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Unser Dorf soll schöner werden

   
(Bearbeitungsstand: 10.11.2002)

Einen Schönheitswettbewerb kann unser Dorf gewiss nicht bestehen - und konnte es wohl auch in früheren Tagen nicht. Aber seine Substanz eignet sich sehr wohl dafür, sich Gedanken darüber zu machen, wie man aus dem Vorhandenen das Beste machen könnte.

Es muss versucht werden, den dörflichen Charakter des Ortes zu erhalten durch richtige Proportionierung, Verwendung ortsgerechter Materialien. Ein besonderes Augenmerk sollte die Ästhetik des Ortsbildes und der Umgebung gelegt werden. Dazu gehren ortsgerechte Bauformen und ökologische Gesichtspunkte ebenso, wie die Durchgrünung des Ortes, die Ortsrandeingrünung bei Neubaugebieten, wasserdurchlässige Pflasterungen und gekieste Wege sowie der Einsatz umweltfreundlicher Technik. 

Es geht mir dabei nicht um die Forderung nach einem planerischen Leitbild, in dessen Folge die Bürger bei der zukünftigen Gestaltung Ihrer Häuser und Grundstücke sich behördlichen Vorgaben oder Beschränkungen unterwerfen müssten.

 

 

Verbindendes und Trennendes der Neffelbachdörfer

Vergleicht man Bergerhausen oder auch das sich anschließende, größere Blatzheim mit den Dörfern, die sich zwischen Nörvenich und Zülpich am Neffelbach entlang erstrecken, erkennt man auf Anhieb Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Zu den Gemeinsamkeiten gehört neben einer ähnlichen geschichtlichen Entwicklung des Siedlungsraumes der Zülpicher Börde das vom Neffelbach geprägte Landschaftsbild: Ebenen, die vor nördlich des Flüsschens relativ weiträumig zum Bach als tiefsten Punkt der Landschaft abfallen und südlich des Bachbettes relativ steil ansteigen. Diese "asymmetrische" Talung ist vor allem von Blatzheim bis Müddersheim landschaftsprägend. Die ältere Bebauung hält einen gewissen Abstand von dem Überschwemmungsbereich des Baches, so dass in fast allen Dörfern eine zentrale Bachaue anzutreffen ist.

Ähnlich ist auch der Baustil der älteren Häuser, bei denen braune  Feldbrandziegel dominieren. Auch Fachwerkhäuser kommen vor, sind aber seltener. Nur wenige ältere Häuser sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Die häufig sehr niedrig gehaltenen Häuser der in der Landwirtschaft beschäftigt gewesenen Urbewohner wurden in vielfältiger Weise erweitert und aufgestockt. Sowohl im ursprünglichen wie auch im heute vorzufindenden baulichen Zustand sind die meisten Häuser schlicht strukturiert. Fassadenschmuck oder architektonische "Spielereien" sind eher die Ausnahme.

Ein nicht unwesentlicher Unterschied ergibt sich aus der verkehrstechnischen Lage der Dörfer. Bergerhausen und Blatzheim sind Straßendörfer an der ehemaligen Hauptverkehrsstraße Köln-Aachen, die Dörfer zwischen Zülpich und Niederbolheim liegen dagegen vorwiegend abseits der nahe vorbei verlaufenden Bundesstraße 477 und weisen somit kaum Durchgangsverkehr auf. Neue Umgehungsstraßen haben zwar auch für Bergerhausen und Blatzheim zu spürbaren Verkehrsentlastungen geführt, dennoch bleibt die alte Bundesstraße eine wichtige Hauptstraße für den innerörtlichen Verkehr und für die Anbindung des Nahbereichs (vgl. dazu meine Stellungnahmen zur Dürener Straße von 1999 und 2002).

 

Die Situation in Bergerhausen und Blatzheim

Das Wohnen an einer viel befahrenen Hauptstraße dürfte die wesentliche Ursache dafür sein, dass die Menschen in Bergerhausen und Blatzheim von der Straße weg zu ihren nach hinten raus liegenden Höfen und Gärten hin "wohnen", während die Menschen, die an einer abseits des Verkehrs liegenden Dorfstraße leben, diese Straße in ihr persönliches Wohnumfeld einbeziehen. Dementsprechend stellt sich die äußere Ansicht der Häuser dar: im Unterschied zum Leben an der abgeschiedenen Dorfstraße wird die Straßenseite im "Straßendorf" gemieden und somit auch nicht mit Bepflanzungen und anderen schmückenden Elementen wohnlich gemacht.

Die zahlreichen Befürworter einer "verkehrsberuhigten Hauptstraße" werden mir entgegenhalten, dass man ja nur dafür sorgen müsse, dass aus der (weiterhin) verkehrsreichen Hauptstraße eine abgeschiedene Dorfstraße wird. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass eine drei Kilometer lange Straßenachse, von der die innerdörflichen Nebenstraßen mit ca. 3.500 Anwohnern sowie Anbindungen an die umliegenden Dörfer und Weiler mit weiteren Bewohnern abzweigen, niemals eine abgeschiedene Dorfstraße werden kann. Es gilt somit aus dieser etwas misslichen Gegebenheit das Beste zu machen.

Eine öffentlich wenig diskutierte, aber von den Dorfbewohnern sehr wohl beachtete Gegebenheit kommt hinzu: Je kleiner ein Dorf ist und je abgeschiedener es liegt, desto weniger "Fußvolk" ist in seinen Straßen unterwegs und desto geringer ist die Gefahr, dass schmückende Elemente im Außenbereich der Häuser zum Opfer von Diebstahl und Vandalismus werden. Vor meiner eigenen Haustür wurde kürzlich sogar ein vorübergehend dort abgelegter wertloser Putzlappen geklaut...

 

Das Beste daraus machen

Die Bausubstanz der privaten Gebäude ist bis auf wenige Ausnahmen gepflegt, aber optisch wenig ansprechend. Hier und da zeigen sich auch in Bergerhausen und Blatzheim erste Verschönerungsansätze: da werden Kränze an die Haustür gehängt, Kürbisse auf die Stufen gelegt und Blumenkübel vors Haus und Blumenkästen auf die Fensterbank gestellt  Wie wenig sich diese Einzelbeispiele im Gesamteindruck des Dorfes niederschlagen mögen die folgenden Bildansichten verdeutlichen. Dazu wurden hiesigen Gebäude- und Straßenansichten ähnliche Ansichten aus anderen Neffelbachgemeinden (hier: Eggersheim und Müddersheim) gegenüber gestellt:

   
 
Rankgewächse und schmale Beete sorgen für eine grüne Oase zwischen Stein und Asphalt. Das i-Tüpfelchen bilden die Blumenkästen an dem unberankten Fachwerkhaus weiter hinten. Am folgenden Haus wird die Berankung wieder aufgenommen. Dürener Straße 35 bis 45 in Bergerhausen. Eintönigkeit in Stein, Verputz und Asphalt. Ein einzelner Blumenkasten am Haus Nr. 43 und ein Blumenkübel am Eingang von Haus Nr. 45 fallen kaum auf. Da hier der Verfasser dieser Seiten wohnt, sollte von dieser Stelle aus ein besseres Beispiel gesetzt werden...
 
Ein schmaler "Bauerngarten" vor dem Haus lässt über die unvollkommene Gebäudesanierung hinwegsehen. Ein ähnliches Fachwerkhaus in Bergerhausen ohne schmückenden Rahmen.
 
Nicht nur die perfekte Sanierung des alten Gebäudes sondern auch das Zusammenspiel von Blumenkästen und Rankgewächsen runden die Harmonie des Ensembles ab. Eine Besonderheit stellt die kleine Hecke zwischen Gehweg und Straße dar. Das älteste Haus von Bergerhausen. Anstatt es so liebevoll wieder herzurichten wie der Besitzer des nebenstehenden Hauses aus Müddersheim, entschied man sich 2007 für Abriss? Hier wären öffentliche Fördermittel gut eingesetzt.
 
Auf die Proportionen kommt es an: Ein Beet vor dem niedrigen Haus, Rankgewächse am höheren Haus. Der Charme der alten dörflichen Bausubstanz kann sich in dieser den Umgebung nicht entfalten.  - 2007 abgerissen -
 
Fensterläden, Efeu und Blumenbeete machen aus diese schlichte Bauernhaus ein Schmuckstück. Zu einem hochwertigen Bild gehrt ein ansprechender Rahmen - der hier leider fehlt.
 
Neubaugebiete müssen nicht unbedingt der traditionellen Bausubstanz des alten Dorfkerns folgen. Aber dörflich sollten sie sein. Hier wird zudem bewiesen, dass man auch ohne Asphalt und Beton saubere Schuhe behalten kann... Neubaugebiet in Bergerhausen: Zwar ansprechend angelegt aber in vorstädtischen Dimensionen ausgeführt. Eine Nummer kleiner wäre dorfgerechter gewesen.

Schloss und Schlosspark

Grüne Oase ist der sich um Schloss Bergerhausen und westlich nach Blatzheim hin erstreckende Schlosspark sowie die Auen und Benden entlang des Neffelbachs.

 

Der Landschaftsverschandelung Einhalt gebieten

Wirtschaftliche und ökologische Aspekte spielen bei der Gestaltung des dörflichen Raumes ebenso eine Rolle, wie landschaftsgestalterische, siedlungs- und soziokulturelle Gesichtspunkte.

 

Weiterführende Links

Ansprechpartner von Dorfverschönerungsvereinen und für den Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden  im Kreis Düren.

Das Logo "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" wurde der Homepage zur gleichnamigen Aktion entnommen.

     
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