Europa noch Jahrhunderte bestehen werden und dass man trotzdem in friedlicher Koexistenz leben kann. Dagegen sieht man im Nahen Osten am Konflikt zwischen Israels und Palästina, in Nordirland und im Kaschmir, wohin religiös bigotte Rechthaberei und Dogmatismus letztendlich führen. |
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